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cebis - Know how und Wissenstransfer für die Proteinforschung

11.04.2001 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Infrarotspektroskopie zur Proteinuntersuchung als Dienstleistung für Industrie und Forschung

FRANKFURT. cebis - das Centrum für Bioanalytische Infrarotspektroskopie unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Werner Mäntele bietet unter dem Dach der INNOVECTIS GmbH Know how aus dem Bereich der Infrarotspektroskopie zur Proteinuntersuchung für Anwender aus Industrie und Forschung. Das Leistungs- spektrum von cebis umfasst Auftragsanalytik und Auftrags forschung so wie die Erstellung von Machbarkeitsstudien. Darüber hinaus werden Schulungen, Fortbildungen und Beratungen für Anwender in der Industrie durchgeführt. cebis wird aber auch spezielle, für innovative infrarotspek- troskopische Meßmethoden entwickelte Produkte Nutzern aus Industrie und Forschungsinstituten zugänglich machen.

Proteine, ihre Strukturen und ihre funktionellen Eigen- schaften stehen im Mittelpunkt zahlreicher aktueller biologischer und biochemischer Studien, etwa zur Entwick lung neuer, wirksamerer Arzneimittel. Bislang spielt jedoch nur ein verschwindender Bruchteil davon in der (pharma- zeutischen) Industrie eine Rolle, beispielsweise als Ziel oder 'Wirkort' für Medikamente.

Die Zahl der 'interessanten' Proteine hat sich jedoch mit der Kenntnis des menschlichen Genoms drastisch erhöht. Allein einige 10.000 Proteine - auf 60.000 und mehr belaufen sich die aktuellen Schätzungen - sind im menschlichen Genom kartiert. Klassische strukturgebenden Techniken wie die Kristallographie oder die aufwändige Kernresonanzspek- troskopie liefern hochaufgelöste Strukturdaten. Doch zuneh- mend sind Methoden gefragt, die eine schnelle und detail- lierte Charakterisierung der Proteinstruktur ermöglichen - wie etwa die Infrarotspektroskopie.

Sie ist aus mehreren Gründen besonders gut geeignet. Der Informationsgehalt des Infrarotspektrums eines Proteins ist sehr hoch. So lassen sich Angaben über die Sekundär- struktur einfach und schnell ermitteln. Sie wiederum ermöglicht die Untersuchung von Faltung, Strukturver- änderungen und Stabilität von Proteinen. Die Frage, warum Proteine manchmal nicht in ihre korrekte dreidimensionale Struktur gefaltet sind - wie im Fall von Alzheimer oder BSE, kann ebenfalls auf diese Weise untersucht werden. Überdies kann die Bindung kleiner Moleküle, etwa potentieller Wirk- stoffe, an Proteine mit infrarotspektroskopischen Methoden ermittelt und der Mechanismus dieser Bindung genau charakterisiert werden. Die Suche nach neuen, maßge- schneiderten Medikamenten wird dadurch erleichtert. Schließlich ermöglicht Infrarotspektroskopie, Strukturin- formationen auch mit hoher Zeitauflösung zu gewinnen, weil Reaktionen in 'Echtzeit' verfolgt werden können.

cebis ist eine Ausgründung aus dem Institut für Biophysik der Goethe-Universität. Hier nimmt ein Team um Prof. Dr. Werner Mäntele eine langjährige internationale Spitzen- stellung auf dem Gebiet der Infrarotbioanalytik ein und ist durch zahlreiche innovative Entwicklungen ausgewiesen. INNOVECTIS, Gesellschaft für innovative Technologien und FuE-Dienstleistungen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Goethe-Universität zur Erbringung von Technologiedienstleistungen. INNOVECTIS startete mit der Gründung von cebis erfolgreich in das zweite Geschäfts- jahr. Darüber hinaus ist sie beauftragt, für zunächst 12 Monate Erfindungen aus den Instituten als Patente anzu- melden und zu verwerten. Zudem betreut INNOVECTIS in Projektmanagementfunktion die verschlüsselte und authentisierte Erhebung des Forschungsberichtes 2001. An diesem Projekt wirken unter anderen die Firmen Entrust Technologies, Siemens und mit der Firma des Informatikers Michael Steppe ein Spin-off-Unternehmen der Universität mit. Überdies handelt die INNOVECTIS GmbH im Namen und Interesse der Universität mit der Technologiestiftung Hessen Verträge über den Aufbau eines Technologie- und Kompetenzmarktes des Technologietransfer-Netzwerks Hessen aus.

Kontakt: Prof. Dr. Werner Mäntele, Institut für Biophysik; Tel.: 069/6301 5835; E-Mail: maentele@biophysik.uni-frankfurt.de; Dr. Otmar Schöller, Leitung Wissenstransfer; Geschäftsführer Innovectis, Telefon: 23848; E-Mail: wtffm@witrans.uni-frankfurt.de

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