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Fachübergreifende Tagung zu neuen Erkenntnissen über denken, fühlen, wissen

08.03.2001 - (idw) Universität Bayreuth

Um die Risiken und Chancen neuer Erkenntnisse zu denken, fühlen, wissen werden sich vom 9.-11. März auf Schloß Thurnau (Oberfranken) fachübergreifend Vertrter von Biologie, Medizin, Psychologie, Informatik, Theologie und Philosophie beschäftigen.

Medieninformationen
vom 5. März 2001

9.-11. März:
Tagung von Evangelischer Akademie Tutzing und Universität
in Thurnau: denken, fühlen, wissen
Risiken und Chancen neuer Erkenntnisse

Bayreuth (UBT). Denken, wissen, fühlen - dass er dieses kann, macht den Menschen zum Menschen und genau aus diesen Fähigkeiten bezog er zu allen Zeiten sein Selbstverständnis bzw. sein Selbstbewusstsein. In der Tat ist die kognitive Ausstattung des Menschen einzigartig, und auch sein Fühlen unterscheidet sich kategorial von dem anderer Lebewesen, nicht zuletzt in der spezifischen Verknüpfung mit Denken und Wissen. Mit seinem Körper ist der Mensch nichts anderes als ein spezifisches Säugetier. Doch sein "Geist" hebt ihn vom Tierreich ab und macht ihn schließlich zur "Krone der Schöpfung" - oder wie immer diese Sonderstellung in und gegenüber der sonstigen Natur in unterschiedlichsten Kulturen auf den Begriff gebracht wurde.

Diese Aura des Besonderen, ja Einzigartigen, dessen unerklärbare Größe man sich nur mit Staunen nähern kann, verliert heute zunehmend an Glanz. Viele Gehirnforscher sagen inzwischen, Bewusstsein und Gefühle seien nicht mehr als eine Funktion von Nervenzellen. Damit lösen sie nicht nur bei Geisteswissenschaftlern Irritationen aus. Ist tatsächlich auch das Menschlichste am Menschen, das ihn letztlich zu dem macht, was er ist, und ihm seinen besonderen Wert gibt, aus Naturgesetzen erklärbar, das heißt verstehbar, nachvollziehbar und eines Tages vielleicht sogar nachbildbar bzw. nachahmbar?

Solche Gedanken lösen bei vielen Menschen Faszination, bei einer nicht weniger großen Zahl anderer aber Unbehagen bis hin zu massiven Ängsten aus. In der Speicherung und Verarbeitung von Wissen übertreffen Computer heute schon in vielem die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns. Nun scheinen sie auch in die Bereiche des Denkens und des Fühlens einzudringen. Werden sie uns etwa bald auch dort in manchem den Rang ablaufen? Werden vielleicht eines Tages nicht einmal mehr die Gedanken frei sein, weil man sie nicht nur erraten sondern (zumindest potentiell) lesen kann? Werden gar Gefühle berechen- und damit verstärkt manipulierbar?

Viele solcher Ängste sind sicherlich übertrieben, andere unbegründet. Welchen Anhalt sie an tatsächlichen Forschungsergebnissen haben, wird bei der Tagung "Vom Denken, Wissen, Fühlen" zu fragen sein, die die Evangelische Akademie Tutzing (EAT) zusammen mit der Universität Bayreuth vom 9.-11. März auf Schloß Thurnau veranstaltet. Vor allem aber gilt es, neben den Risiken die Chancen zu sehen, die durch die neuen Erkenntnisse und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten auch eröffnet werden.

In diesem Sinne sollen mit der Tagung einige für Laien verständliche Einblicke in den aktuellen Stand und mögliche Perspektiven der Hirnforschung aus der Sicht verschiedener daran beteiligter Disziplinen (Biologie, Medizin, Psychologie, Informatik, Theologie, Philosophie) gegeben und auf dieser Informationsbasis nach Konsequenzen für das Menschen- und unser Selbstbild gefragt werden.
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