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Bislang undenkbar: das Wagnis der Zweisamkeit Vereinen sich Greifswald und FH Stralsund zu Reformuni

25.04.2001 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Am Anfang war ein "Letter of Intent". Ihn unterschrieben heute früh die Rektoren der Fachhochschule Stralsund und der Universität Greifswald, Profs Ulrich Schempp, ein Wirtschaftsexperte, und Hans-Robert Metelmann, ein Operateur. Durch ihre Unterschriften verpflichten sie sich, die von ihnen geleiteten akademischen Gremien zum Nachdenken anzuregen und -zuhalten, ob es sinnvoll sei, sein könne oder müsse, die Universität Greifswald und die Fachhochschule Stralsund miteinander zu verbinden.

Die beiden Rektoren wollen die bedauerlichen Haushaltsnotlagen offensiv nutzen, um über strategische Fragen von Forschung und Lehre zu sprechen. Sie starten damit eine bildungspolitische Grundsatzdebatte in unseren Hochschulen - zu Inhalt, Struktur, Differenzierung, Methodik und Organisation der Studiengänge. Hans-Robert Metelmann: "Am Ende einer sicherlich langen Diskussion möchten wir auf die Entscheidung der Hochschulen zusteuern, ob die formulierten wissenschaftlichen Aufgaben besser in einer gemeinsamen Reformuniversität Greifswald-Stralsund erfüllt werden können."

Einen "Quantensprung" nennt Ulrich Schempp, was Stralsund und Greifswald vorhaben. Auch wenn der Weg von einer Ebene in die nächste klein erscheinen mag - ohne Energie geht es nicht. Dazu paßt, daß alle Landesregierungen seit 1990 "ihre" Hochschulen zu Recht als Landes-Entwicklungsmotor bezeichneten. Fachhochschulen wurden bislang besonders gefördert und haben ihre Bauentwicklung z. B. in Stralsund nahezu abschließen können - im Gegensatz zum Durchbruch der Universitäten als "Leistungszentren der Wissenschaft". Die Landesgesetze geben allen sechs Hochschulen wenig Strategiespielraum.

Statt sich gewaltig rückschneiden zu lassen ("wählen Sie zwischen partieller Schließung, Verhungern durch Haushaltsdeckelung, Rückbau zu einer billigen Akademie"), reizt die Jugend in Stralsund (10 Jahre) und das Alter in Greifswald (544) der Gedanke an Neuorientierung, an expansives Arbeiten an einem Universitätskonzept, um das wissenschaftliche und technische Potential zusammenzuführen - wenn dadurch höhere Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit folgen.

Am positiven Ende hätten Greifswald&Stralsund mehr und stärkere Fächer (Verzahnung statt Verschmelzung oder Verwässerung). Ihre Schwerpunkte könnten sich ergänzen, Reform- und zunehmend durchlässige und gestufte Ausbildungsstudiengänge würden gefördert.

Eine wesentlich stärkere gemeinsame Universität wird Vorpommern, die Hansestädte Greifswald und Stralsund als Oberzentrum stärken.

Bevor es soweit ist, wird viel diskutiert werden müssen. "Deckel" müssen verschwinden, dafür Fördertöpfe sprudeln, Experimentierklauseln im Landeshochschulgesetz greifen, viele Gremien es ihren Rektoren in deren gutgelauntem Willen gleichtun. Jetzt beginnt ein zweisames Wagnis.
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