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Nach dem Zerfall der Sowjetunion: Rückbesinnung auf eigene kulturelle Identität

07.10.2002 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Die gesellschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Veränderungen im nordeurasischen Raum nach dem Zerfall der Sowjetunion stehen im Mittelpunkt eines Symposiums, das vom 13. bis 15. Oktober 2002 an der Universität Göttingen stattfindet. Zu der Veranstaltung mit dem Titel "Die ural-altaischen Völker - Wandlungsprozesse zwischen Tradition und Moderne" lädt die Societas Uralo-Altaica e.V. in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Turkologie und Zentralasienkunde der Georgia Augusta ein. Wissenschaftler aus Finnland, Italien, Polen, Russland, Schweden, der Türkei, Ungarn und Deutschland werden über Kulturgeschichte, Religion, Sprachentwicklung und interethnische Beziehungen referieren.

Pressemitteilung
Göttingen, 7. Oktober 2002 / Nr. 266/2002

Nach dem Zerfall der Sowjetunion: Rückbesinnung auf eigene kulturelle Identität
Symposium: Die ural-altaischen Völker - Wandlungsprozesse zwischen Tradition und Moderne

(pug) Die gesellschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Veränderungen im nordeurasischen Raum nach dem Zerfall der Sowjetunion stehen im Mittelpunkt eines Symposiums, das vom 13. bis 15. Oktober 2002 an der Universität Göttingen stattfindet. Zu der Veranstaltung mit dem Titel "Die ural-altaischen Völker - Wandlungsprozesse zwischen Tradition und Moderne" lädt die Societas Uralo-Altaica e.V. in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Turkologie und Zentralasienkunde der Georgia Augusta ein. Wissenschaftler aus Finnland, Italien, Polen, Russland, Schweden, der Türkei, Ungarn und Deutschland werden über Kulturgeschichte, Religion, Sprachentwicklung und interethnische Beziehungen referieren. Prof. Dr. Klaus Röhrborn vom Göttinger Seminar: "In den Gebieten, die zuvor in der sowjetischen Einflusssphäre lediglich formale Autonomie genossen hatten, wurde nach der politischen Wende der Ruf laut nach nationaler Wiedergeburt, und es erfolgte eine Rückbesinnung auf längst verloren geglaubte, eigenständige kulturelle Traditionen. Das Streben nach nationaler Unabhängigkeit und die Suche nach der eigenen Identität mündete in die Entstehung von 15 Nationalstaaten, aber auch in über 180 ethnische Konflikte."

Nach den Worten von Prof. Röhrborn sind bei dem Rückgriff auf "historische Muster" jahrhundertealte Bindungen und Verwandtschaften der Kulturen Osteuropas und Zentralasiens wiederentdeckt und "mit neuen Akzenten" versehen worden. Der Göttinger Wissenschaftler: "Unter Anknüpfung an ältere Reichs- und Staatstraditionen erfahren historische Persönlichkeiten wie Tschinggis Chan und Timur als Gründer von mittelalterlichen Großreichen heute beinahe gottgleiche Verehrung. Eigene Schrifttraditionen werden wiederentdeckt und wiederbelebt, und einstmals staatlich unterdrückte Glaubensgemeinschaften erleben eine Renaissance, die sich nicht nur auf Christentum, Islam und Buddhismus erstreckt." Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesen Veränderungsprozessen und ihren Konsequenzen für Gesellschaft und Politik will das Symposium auch, so Prof. Röhrborn, die Zusammenarbeit zwischen west- und osteuropäischen Forschern intensivieren. Die Eröffnung der Veranstaltung erinnert zugleich an das 50-jährige Bestehen der Societas Uralo-Altaica. Das Symposium wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Klaus Röhrborn
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät
Seminar für Turkologie und Zentralasiekunde
Waldweg 26, 37073 Göttingen
Tel. (0551) 39-2171, Fax (0551) 39-4561
e-mail: turko.goe@gwdg.de
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