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Chemie-Nobelpreisträger Kurt Alder - Ausstellung in Köln

07.10.2002 - (idw) Universität zu Köln

154 /2002 (Spanische_Fliegen)

Kurt Alder: Forscher und Nobelpreisträger
Ausstellung an der Universität zu Köln

Die Universität zu Köln lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung "Von Spanischen Fliegen, Verbandsexamen und Dien-Synthesen - Kurt Alder (1902-1958): Forscher und Nobelpreisträger, Hochschullehrer und Direktor des Chemischen Instituts"

am Montag, dem 14. Oktober 2002, um 18.00 Uhr
in der Galerie der Universität (Hauptgebäude)
Albertus-Magnus-Platz, 50931 Köln-Lindenthal

Nach der Begrüßung der Gäste durch Rektor Professor Dr. Tassilo Küpper wird Professorin Dr. Margit Szöllösi-Janze aus dem Historischen Seminar einen Eröffnungsvortrag zum Thema "Universität und Wissenschaft im Dritten Reich - eine Problemskizze" halten.

Anlaß für die Ausstellung, die durch das Universitätsarchiv konzipiert wurde, ist der Geburtstag Kurt Alders, der sich in diesem Jahr am 10. Juli zum hundertsten Mal jährte. Die Ausstellung ist wird vom 14. bis zum 31. Oktober 2002 zu sehen sein.

Kurt Alder, der spätere Kölner Lehrstuhlinhaber und Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 1950, wurde am 10. Juli 1902 im oberschlesischen Königshütte (heute Chorzów) geboren. Er studierte von 1922 bis 1927 in Berlin und Kiel Chemie und promovierte bei Otto Diels. Schon seine Doktorarbeit führte ihn auf das Gebiet, das seine wissenschaftliche Tätigkeit maßgeblich prägte: die Erforschung der Dien-Synthese. Bei dieser Reaktionsform verbindet sich - teilweise bei Raumtemperatur - ein Stoff, der eine Vierer-Kohlenstoffkette mit zwei Doppelbindungen enthält (Dien) mit einem "Dienophil", das zwei durch Doppelbindung verknüpfte Kohlenstoffatome enthalten muß, zu einem Sechser-Kohlenstoffring. Die Bedeutung dieser Reaktion erweist sich bis heute in der Herstellung von Kunststoffen oder Pestiziden, aber auch in der Erdöl-Chemie.

Da Kurt Alder aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Zeit in Kiel auf Dauer keine Stellung erhalten konnte, wechselte er 1936 als Abteilungsvorstand an das wissenschaftliche Hauptlabor der I.G. Farben in Leverkusen (heute Bayer AG); hier knüpfte er sehr bald auch Kontakte zur Kölner Universität, die ihn 1940 zum Nachfolger von August Darapsky berief.

Im Jahre 1950 erkannte das Nobel-Komitee in Stockholm ihm zusammen mit seinem Lehrer Otto Diels für diese Arbeiten den Preis für Chemie zu. In den Folgejahren erfuhr Alder zahlreiche Ehrungen, so neben zwei Ehrendoktorwürden auch die Aufnahme in mehrere wissenschaftliche Akademien. Schon länger herzkrank, starb Kurt Alder überraschend am 20. Juni 1958. Seine Witwe stiftete 1991 testamentarisch aus dem Preisgeld einen nach ihrem Mann benannten Preis, der alljährlich an Studierende der Universität zu Köln für Arbeiten aus dem Bereich der Organischen Chemie verliehen wird.

Das 1968 - knapp 50 Jahre nach Wiederbegründung der Kölner Universität - eingerichtete Universitätsarchiv als "historisches Gedächtnis" der Hochschule würdigt Alder durch diese Ausstellung, die die wichtigsten Aspekte der Persönlichkeit des Kölner Nobelpreisträgers darstellt: den passionierten Forscher und Nobelpreisträger neben dem Hochschullehrer und Direktor des Chemischen Instituts. Dabei können neben Fotos und einschlägigen Akten und den seit 1961 in den Besitz der Universität gelangten Auszeichnungen Alders auch weitere, erst in diesem Sommer in das Archiv gelangte Stücke aus seinem wissenschaftlichem Nachlaß der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Verantwortlich: Eva Faresin

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Andreas Freitäger unter der Telefonnummer 0221/470-3342, der Fax-Nummer 0221/470-6491 und unter der Email-Adresse uak@ub.uni-koeln.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/.
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