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Helmut Engler 75 Jahre

05.04.2001 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Am 14. April 2001 vollendet Helmut Engler, ordentlicher Professor für Bürgerliches Recht und Zivilprozeßrecht an der Universität Freiburg, von 1973 bis 1977 deren Rektor und von 1978 bis 1991 Minister für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg, sein 75. Lebensjahr.

Helmut Engler begann seine berufliche Laufbahn 1953 als Gerichtsassessor und Landgerichtsrat in Freiburg, war 1959 bis 1963 persönlicher Referent des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts und 1963 bis 1968 Oberlandesgerichtsrat in Freiburg. Zum 1. August 1968 wurde er auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht an der hiesigen Rechtswissenschaftlichen Fakultät berufen. 1973 wurde er für vier Jahre zum Rektor der Freiburger Universität gewählt, von 1975 bis 1977 war er zugleich Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz. Von 1977 bis 1978 folgte die Tätigkeit als Ministerialdirektor und damit Amtschef im Justizministerium Baden-Württemberg. Danach war Helmut Engler 13 Jahre lang Minister für Wissenschaft und Kunst in Baden-Württemberg. Seit 1991 ist er, über die 1993 erfolgte Emeritierung hinaus, wieder als Professor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät tätig.

Helmut Engler hat sich um die Freiburger Universität und um das Land Baden-Württemberg bleibende Verdienste erworben. Das Ziel seines politischen Handelns war von liberalem Denken, persönlicher Souveränität und Behutsamkeit im menschlichen Umgang geprägt. So konnte er in seiner Amtszeit als Rektor viel zur Befriedung der Universität nach den Umbrüchen der 68er-Jahre tun. In seiner kurzen Amtszeit als Ministerialdirektor des Justizministeriums gelang es ihm, die politischen Wogen nach den Selbstmorden in Stuttgart-Stammheim zu glätten. Als Minister für Wissenschaft und Kunst hat er unspektakulär aber effektiv für den Ausbau der Universitäten und den Aufbau der Fachhochschulen und Berufsakademien gewirkt. In die 13 Jahre seiner Kunstpolitik fielen die Staufer-Ausstellung im Jahr 1978, das Programm "Neue Kunst-Aktivitäten", die Ausstellung "Barock in Baden-Württemberg", die Eröffnung der neuen Staatsgalerie Stuttgart, die "Theaterwoche der Kleinbühnen" und die "100 Tage des Badischen Staatstheaters Karlsruhe". Die Literaturförderung wurde in seiner Amtszeit zu einem Schwerpunkt der Kunstpolitik in Baden-Württemberg - nicht verwunderlich bei einer Persönlichkeit, die belesen ist wie kaum eine andere.

Das wissenschaftliche Interesse von Helmut Engler ist ungebrochen. Nach wie vor gestaltet er als Kommentator und Redaktor im "Staudinger", dem führenden Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, das deutsche Familienrecht mit. Niemand versteht es so wie er, historische Grundlagen und moderne Entwicklungslinien zu einem einheitlichen dogmatischen Konzept zusammenzufügen.

Manfred Löwisch
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