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Institutsjubiläum mit Vorlesung aus Cambridge

01.10.2002 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Im Rahmen einer Videoübertragung konferieren am 4. Oktober 2002 der amerikanische Betriebswirtschaftler John Preston vom Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge, USA, und der Magdeburger Professor Bernhard Sabel miteinander. Preston wird eine Vorlesung via Internet zum Thema "Vom Labor zum Markt - Mechanismen des Technologietransfers" halten.

Zuschauer auf der Magdeburger Seite sind Mitarbeiter des Institutes für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität und Gäste, die Institutsdirektor Professor Bernhard Sabel, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums seiner Forschungseinrichtung an diesem Tag eingeladen hat. Dazu gehören der Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhm, Uni-Rektor Professor Klaus-Erich Pollmann und zahlreiche Vertreter der Medizinischen Fakultät sowie Kooperationspartner. Die Veranstaltung wird auch Anlass sein, über das breit gefächerte Leistungsspektrum des Institutes zu informieren. Gäste aus den USA und Israel sowie ausgewiesene Neurowissenschaftler aus Deutschland werden in einem Vortragskomplex auf aktuelle Fragen in der internationalen Hirnforschung eingehen.

Die bisherigen Aktivitäten des Magdeburger Institutes für Medizinische Psychologie auf der Suche nach den Geheimnissen des menschlichen Gehirns in den vergangenen Jahren waren äußerst erfolgreich. Davon zeugen Veröffentlichungen in renommierten internationalen Fachzeitschriften, wie "Nature medicine", und überregionale Anerkennungen. Zum Beispiel wurde Bernhard Sabel vor zwei Jahren in Italien mit dem Preis des Verbundes der Innovation Relay Centers (IRC) der Europäischen Gemeinschaft für die beste Innovation ausgezeichnet.

Bei den Forschungsaktivitäten des Institutes geht es hauptsächlich um neuropsychologische und neurobiologische Fragestellungen, insbesondere zur Plastizität und Reparatur des Gehirns. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung computergestützter Diagnose- und Therapieverfahren für Hirngeschädigte.

Hierbei steht die Wiederherstellung der Funktionsmöglichkeiten des Sehsystems nach Verletzungen oder Unfällen im Vordergrund. Durch regelmäßiges Heimtraining am Computer können so Patienten, die teilerblindet sind, ihre Sehleistung wieder verbessern. Bei Kindern hilft dabei der Computerhund "Wuffi", der von den Wissenschaftlern speziell für junge Patienten entwickelt wurde.

In einem weiteren Vorhaben wird untersucht, wie pharmakologisch wirksame Substanzen direkt in das menschliche Gehirn eingeschleust werden können. "Die Blut-Hirn-Schranke dient in den Hirngefäßen als natürliches Schutzschild dafür, dass hirnfremde Substanzen nicht eindringen können." erklärt Professor Sabel. Diese Schranke soll überwunden werden, um gezielter Erkrankungen im Zentralen Nervensystem, wie Gehirntumore oder akute Schlaganfälle, medikamentös behandeln zu können. Große Hoffnungen setzen die Magdeburger Forscher dabei auf die so genannten Nanopartikel. Sabel: "Dabei handelt es sich um nur wenige Milliardstel große Kunststoffteilchen, die sich als Kleintransporteure für Pharmaka direkt ins Hirn eignen, das heißt pharmakologisch wirksame Substanzen werden mit einer Tarnkappe umgeben." Am Zielort würden sich die Kunststoffteilchen dann auflösen und setzen dadurch den Wirkstoff frei. "Man könnte sie also durchaus als zwar äußerst kleine, aber äußerst erfolgreiche trojanische Pferde bezeichnen", vergleicht Sabel.

Diese Forschungsaktivitäten finden jedoch nicht nur im Institut statt. Sie werden ergänzt bzw. fortgeführt von "Start up"-Unternehmen, deren Gründung Prof. Sabel in den vergangenen Jahren initiiert hat und die sich damit beschäftigen, Medizintechnologien und Dienstleistungen zur Behandlung von Funktionsstörungen des Zentralen Nervensystems zu entwickeln und anzubieten.

Die Festveranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum des Institutes für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg findet am Freitag, dem 04. Oktober 2002, ab 13.00 Uhr im Zenit-Gebäude auf dem Campus des Uni-Klinikums an der Leipziger Straße statt. Die Videokonferenz erfolgt von 17.00 bis 18.30 Uhr.

Weitere Auskünfte erteilt gern:

Prof. Dr. med. Bernhard Sabel, Ph. D.
Direktor des Institutes für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Tel. 03 91 / 6 11 71 00
e-mail: bernhard.sabel@medizin.uni-magdeburg.de
http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/institute/imp/
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