Weltreligionen im 21. Jahrhundert: Judentum06.04.2001 - (idw) Universität Erfurt
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin Gast der Ringvorlesung an der Universität Erfurt
Nach der ersten Ringvorlesung des Sommersemesters mit Bischof Wanke, der den Katholizismus vorgestellt hat, ist das Judentum Thema der Ringvorlesung "Weltreligionen im 21. Jahrhundert" am kommenden Dienstag, dem 10. April um 18.00 Uhr in der Erfurter Michaeliskirche (Universitätskirche). "Auch hierfür hat die Universität mit Dr. Andreas Nachama einen höchst authentischen Sprecher gefunden", so Präsident Wolfgang Bergsdorf in seiner Ankündigung. Dr. Nachama ist gerade frisch wiedergewählter Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, mit 12.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde in Deutschland. 1997 wurde er erstmals in dieses Amt als Nachfolger von Heinz Galinski gewählt. Er ist der erste Vorsitzende der Nachkriegsgeneration. 1951 als Sohn des berühmten Kantors Estrongo Nachama in Berlin geboren, wuchs er in Wilmersdorf auf, studierte Geschichte und Judaistik in Berlin, promovierte an der Freien Universität. Er hat sich in Berlin als Kulturmanager einen guten Namen gemacht. Seinen kulturpolitischen Einstand gab er 1980 mit einer großen Preußen-Ausstellung; weit über Berlin hinaus bekannt wurde er mit der Ausstellung "Jüdische Lebenswelten", die weder eine reine Judaica-Schau war noch sich ausschließlich mit dem Thema Holocaust auseinandersetzte. Sein Anliegen war und ist es, die Pluralität des Judentums zu zeigen und zu repräsentieren. 1994 wurde er zum Geschäftsführenden Direktor der Stiftung Topographie des Terrors bestellt. In der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste arbeitet er gemeinsam mit Universitätspräsident Wolfgang Bergsdorf als Mitglied der Theologischen Klasse.
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