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Gemeinsames Fachgespräch von BfN und DFV zum Naturschutz im Wald

12.04.2001 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Forstwirtschaft und Naturschutz wird beim Waldgipfel fortgeführt

Bonn/Göttingen 12.April 2001: Gemeinsam mit dem Deutschen Forstverein (DFV) führte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) an seinem Hauptsitz in Bonn ein Fachgespräch zum Thema "Naturschutz im Wald" mit Forst- und Naturschutzexperten aus der gesamten Bundesrepublik durch. Übereinstimmung bestand darin, dass die Forstwirtschaft kein Selbstzweck, sondern eine notwendige und sinnvolle Nutzung der Wälder sei, die den nachwachsenden Rohstoff Holz lieferten. Die Holznutzung gewinne im Hinblick auf die wachsende CO2-Problematik und den Schutz der biologischen Vielfalt eine immer stärkere Bedeutung für die Gesellschaft. Die Vertreter der Forstwirtschaft konnten mit vielen positiven Beispielen belegen, wie umfassend der Naturschutzgedanke heute in der multifunktionalen Forstwirtschaft umgesetzt werden kann.

Einig waren sich BfN und DFV darin, dass die forstliche Nutzung so naturverträglich, wie möglich zu gestalten ist. Das heißt, es gilt das Prinzip des kleinstmöglichen Eingriffs. Der naturnahe Waldbau arbeitet bereits seit Jahren nach diesem Prinzip, um so vielfältige Natur-schutzziele im Wald umzusetzen. Dabei können naturnah bewirtschaftete Wälder z.B. im Hinblick auf die Artenvielfalt Naturwaldreservaten sehr ähnlich sein. Die Naturschutzexperten betonten jedoch, dass der Altersaspekt der Wälder auch bei naturnaher Wirtschaft unterreprä-sentiert sei, da die Bäume in der Regel nicht ihr natürliches Lebensalter erreichten. Zudem werde, nach Ansicht der Naturschützer, der dynamische Aspekt von Waldökosystemen in der Forstwirtschaft noch zu wenig berücksichtigt. Es gelte, auch durch die Bewirtschaftung, mehr Waldentwicklungen zuzulassen und nicht statische Zustände zu erhalten. Darüber hinaus sei es wichtig, großflächige Schutzgebiete auszuweisen, in denen eine natürliche Waldentwicklung ermöglicht werde. Die aktuell von allen Landesforstverwaltungen unter Schutz gestellten Gebiete reichten hierzu nicht aus.

Nach Einschätzung des BfN wird die Zahl geschützter Waldflächen mit der Umsetzung der FFH-Richtlinie deutlich ansteigen. Momentan reichen die nach Brüssel gemeldeten Gebiete, jedoch nach Ansicht des BfN bei weitem noch nicht aus. Die Forstwirtschaft hofft, dass die Forsteinrichtung (Forstbetriebsplan) in diesem Zusammenhang als Managementplan zugelas-sen wird, da ansonsten für forstliche Eingriffe in den FFH-Gebieten Verträglichkeitsprüfungen durchzuführen wären. Aus einigen Bundesländern, z.B. Nordrhein-Westfalen, war zu hören, dass dort diese Anerkennung von der Landesregierung bereits beschlossen wurde. Der DFV wünscht sich eine Nachahmung in allen übrigen Bundesländern.

Der Präsident des BfN, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, sagte zum Abschluss der Veranstaltung: "Ich wäre froh, wenn wir als Naturschützer bei der Landwirtschaft schon so nah beieinander wären, wie wir es in der Forstwirtschaft sind". Dazu ergänzte der DFV-Präsident, Dr. Wolfgang Dertz, dass der wichtige Dialog zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz nun angestossen sei und jetzt auch konsequent fortgeführt werden müsse. Dies soll unter anderem schon im Rah-men der diesjährigen Forstvereinstagung im September in Dresden und des Waldgipfels der Deutschen Forstwirtschaft im Oktober in Bonn geschehen.
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