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Seenotrettungskreuzer schwebt in das Deutsche Schiffahrtsmuseum ein

01.10.2002 - (idw) Deutsches Schiffahrtsmuseum

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger übergibt 19m-Kreuzer "Hans Lüken" an das DSM - Außergewöhnliches Originalexponat macht Abteilung "Rettungswesen" zur bedeutendsten ihrer Art in Deutschland - Spektakuläre Einbringung in das Gebäude am 9. Oktober in Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Henning Scherf


Presse-Info Nr. 15/02 vom 01.10.2002

Die Verbundenheit zwischen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), ihrer Station Bremerhaven und dem Land Bremen blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1861 bemühte sich Bremen um die Gründung eines Rettungsvereins, der schließlich 1863 mit der Einrichtung der Station in Bremerhaven Wirklichkeit wurde - zwei Jahre, bevor die DGzRS auf maßgebliches Betreiben des Bremer Redakteurs Dr. Arwed Emminghaus als einheitliches deutsches Seenotrettungswerk aus der Taufe gehoben wurde. Zum ersten Vorsitzer wurde mit dem Mitbegründer des Norddeutschen Lloyd, Konsul H.H. Meier, wiederum ein Bremer gewählt, der Sitz der Gesellschaft folglich in der Hansestadt an der Weser etabliert.

Aus dieser Tradition heraus und wegen der besonderen Bedeutung der Gesellschaft für die Seeschifffahrt war es dem Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven und dem Land Bremen ein selbstverständliches Anliegen, der DGzRS quasi "vor der Haustür" einen Ort anzubieten, um Geschichte, Aufgaben und Arbeit des deutschen Seenotrettungswerks angemessen zu präsentieren. Dieses Vorhaben stieß bei der Gesellschaft auf größtes Entgegenkommen, schließlich ist es der vollständig spendenfinanzierten DGzRS ein besonderes Anliegen, ihre Rettungsgeräte im Rahmen von Museen darzustellen - so wurden die Sammlungen des DSM seitens der DGzRS in der Vergangenheit bereits um ein Ruder-, ein Segelrettungsboot und zuletzt um das Seenotrettungsboot "Mövenort" bereichert.

Mit der bevorstehenden feierlichen Übergabe des Seenotkreuzers der 19m-Klasse "Hans Lüken" - samt Tochterboot "Abelius" und mit vollständiger Inneneinrichtung bis hin zur Kombüsenausstattung - und der Einbringung in die Apsis des Erweiterungsbaus wird das Deutsche Schiffahrtsmuseum somit künftig die umfangreichste Sammlung von Originalexponaten aus Geschichte und Gegenwart des deutschen Rettungswesens in seiner Ausstellung präsentieren können.

Der SK "Hans Lüken", der mit der Übergabe an das DSM aus dem aktiven Dienst - zuletzt als Reserveeinheit ("Springer") - ausscheidet, blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Die alte 19m-Klasse war die erste Generation von Seenotkreuzern, die ausschließlich aus seewasserbeständigem Leichtmetall gebaut wurde und sich durch hohe Seetüchtigkeit im Küstenbereich und auf hoher See sowie durch ihre Eigenschaft als Selbstaufrichter auszeichnete. Aufgrund ihrer hervorragenden Manövrier-Eigenschaften können diese Seenotkreuzer Grundseen, Brandung und das Längsseitsgehen an einen Havaristen in schwerer See bewältigen und sind trotz ihres Alters - der SK "Hans Lüken" lief 1969 vom Stapel - mit zum Teil modernster Technik ausgerüstet, weshalb die letzte der vier gebauten Einheiten dieses Typs, die "H.J. Kratschke", auch weiterhin am Eidersperrwerk einsatzbereit gehalten wird. Die "Hans Lüken" versah ihren Dienst auf verschiedenen Stationen, in Wilhelmshaven (1969-1980), auf Langeoog (1980-1991) sowie der Greifswalder Oie (1991-1996) und war seit Mitte 1996 u.a. in Büsum, auf Norderney, in List/Sylt und Nordstrand stationiert.

Die nun bevorstehende letzte Fahrt des Kreuzers wird ein besonders spektakulärer Einsatz sein, der die "Hans Lüken" zunächst auf eigenem Kiel von Bremen bis in den Museumshafen neben die Dreimastbark "Seute Deern" führen wird. Hier wird das Schiff am Vormittag des 9. Oktober auf einen 27 m langen Tieflader verladen und auf dem Landweg an den Erweiterungsbau des DSM transportiert, was eine Sperrung der Columbusstraße und der Van-Ronzelen-Straße erforderlich machen wird. Die eigentliche Einbringung in die Apsis des Gebäudekomplexes, den endgültigen Aufstellungsort, an dem der Kreuzer auf Deck zu besichtigen sein wird - das Innere des Schiffes wird im Rahmen von Führungen gezeigt werden -, bedeutet Millimeter-Arbeit für die Spezialisten der Firma Lenz-Kran und ist auf 16.00 Uhr terminiert.


Achtung, Redaktionen!

Zur Einbringung des Seenotrettungskreuzers "Hans Lüken" in das Museum und zur feierlichen Übergabe des Schiffes sind die Medien für

Mittwoch, den 9. Oktober 2002, um 16.00 Uhr
in den Erweiterungsbau des Deutschen Schiffahrtsmuseums,
Bremerhaven, Hans-Scharoun-Platz 1,

sehr herzlich mit der Bitte um Bild- und Textberichterstattung im redaktionellen Teil eingeladen. Es sprechen der stellvertretende Vorsitzende der DGzRS, Michael Grobien, der Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Henning Scherf, und Museumsdirektor Hans-Walter Keweloh.

Um vorherige Anmeldung unter Tel. 0471/48207-0 oder Fax 0471/48207-55 wird gebeten.
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