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Mehr Geld für eine bessere Lehre

02.04.2001 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Mehr Personalmittel, vor allem für den akademischen Mittelbau - das fordern Mitglieder einer Kommission, die im Rahmen der "Lehrevaluation in der Universitätspartnerschaft Halle-Jena-Leipzig (LEU)" das Studienangebot der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der drei mitteldeutschen Hochschulen begutachtet hat.

Jena (02.04.01) Im Rahmen einer Konferenz an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, auf der heute Vertreter der Fakultäten und der Hochschulleitungen der drei Universitäten mit den Mitgliedern der Gutachterkommission diskutierten, unterstrichen die Beteiligten, dass der Qualität der Lehre größere Beachtung geschenkt werden müsse.

"Wir wollen mit dem Evaluationsprogramm deutlich machen, dass die Universitäten nicht nur von der Forschung, sondern auch von der Lehre leben", sagte Prof. Dr. Monika Krüger, Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität Leipzig und Sprecherin des Universitätsverbundes. Das Studium müsse die Studenten zum lebenslangen Lernen befähigen und darauf vorbereiten, die brennenden Fragen der Zeit zu beantworten, so Krüger in einem Pressegespräch am Rand der Konferenz.

Dazu bräuchten die Fakultäten eine besser Ausstattung mit wissenschaftlichen Mitarbeitern, die wesentlich zur Lehre beitragen, forderten Mitglieder der Evaluierungskommission, die sich aus Hochschullehrern und Studenten verschiedener ost- und westdeutscher Universitäten zusammensetzte. "Eine große Belastung für die Fakultäten hier in Ostdeutschland ist zum Beispiel, dass sie wissenschaftliche Mitarbeitern nur nach Bundesangestelltentarif Ost bezahlen können", gab Prof. Dr. Werner Engelhardt aus Bochum zu bedenken, "damit ist es fast unmöglich, sehr gute Leute zu gewinnen." Um die Folgen des Personalmangels zu beschreiben, nannte der Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena, Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder, Zahlen aus dem Lehralltag: In den Vorlesungen säßen oft bis zu 700 Studenten und vom angestrebten Verhältnis von einem Tutor für 15 Studenten sei man weit entfernt: "Bei uns sind es leider oft 100 bis 140 Studenten, die von einem Tutor betreut werden".

Das Evaluationsverfahren vollzog sich in drei Schritten: Zunächst erstellten die zu begutachtenden Fächer einen Bericht über die Situation in Lehre und Studium. In einem zweiten Schritt hielt sich die Gutachtergruppe aus Experten und Studierenden jeweils ca eineinhalb Tage an den Einrichtungen auf und führte Gespräche mit Hochschullehrern, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten. Ihre Ergebnisse haben die Experten in einem Gutachten zusammengefasst. Der letzte Schritt sieht nun an den einzelnen Universitäten sogenannte Zielvereinbarungen zwischen Hochschulleitung und Vertretern des Faches mit dem Ziel der Verbesserung der Studiensituation vor.

Als möglichen Gegenstand einer solchen Vereinbarung an der Universität Jena nannte Prof. Dr. Reinhard Haupt, Prorektor der Friedrich-Schiller-Universität die Entwicklung eines Bachelor/ Masters-Studienganges an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. "Die Universitätsleitungen werden ihrerseits nicht umhin kommen, den evaluierten Fachbereichen jetzt konkrete Angebote zu machen. Sonst läuft die Evaluation ins Leere", ergänzte seine Leipziger Kollegin Monika Krüger.

Die externen Gutachter gaben den drei mitteldeutschen Unis noch einen weiteren Ratschlag: Mehr eigenes Profil zu entwickeln. "Wir müssen wegkommen von der Situation, dass die Hochschulen austauschbar sind", regte der Bochumer Engelhardt an. "Was wir brauchen, sind Universitäten, die ganz klar ihre besonderen Stärken herausstreichen und damit Studienanfängern Entscheidungshilfen geben".

Im Mai 1998 beschlossen die drei Universitäten Halle, Jena und Leipzig, ihren bereits bestehenden Hochschul-Verbund auszubauen und ein gemeinsames Verfahren der externen Begutachtung ihrer Studienfächer einzuführen. Diese "Lehrevaluation in der Universitätspartnerschaft Halle-Jena-Leipzig (LEU)" ist einer von nur drei derartigen Verbünden in der Bundesrepublik.

Nach den Sportwissenschaften sind die Wirtschaftswissenschaften das zweite Studienfach gewesen, das der Evalution unterzogen wurde. Es sollen nun die Geowissenschaften und die Psychologie folgen.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reinhard Haupt, Prorektor der Friedrich-Schiller-Universität
Tel.: 03641/ 9 31020

Susanne Liedtke
Friedrich Schiller Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel: 03641/ 93 10 40
Fax: 03641/ 93 10 42
E-mail: Susanne.Liedtke@uni-jena.de
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