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Verschieden zu sein eröffnet Chance für kreatives Handeln als Gruppe

08.03.2001 - (idw) Universität Dortmund

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind es längst gewohnt, global zu denken und lokal zu handeln. "Managing Gender & Diversity" steht jetzt auf dem Programm internationaler Diskussion. Was es damit auf sich hat, erfahren konkret am kommenden Freitag (09.03.01) und Samstag (10.03.01) die ersten TeilnehmerInnen eines Kooperationsprojektes im Haus Villigst bei Schwerte.

Eingeladen haben die weiterbildenden Frauenstudien an der
Universität Dortmund und das evangelische Institut Kirche und Gesellschaft. Die Kooperation verbindet Konzepte der universitären Weiterbildung mit Ansätzen kirchlicher emanzipatorischer Bildung und Qualifizierung.

Grundgedanke ist: Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Orientierung werden konstruktiv und produktiv miteinander umgehen, wenn sie ihre Verschiedenheit zur Geltung bringen können. Ziel ist es, eine entsprechende Bereitschaft zu Veränderungen zu entwickeln.

Angesprochen werden Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Führungskräfte mit Verantwortung in der Gestaltung sozialer Prozesse, z.B. Personalverantwortliche, die Kenntnisse und Fähigkeiten zum Management sozialer Vielfalt erwerben wollen.
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Dominante Leitkultur in Frage gestellt

In Frage gestellt wird mit diesem neuen Ansatz von Verhaltenstraining und wissenschaftlicher Weiterbildung die Wirksamkeit einer dominanten Leitkultur oder einer verordneten Unternehmenskultur. Beim "Managing Gender & Diversity" sollen die sozialen Unterschiede der Beteiligten in Geschlecht, Ethnie, Alter, Religion, sozialer Schicht, Lebensstil einbezogen und positiv bewältigt werden. Gleichstellung unter Wahrung der Verschiedenheit wird so praktisch zum Gegenteil von Gleichschaltung.

Das wird deutlich, wenn man erkennt, dass "Managing Gender & Diversity" die Mitarbeitenden zum bewussten Umgang mit sozialen Differenzen in Organisationen, zur Reflektion eigener Werte, Kommunikationsstile und handlungsleitender Annahmen befähigt. Das Abweichende, Fremde wird als Chance für ein Nachdenken über alltägliche Normalitäten und als Impuls für Innovationen genutzt.

Das Ziel ist eine "transkulturelle Organisation". In ihr wird Diversität als positives Potenzial anerkannt. Managing Diversity bedeutet, kulturelle Vielfalt als Ressource zu erkennen, zu verstehen, zu moderieren, zu akzeptieren und zu vernetzen.
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Neuer Ansatz vor der Bewährungsprobe

Die jetzt neu anlaufende Kooperation von wissenschaftlicher Weiterbildung und kirchlicher Praxis wird von den Beteiligten mit Spannung erwartet. Bisher liegen in Deutschland wenig Erfahrungen zum Managing Diversity vor. Die Aufgabe der ersten Veranstaltung besteht darin, Konzepte und Instrumente für eine produktive Gestaltung von Verschiedenheiten in Organisationen zu entwickeln. Dabei nimmt die Genderthematik - die Auseinandersetzung mit Unterschiedlichkeit auf Grund der Geschlechtszugehörigkeit - eine wesentliche Position ein.

Ziele sind:
- Reflexion eigener Werte, Prägungen und Handlungsmuster der Beteiligten sowie ihrer funktionalen Bedeutung für die Organisation (Selbstreflexion),
- Wahrnehmung von Verschiedenheit in sozialen Systemen (Beobachten),
- Entwickeln von Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit (Handeln),
- Interkulturelle Kompetenz als Fähigkeit zur Interaktion von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund,
- Transkulturelle Kompetenz als Fähigkeit zum gemeinsamen Schaffen von etwas Neuem jenseits ethnischer, sozialer oder geschlechtstypisierender Unterscheidungen.

DiVersion: Das Studienangebot Managing Gender & Diversity bietet ein wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes Weiterbildungsprogramm mit Theoriemodulen, Praxismodulen, Supervision und Coaching.

Das Kooperationsprojekt wird mit einer Fachtagung am Freitag, den 09. 03. und Samstag den 10. 03. 2001 Haus Villigst, Schwerte eröffnet: "Vielfalt statt Lei(d)tkultur?" - Managing Gender & Diversity als Beitrag zum kulturellen Wandel in Organisationen.

Information:
Universität Dortmund, Frauenstudien: Verena Bruchhagen (Geschäftsführende Leiterin) , Ruf: 0231 7552853, E-mail: bruchhagen@wap-mail.fb14.uni-dortmund.de und Dr. Iris Koall (Wissenschaftliche Mitarbeiterin), Ruf 0231 7552828, E-mail: koall@wap-mail.fb14.uni-dortmund.de

Institut Kirche und Gesellschaft: Friederike Höher, Ruf: 02371 352151, E-mail: f.hoeher@kircheundgesellschaft.de
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