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Live auf der Hannover Messe: weltweit erster integrierter Optokoppler auf Siliziumbasis

18.04.2001 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Dresden, 18. April 2001. Thoralf Gebel, Lars Rebohle und Wolfgang Skorupa vom Forschungszentrum Rossendorf stellen auf der Hannover Messe ein Exponat aus der Nanotechnologie zur Schau: den weltweit ersten integrierten Optokoppler auf Siliziumbasis. Zum ersten Mal lässt sich damit einfach und kostengünstig die optische Datenübertragung auf engstem Raum, also innerhalb eines oder zwischen benachbarten Chips, verwirklichen; aber auch eine einfache Analyse biochemischer Substanzen ist denkbar.
Schon seit vielen Jahren versuchen Wissenschaftler dem Silizium, dem Stoff also, aus dem die Mikroelektronik ist, Licht zu entlocken. Doch das galt lange Zeit als undenkbar, denn die so genannten Energiebänder, die dabei ins Spiel kommen, liegen einfach zu ungünstig. Doch mit Hilfe der Nanotechnologie lässt sich dieses Problem zurecht rücken, und dank einer guten Idee einiger Wissenschaftler aus dem Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung um Wolfgang Skorupa, leuchtet der Halbleiter inzwischen besonders energiereich in blau.
Diesen Umstand nutzen die Forscher in ihrem integrierten Optokoppler, einem Bauelement, das sowohl Licht aussendet als auch welches empfangen kann. Er lässt sich in den üblichen Herstellungsschritten für die Chipproduktion aufbauen und daher leicht und kostengünstig direkt in einen Chip integrieren. Dort kann er zur optischen Datenübertragung genutzt werden. Dadurch könnten Chips noch einmal deutlich kleiner werden, denn die herkömmlichen elektrischen Anschlüsse wirken wie kleine Antennen. Wenn sie sie zu dicht sitzen, beeinflussen sich also gegenseitig. Aber auch andere Anwendungen, zum Beispiel in der Gentechnik oder Biotechnologie sind in Arbeit; so könnte mit dem Optokoppler ein Analytiklabor in Chipgröße verwirklicht werden.

Info:
Das Forschungszentrum Rossendorf (FZR) ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried-Wilhelm-Leibniz e.V. (WGL). Der WGL gehören 78 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen an, von denen neben dem FZR noch drei weitere in Dresden ansässig sind. Die Institute der Leibniz Gemeinschaft arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär; sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.

Kontakt:
Dr. Silke Ottow
Telefon (0351) 260-2450
Telefax (0351) 260-2700
s.ottow@fz-rossendorf.de
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