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Geisteswissenschaft im Dialog: "Ein Garten der Natur? ...

02.10.2002 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

... Grünbereiche in Stadt- und Landschaftsräumen."
Am 24. Oktober laden die UNION und die LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT Sie zum nächsten Diskussionsabend, diesmal zum Thema "Natur, Landschaft, Urbanität", der Veranstaltungsreihe GID nach Bonn ein.

Eine geisteswissenschaftliche Diskussion zum Thema "Natur, Landschaft, Urbanität" mit Kunsthistorikern, Literaturwissenschaftlern, Philosophen und Pädagogen könnte im traditionellen ideengeschichtlichen Rahmen stattfinden. Seit einem Jahrzehnt aber suchen die Geisteswissenschaften auch das Gespräch mit den Naturwissenschaften. Dabei zeigen sie, dass wichtige kulturelle Errungenschaften unserer modernen Gesellschaft gemeinsame Leistungen der Künste und der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften sind, die sich wechselseitig befruchten. In besonderem Maße gilt dies auch für unsere Vorstellung von Landschaft und urban eingebetteten Naturräumen. Landschaft, ursprünglich ein geogra-phischer Raumbegriff, wurde erst später ästhetisch verstanden. Die Landschaftsmalerei setzt stetig naturwissenschaftliche Innovationen in ihre Sicht- und Darstellungsweise um: Entdeckung der Perspektive, militärische Ballistik, Theorie des Lichts, Entdeckungen der Botanik und Geologie. Umgekehrt schaffen erst die Künste und die Geisteswissenschaften ein Bewusstsein für das Spezifische und Charakteristische einer Landschaft. Unsere europäische Vorstellung von Landschaft geht auf ein weitflächig entwickeltes Landschafts-verschönerungskonzept zurück.
Die Gestaltung von Naturräumen im urbanen Kontext lag schon früher nicht allein in den Händen von Landschaftsgärtnern und Stadtplanern, auch die Polizei und die Hygiene-forscher hatten, wie die Geschichte des Volksparks zeigt, ein gewichtiges Wort mitzureden. Heute treten die ökonomischen Fragen der baulichen Entwicklung bei der Flächennutzung in den Vordergrund. Grünbereiche in Stadt- und Landschaftsräumen sind aber auch Schutz-räume für die Natur (als Reservoir zur Erhaltung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren) und für den Menschen (als Erholungsraum, als Frischluftschneisen für die Städte, als Hoch-wasserschutzgebiete u.v.a.m.).
Die UNION und die LEIBNIZ- GEMEINSCHAFT laden ein zu einem offenen Dialog über die Entwicklung, Gestaltung und raumplanerische Bedeutung unsere urbanen Garten- und Grünbereiche. Prof. Dr. Günter Oesterle (Professor für Neuere deutsche Literatur, Giessen) stellt die "Die Entdeckung des eigenen Landes als Landschaft" dar. Prof. Dr. Wilhelm Barthlott (Professor für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens, Bonn) spricht über die "Biodiversität und Gärten im globalen Wandel" und Prof. Dr. Bernhard Müller (Professor für Raumentwicklung, Direktor des Instituts für Ökologische Raum-entwicklung, Dresden) fragt: Sind "Freiräume - ein Zufallsprodukt?".
GEISTESWISSENSCHAFT IM DIALOG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und steht unter der Schirmherrschaft des Staatssekretärs Dr.-Ing. E.h. Uwe Thomas, der diesen Abend nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft Hans-Olaf Henkel mit einem Grußwort eröffnen wird.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Termin: Donnerstag, den 24. Oktober 2002, 19.00 Uhr

Ort: Kunstmuseum Bonn (Auditorium)

Informationen: Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Dr. Katharina Weisrock
Geschwister-Scholl-Str. 2, 55131 Mainz
Tel.: 06131/21 85 28 14, E-Mail: weisrock@mail.uni-mainz.de
http://www.gidialog.de
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