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"Unternehmensnachfolge : Rechtzeitig und optimal lösbar!"

02.04.2001 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Dass die ungelöste Unternehmensübergabe für den Mittelstand auch in der Region Nürnberg ein sowohl aktuelles wie auch brisantes Thema ist, bewies die außerordentlich hohe Zuhörerresonanz, welche die erste Veranstaltung der Vortragsreihe "Problem des Mittelstandes : Ungeklärte Unternehmensnachfolge" hervorrief.

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

In Kooperation mit der MERKEL & VON SCHWEINITZ GmbH Business Partner - Nürnberg vom Fachbereich Betriebswirtschaft der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg aus der Taufe gehoben, spricht diese Veranstaltungsreihe in erster Linie die mittelständischen Unternehmer an.
Vor diesem Hintergrund verdeutlichte Prof. Dr. Roland Gegner, Dekan des Fachbereiches Betriebswirtschaft vor voll vollbesetztem Haus in seiner Einführung die Absicht, die Fachhochschule Nürnberg zu einem Platz des Austausches von professionellem Wissen und lebendigen Erfahrungen weiter zu entwickeln. "Unterstützt von Praktikern aus dem wirtschaftlichen Alltag werden hochaktuelle Themen aufgegriffen und in Form von Fachreferaten und Diskussionen Antworten und Anregungen gegeben", so Prof. Dr. Gegner. "Hochschule und Wirtschaft im engen Zusammenwirken zum Nutzen für die Region Nürnberg. Das ist das Ziel unseres Veranstaltungsangebotes für den Mittelstand!"

Und dass das mittelständische Unternehmen ein Betrieb ist, der anders als andere Unternehmensformen von der Persönlichkeit des Inhabers geprägt ist, wies Dr. Johann von Schweinitz, Geschäftsführender Gesellschafter der Merkel & von Schweinitz GmbH - Business Partner - Nürnberg in seinen einleitenden Worten hin. "Alle wesentlichen Entscheidungen trifft der Unternehmer selbst, der Unternehmer ist, um es überspitzt auf den Punkt zu bringen, das Unternehmen!"
Und diese Betriebe stellen das Rückgrat unserer regionalen als auch nationalen Wirtschaft. "Sie tragen zwei Drittel zum Bruttosozialprodukt in Deutschland bei und stellen den überwiegenden Teil der Arbeits- und Ausbildungsplätze", ergänzt Gerhard Merkel, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter der Merkel & von Schweinitz GmbH.
Etwa 300.000 mittelständische Betriebe, manche Statistiken sprechen von fast 400.000, werden in den nächsten Jahren in neue Hände übergeben werden. Wenige reibungslos, viele problembeladen. Das Institut für Mittelstandsforschung schätzt, daß jede dritte Unternehmensübergabe nicht erfolgreich abgeschlossen werden wird.
"Die Konsequenzen für die Inhaber, aber auch für die regionalen und volkswirtschaftlichen Wirtschaftsstrukturen sind verheerend", so die Einschätzung von Gerhard Merkel.
"Dabei stellen die Klärungen der rechtlichen bzw. steuerlichen Rahmenbedingungen nur einen Teil zur Lösung der Unternehmensnachfolge dar; hinzutreten ökonomische sowie insbesondere emotionale und kommunikative Probleme", so die beiden Fachreferenten.

Die entscheidende Prämisse für eine Nachfolgeregelung aus ökonomischer Sicht ist die zukünftige Er-tragskraft des Unternehmens. Unternehmensnachfolge ist immer auch die Sicherung der Zukunft des Unternehmens und damit die erfolgreiche wirtschaftliche Fortführung des Unterneh-mens. Aus diesem Grund muss sich das Unternehmen in einem Zustand befinden, der eine Übernahme durch einen Nachfolger unter Renditegesichtspunkten lohnenswert erscheinen lässt.

Wie Herr Dr. von Schweinitz weiter ausführte sind besonders die aus dem Übergabeprozess resultierenden Finanzabflüsse zu minimieren: "Durch Gewinnentnahmen und Ausschüttungen vor der Übergabe, Erbschafts-/Schenkungs- und übergabebedingte Einkommensteuer, Pflichtteilslasten, mögliche Zugewinnausgleiche, Abfindungen für Gesell-schaftsanteile, sowie der Altersversorgung des übergebenden Unternehmers können dem Unternehmen Mittel entzogen werden, die zu existenzgefährdeten Situationen bei der Fortführung des Unternehmens führen können." Darüber hinaus werden Kreditinstitute in Zukunft ihre Kriterien für die Vergabe von Fremdmit-teln zur Unternehmensfinanzierung deutlich restriktiver handhaben. Unter anderem erhält dabei auch das Nachfolgekonzept höheres Gewicht im bankinternen Rating, wie Herr Dr. von Schweinitz deutlich hervorhob. Mit zunehmenden Alter des Un-ternehmers kann es ohne schlüssiges und ernsthaftes Nachfolgekonzept zu Finan-zierungspro-blemen kommen - mit weitreichenden Konsequenzen für die Unternehmensentwicklung.

Die psychologischen Probleme der Unternehmensnachfolge sind sowohl im Unternehmer selbst als auch in seinen Beziehungen zur Familie, zu seinem Firmenmanagement und seinen Mitarbeitern angelegt.
Für den übergebenden Inhaber liegt sein ganz persönliches Dilemma darin, sein selbst geschaffenes Lebenswerk in andere Hände zu legen. "Das stark emotional geprägte "Loslassen-" bzw. "Weg-frei-machen-Können" ist nicht von heute auf morgen zu erwarten. Damit einhergehend ist der Verlust von Macht, Status und gesellschaftlichem Ansehen zu verkraften", so Gerhard Merkel, selbst Lehrbeauftragter an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg.

Die sich anschließende rege Diskussion machte den hohen Informations- und Klärungsbedarf vieler Zuhörer zur Unternehmensübergabe deutlich.
Zahlreiche konkrete Fragen aus der unternehmerischen Realität wurden gestellt und von den beiden Referenten praxisnah und lösungsorientiert beantwortet. Manche Hilfestellung und Unterstützungsmöglichkeit wurden aufgezeigt, Lösungsansätze entwickelt und reale Vorgehensalternativen diskutiert.

Kurzum: ein überaus gelungener Auftakt einer praxisbezogenen Vortrags- und Diskussionsreihe, welche die Bestrebungen der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule und der Merkel & von Schweinitz GmbH - Business Partner - Nürnberg als Veranstalter untermauert, ausgewiesene Ansprechpartner für den Mittelstand in der Region Nürnberg zu sein.

Die Veranstaltungsreihe wird am 25. April, 19 Uhr mit dem Thema "Rating für den Mittelstand - Chancen und Risiken" fortgesetzt. Nähere Informationen finden Sie veranstaltungsnah in der Tagespresse.
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