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High-End Videokonferenzsystem mit hohem Sicherheitsniveau

06.03.2001 - (idw) Technische Universität Dresden

CeBIT in Hannover (22. März bis 28. März 2001)
Im Dresdner Hörsaal die Vorlesung in Kalifornien via Internet besuchen

Dr. Hannes Federrath gilt als Experte für die "Sicherheit der Mobilkommunikation". So heißt auch seine Vorlesung, die im Wintersemester 1999/2000 zahlreiche Studenten der Technischen Universität Dresden besuchten. Der Clou an der Geschichte: Der Dozent hält die Vorlesung im kalifornischen Berkeley, während die Studenten im Dresdner Hörsaal sitzen und - an die Wand projiziert - zeitgleich Dr. Hannes Federrath sehen sowie hören. Und am Ende können die Studenten Fragen stellen, die der Experte in Kalifornien beantwortet. Technisch möglich wurde diese anspruchsvolle Lehr- und Lernveranstaltung via Internet durch eine neue Software, das Video Transmission Toolkit (VTT), die gemeinsam am Lehrstuhl von Professor Alexander Schill an der TU Dresden und der VidSoft GmbH, einer TU-Ausgründung, entwickelt wurde. Zu sehen ist die innovative Videolösung vom 22. bis 28. März 2001 auf der CeBIT in Hannover (Halle 16 / Stand B 23).

"Das System ermöglicht neben einer hohen Videoqualität vor allem die für Vorlesungen entscheidende hochwertige Audioübertragung und kann diese auch unter schwierigen Übertragungsbedingungen im Internet - wie Paketfehler oder Paketvertauschungen - aufrecht erhalten", berichtet Professor Alexander Schill. Da VTT vollständig in Software realisiert ist, war auch die Installation im entfernten Standort Berkeley problemlos möglich.

Die Dresdner Wissenschaftler haben eine Software mit einer vergleichsweise sehr hohen Videoqualität entwickelt, die ohne entsprechende aufwendige Spezialhardware auskommt. Die erzielte Qualität liegt dabei in der Regel über der anderer desktopbasierter Lösungen im IP-Bereich. Basierend auf der Ausnutzung moderner Netze wurde zusätzlich ein mehrstufiges Kompressionsverfahren entwickelt, bei dem der Videodatenstrom auf den Endsystemen nur vorkomprimiert wird. Für Übergänge in Netze mit geringerer Bandbreite beziehungsweise mit höheren Kosten können zentrale Kompressionsserver eingesetzt werden, die eine weitere Verarbeitung vornehmen. In Verbindung mit optimierten Kompressionsverfahren sowie einem speziell angepassten Transportsystem konnten die Dresdner Wissenschaftler die Anforderungen an die Rechenleistung drastisch reduzieren.

Durch eine Vielzahl von Optimierungen kann eine hohe Qualität der Videodarstellung für bis zu sechs Teilnehmer einer Konferenz auf heute verfügbaren Systemen erreicht werden, so dass eine hohe Skalierbarkeit gewährleistet ist. Da diese innovative Software wichtige Sicherheitsanforderungen berücksichtigt, kann das System auch im Business-Bereich eingesetzt werden.

Professor Alexander Schill von der TU Dresden und VidSoft GmbH planen, die Videolösung auf breiter Basis einzusetzen: Für Online-Schulungen, Videoberatungen oder auch für Aufgaben im Bereich der Videoüberwachung. Die Software läuft nicht nur mit Windows, sondern auch mit dem frei verfügbaren Betriebssystem Linux, das in der Industrie immer häufiger eingesetzt wird. "Bei der industriellen Fertigung werden einige Fertigungsprozesse mit der Kamera überwacht", so Schill, "mit VTT können die Bilder aus der Ferne abgerufen und mehrere Kameras gesteuert werden. Dabei können komplexe Lösungen mit mehreren Überwachungsstationen zentral gesteuert und administriert werden." Ebenso ist VTT bei der Telediagnose einsetzbar.

Informationen: Technische Universität Dresden, Institut Systemarchitektur, Professor Alexander Schill, Telefon (03 51) 4 63-82 61, Fax (03 51) 4 63-82 51, e-mail: schill@ibdr.inf.tu-dresden.de,

Ansprechpartner: Dr. Pohl, Telefon (03 51) 4 63-84 57
Internet: http://wwwrn.inf.tu-dresden.de/VTT
VidSoft GmbH, Dipl.-Infom. Robert Hess, Telefon (03 51) 4 35-34 03, Fax (03 51) 4 35-34 28, e-mail: kuemmel@vidsoft.de, Internet: http://www.vidsoft.de
oder vom 22. bis 28. März 2001 auf der CeBIT in Hannover, Halle 16 / Stand B23, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen", Telefon (05 11) 89-59412, Fax (05 11) 89-50737.

Dresden, 6. März 2001
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