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NRW-Lehrertag der ICDE Weltkonferenz: Wie werden Lehrer fit für's Netz?

06.04.2001 - (idw) FernUniversität in Hagen

Ein besonderer Höhepunkt der 20. ICDE Weltkonferenz für Fernlehre und Fernstudium in Düsseldorf war der NRW-Lehrertag. Schulen haben eine zentrale Funktion für die Ausbildung persönlicher Kompetenzen, die über Fachwissen weit hinausgehen. Doch haben die Lehrerinnen und Lehrer dafür das notwendige Rüstzeug? Mit den heute noch üblichen Unterrichtsmethoden, insbesondere "Frontalunterricht", ist eine adäquate Vorbereitung auf problembezogenes, aktives und flexibles Lernen - wie es später von den Berufstätigen verlangt wird - nicht möglich. Sie müssen zukünftig immer mehr zielgenau und "just in time" Wissen erwerben. Mit dem World Wide Web und den Informations- und Kommunikationstechnologien stehen bereits die dafür notwendigen Quellen und Werkzeuge zur Verfügung. Das wissenschaftliche Programm der Weltkonferenz in Düsseldorf mit insgesamt rund 1.300 Expertinnen und Experten wurde von der FernUniversität Hagen verantwortet.

Bereits zu Beginn des NRW-Lehrertages hatte Guus Wijngaards, Deputy Director des European Schoolnet, gefragt: Wird das e-Learning das Ende von Schulgebäuden und Lehrern sein? Schließlich ist die virtuelle Schule schon keine Phantasie mehr! Wijngaards gab auch selbst die Antwort: Es wird sie weiter geben, doch finden gravierende Änderungen statt, so wie sich die gesamte Gesellschaft auf Umwälzungen einstellen muss. Kinder finden z. B. immer mehr Informationen außerhalb ihrer Familien und "unterrichten" ihre Eltern. Genauso wird sich auch das Verhältnis von Schülern und Lehrern ändern. Zukünftiges Lernen wird partnerschaftlicher, teamorientierter sein und durch Erleben, Erfahren und Ausprobieren gekennzeichnet sein. Neben den Informationen des Lehrenden wird es immer mehr "konkurrierendes und ergänzendes" Wissen aus dem Internet geben.

Darauf müssen sich die Betroffenen, also auch Lehrende, Schulen und Hochschulen, einstellen. Keine einfache Angelegenheit: "Der Versuch, eine Universität zu ändern, ist wie einen Friedhof zu verlegen!" schilderte Prof. James C. Taylor, Vizepräsident der University of Southern Queensland, Australien. Seine Universität hat dies erfolgreich auf der Basis eines strukturierten Vorgehens in Angriff genommen, wie die Kurzpräsentation ihrer Online-Aktivitäten beeindruckend unter Beweis stellte. Ihr Erfolgsrezept: Geben, was die Leute wollen, wo sie es wollen und wann sie es wollen - kurz: www.Ganz wichtig ist nach den Worten des weltweit anerkannten Experten, dass jede Organisation das Internet widerspiegeln und ein kollektives Web-Bewusstsein entwickeln muss.

"Live"-Schaltung zur Lehrerfortbildung

"Live" führte IPTS vor. Wie Lehrerfortbildung im Netz funktioniert. Die schleswig-holsteinische Weiterbildungseinrichtung hat ein Konzept realisiert, mit dem bereits 150 Seminare durchgeführt wurden. Hartmut Karrasch führte die Zuhörerinnen und Zuhörer während des ICDE-Kongresses mit Standardtechnik in ein gerade stattfindendes Internet-Audioseminar, an dem sich sechs Lehrer in verschiedenen Städten Deutschland und sogar der Schweiz beteiligten. Deutlich wurde, wie Multimedia und IuK-Technologien das Zusammentreffen vieler an einem zentralen Ort substituiert, die Kommunikation über weite Entfernungen verbessert, das Lernen nachhaltiger und so lebenslanges Lernen leichter macht, oft sogar erst ermöglicht. Wichtig dabei ist, dass die Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer bereits in der eigenen Lernsituation die Kompetenz für den Umgang mit Neuen Medien und IuK-Technologien erwerben (um sie an Schüler weitergeben zu können). Deutlich wurde aber auch, dass der Moderator dabei auch ganz neue Aufgaben übernehmen muss. Weitere Informationen finden sich unter http://WWW.L3N.de. L3 steht für lebenslanges Lernen.

Medienkompetenz durch FernUni-Studium

Eine gewisse Medienkompetenz vorausgesetzt wird bei FESTUM, dem Fernstudium Medien, das der FernUni-Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Horst Dichanz vorstellte. Ziel dieses Kooperationsprojektes der e-nitiative des NRW-Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung und der Universitäten Hagen und Paderborn ist es, Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich im Bereich der Medien zu qualifizieren. Diese erstmals in Deutschland durchgeführte Maßnahme in Fernstudienform, die nach vier Semestern mit einer staatlichen Prüfung abschließen soll, startete am 1. April mit 338 Teilnehmenden. Lehrerinnen und Lehrer, Referendarinnen und Referendare sowie Studierende sollen Neue Medien in Verbindung mit innovativen Lehrformen einsetzen können. Weitere Informationen: http://WWW.FernUni-Hagen.de/festum/.

Auch kulturelle Umbrüche in Unternehmen

Doch auch Unternehmen müssen sich umstellen. Dies belegte Wolfgang Rautenberg, bei der Deutschen Bank für die Personalentwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zuständig, in seinem Vortrag "Die Zukunft des Lernens für die Zukunft." Der Wandel in Unternehmen werde von riesigen kulturellen Umbrüchen und von immer stärkerem Lernen begleitet. Für den Erfolg des Unternehmens seien in allererster Linie die 98.000 Mitarbeiter - davon die Hälfte im Ausland - und ihr Können verantwortlich. Sie müssten Geduld, Kreativität und Verständnis für die Dynamik der Wissensveränderung haben. Und sie müssen sich in neuen Strukturen zurecht finden, etwa in international zusammengesetzten Entscheidungsgruppen, die sich monatelang virtuell treffen. Daher ist nicht nur das Englische plötzlich enorm wichtig geworden, sondern auch der Umgang von Menschen verschiedenster Nationalitäten miteinander.

Die Hektik des Finanzgeschäfts bringt es jedoch mit sich, dass etwa Weiterbildung oft innerhalb von Stunden stattfinden muss. Da hilft nur das Internet, für das man Medienkompetenz benötigt.

Große Konzerne wie die Deutsche Bank können sich maßgeschneiderte eigene Bildungseinrichtungen bis hin zu Corporate Universities leisten. Jeder Interessent findet eine Fülle von wissenschaftlichen Qualifizierungsmöglichkeiten bei der FernUniversität unter http://WWW.FernUni-Hagen.de.

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