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Göttinger Preis Waldökosystemforschung für Bayreuther Tierökologen Dr. Bernhard Stadler

29.03.2001 - (idw) Universität Bayreuth

Der Bayreuther Tierökologe Dr. Bernhard Stadtler hat für seine Arbeiten, in der populationsbiologische Ansätze mit Stoffflüssen auf der Ökosystemebene verknüpft werden, den Göttinger Preis Waldökosystemforschung 2001 erhalten.

Medienmitteilung der Universität Bayreuth vom 29.3.2001

Bayreuther Tierökologe Dr. Bernhard Stadler erhält "Göttinger Preis Waldökosystemforschung" für das Jahr 2001

Wer einmal sein Auto im Frühsommer unter einer Linde geparkt hat, der weiß, was ihn erwartet: Zu dieser Zeit vermehren sich auf diese Baumart spezialisierte Blattläuse stark. Ihre zuckerhaltigen Ausscheidungen fallen als winzige Tröpfchen vom Baum und verkleben alles, was darunter steht.

Auch auf Waldbäumen leben Blattläuse - wir genießen ihre Ausscheidungen zum Beispiel im Fichten- und Tannenhonig. Welche Bedeutung diese an Pflanzen saugenden Insekten auf das Ökosystem Wald haben, war bis vor kurzem unklar.

"Bei den Untersuchungen zum Verhalten von Ökosystemen wurden bisher einzelne Tierarten kaum beachtet, da sie nur eine relativ kleine Biomasse besitzen", erläutert der Tierökologie Dr. Bernhard Stadler vom Bayreuther Institut für Ökosystemforschung (BITÖK) der Universität Bayreuth. Erst das Wissen über Wechselbeziehungen zwischen Individuen, Populationen, Lebensgemeinschaften und der Systemebene erlaube es aber, die Bedeutung einzelner Messergebnisse unter sich verändernden Umweltbedingungen abschätzen.

Dr. Stadler untersuchte die Auswirkungen von Blattläusen und Schmetterlingslarven, die auf Fichten, Buchen oder Eichen leben. Versuchsreihen im Gewächshaus wurden durch Probennahmen im Fichtelgebirge und im Steigerwald ergänzt.

Die Ergebnisse zeigten erstmals, auf welche Art und Weise phytophagen Insekten auch dann zu Veränderungen in Waldökosystemen beitragen, wenn sie sich nicht massenhaft vermehren. Dr. Stadler fand heraus, dass die Ausscheidungen der Insekten von verschiedenen Bakterien, Hefen und Pilzen auf den Blättern und Nadeln genutzt werden: Die Mikroorganismen vermehren sich sehr viel stärker als auf nicht befallenen Bäumen. Zum Wachstum brauchen sie Stickstoff. Deshalb sind zum Beispiel die Konzentrationen an anorganischen Stickstoffverbindungen im Tropfbereich unter befallenen Bäumen deutlich niedriger als unter nicht befallenen Bäumen. Stickstoff bleibt damit im Ökosystem gebunden.

Dr. Stadlers Arbeit ist eine der wenigen, in der populationsbiologische Ansätze mit Stoffflüssen auf der Ökosystemebene verknüpft werden. Für seinen innovativen Ansatz erhielt er am 26. März in Göttingen den "Göttinger Preis Waldökosystemforschung" für das Jahr 2001. Der Preis ist mit 5000 Mark dotiert.

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