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Münchner Chirurgen mit Ferdinand-Sauerbruch-Forschungspreis ausgezeichnet

06.03.2001 - (idw) Klinikum der Universität München

Neue Strategien zur Hemmung der Tumormetastasierung bei Magenkrebs vorgeschlagen

Die beiden Münchner Chirurgen und Wissenschaftler Dr. Heike Allgayer, PhD, und PD Dr. Markus M. Heiss wurden am 23. Februar 2001 von der Berliner Chirurgischen Gesellschaft mit dem Ferdinand-Sauerbruch-Forschungspreis ausgezeichnet, der mit DM 20.000 dotiert ist. Geehrt wurden die beiden Mitarbeiter der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München, Großhadern (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. Schildberg) für ihre Forschungsarbeit "c-erbB-2 is of independent prognostic relevance in gastric cancer and is associated with the expression of tumor-associated protease systems", die im Journal of Clinical Oncology (18(11): 2201 - 2209, 2000) erschienen ist und neue Strategien und Therapieformen gegen Magenkrebs vorschlägt.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Allgayer und PD Dr. Heiss konnte in ihrer Arbeit erstmals nachweisen, dass der Wachstumsfaktor-Rezeptor c-erbB-2 ein biologisch determinierter Risikoindikator bei Magenkrebs ist, der außerdem mit weiteren Faktoren im Tumor korreliert, die die Metastasierung beschleunigen. Zudem fördert c-erbB-2 das Wachstum des Krebses im Körper. In ersten Testreihen werden Antikörper gegen c-erbB-2 eingesetzt, wodurch die weitere Ausbreitung des Krebses verlangsamt werden soll. Durch diese biologisch spezifischere Aufschlüsselung der Diagnose Magenkrebs ist eine Verfeinerung der Therapie des Krebses möglich.

Die Bestimmung weiterer molekularbiologischer Indikatoren ist ein Schwerpunkt der Großhaderner Arbeitsgruppe. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Metastasierung von Tumoren, um hierdurch neue antimetastatische Strategien entwickeln zu können, die sich zielgerichtet gegen das individuelle molekulare Profil eines Tumoren richten. Mittelfristig könnte so eine individuell auf den betroffenen Patienten zugeschnittene biologisch-chirurgische Therapie möglich sein, so Allgayer und Heiss. Für die Erkrankten könnte dies eine erhöhte Heilungschance bedeuten.

Magenkrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung in der Bundesrepublik. Jedes Jahr erkranken ca. 20.000 Menschen, mehr als 13.000 Patienten versterben pro Jahr an Magenkrebs. Die Prognosen bei Magenkrebs sind zur Zeit schlecht, die Therapiemöglichkeiten sind eingeschränkt.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:


Dr. Allgayer, PhD, Tel: 089 / 7095-0
Email heikki@gch.med.uni-muenchen.de
PD Dr. Heiss, Tel: 089 / 7095-0
E-mail: Heiss@gch.med.uni-muenchen.de
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