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Zu Ehren des Weltgebetstags

08.10.2002 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Zu Ehren des Weltgebetstags

Katholisch-Theologische Fakultät verleiht Ehrendoktorwürde an Pfarrerin Helga Hiller

Eine besondere Würde wird am 17.10.2002 an Helga Hiller, evangelische Pfarrerin in Kornwestheim, verliehen. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zeichnet Pfarrerin Helga Hiller mit der Ehrendoktorwürde aus. In der offiziellen Einladung heißt es: "Sie erhält diese Ehrung für ihre über 25-jährigen Verdienste um den Weltgebetstag der Frauen in Deutschland und im internationalen Bereich sowie für ihre theologisch-wissenschaftliche Reflexion dieser internationalen Bewegung christlicher Frauen. Mit Frau Helga Hiller ehrt die Fakultät zugleich diese weltweite, seit mehr als hundert Jahren bestehende ökumenische und diakonische Bewegung von Frauen, für die sich die Geehrte in unvergleichlicher Weise eingesetzt hat."

Die wissenschaftliche Reflexion leistete Helga Hiller, indem sie erstmals den Ursprüngen der Weltgebetstagsbewegung nachging und ihre Geschichte in einem mit vielen Originalquellen ausgestattetem Buch rekonstruierte. Dafür mussten viele Archive der verschiedensten Kirchen in den USA durchforstet werden, um die vergessenen und verstreuten Quellen zur Geschichte des Weltgebetstags der Frauen zu finden und deren Geschichte neu zu schreiben. Die Quellen hielten manche Überraschung darüber bereit, was Frauen an Weitsicht, ökumenischem Geist, Engagement für Frauen und soziale Gerechtigkeit und an Friedenswillen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts öffentlich vertraten und in die Tat umsetzten. Und so hält das Buch nicht nur die Geschichte des Weltgebetstags der Frauen fest, sondern bietet damit eine Geschichte der Ökumene, eine Geschichte christlicher Friedensbemühungen und eine Geschichte der "im Glauben verwurzelten Stärke" von Frauen.

Helga Hiller konnte das Buch schreiben, weil sie selbst fast 30 Jahre lang ehrenamtlich in der Weltgebetstagsbewegung mitgewirkt und alle Ebenen des Weltgebetstags kennengelernt und aktiv mitgestaltet hat. Im Deutschen Weltgebetstagskomitee, das von den Frauenorganisationen aller christlichen Konfessionen getragen wird, wurde sie von 1974 bis 2002 immer wieder in unterschiedlichen Funktionen in den Vorstand gewählt. Ihre Arbeit führte dazu, dass sie von 1982-1990 für zwei Amtsperioden als Vertreterin Europas in das Exekutivkomitee des Internationalen Weltgebetstagskomitees gewählt wurde.

So ist es zu verstehen, dass die Katholisch-Theologische Fakultät mit Helga Hiller und ihrer Geschichtsarbeit gleichzeitig und ausdrücklich auch den von Frauen aller Kirchen getragenen Weltgebetstag ehrt. Diese Bewegung lebt von dem ehrenamtlichen Engagement tausender Frauen weltweit, ohne die der Weltgebetstag nicht existierte. In über 170 Ländern sind Frauen unter dem Motto "Informiertes Beten - betendes Handeln" aktiv. Ihr Focus ist die Feier eines von Frauen verantworteten und gestalteten ökumenischen Gottesdienstes an jedem ersten Freitag im März. Die Liturgie für diesen Gottesdienst wird jedes Jahr von den Frauen eines anderen Landes verfasst. Die monatelange Vorbereitungsarbeit von der nationalen bis zur lokalen Ebene dient der theologischen Arbeit und der umfassenden Information über das Herkunftsland. Durch den Einsatz der Kollekte und durch aus dem Gottesdienst erwachsende solidarische Aktionen wird der Aspekt des Handelns konkretisiert.

Doch auch die praktische Hilfe für Frauen weltweit kann sich sehen lassen. Jahr für Jahr wuchs die Kollekte in Deutschland auf eine größere Summe an. Allein im Jahr 2000 konnten mit 2,6 Mio Euro 221 Projekte in 81 Ländern gefördert werden: z.B. Bildungs- und Gesundheitsprojekte, Einkommen schaffende Maßnahmen, Projekte gegen Gewalt gegen Frauen, und Projekte zur Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit. Über 3000 Frauenprojekte weltweit erhielten seit dem Beginn der Projektarbeit vor gut 30 Jahren Unterstützung durch das Deutsche Weltgebetstagskomitee.

Die Ehrenpromotion findet im Rahmen des Dies Universitatis der Universität Tübingen am Donnerstag, dem 17. Oktober 2002 um 18.15 Uhr im Hörsaal 25 des Kupferbaus, Hölderlinstr. 5, statt. Die Verleihung ist öffentlich.

Das Buch, für das Helga Hiller die Ehrendoktorwürde verliehen bekommt, heißt:

Hiller, Helga, Ökumene der Frauen. Anfänge und frühe Geschichte der Weltgebetstagsbewegung in den USA, weltweit und in Deutschland, Stein 1999 (Schriftenreihe zum Weltgebetstag 4), 10,- Euro ISBN 3-87309-273-9.

Informationen und Material zum Weltgebetstag der Frauen sind zu beziehen über:
Weltgebetstag der Frauen, Deutenbacherstr. 1, 90547 Stein, Tel. 0911/6806-301; Fax: -304;
Email: weltgebetstag@weltgebetstag.de; Homepage: http://www.weltgebetstag.de

Weitere Informationen unter: http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm579-1.html
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