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Deutsches Forum für Entwicklungsorientierte Forschung: Bonner Resolution 2002

08.10.2002 - (idw) Beratungsgruppe Entwicklungsorientierte Agrarforschung (BEAF) / Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ

Entwicklungsorientierte Forschung: Grundlage für die globale Überwindung von Hunger und für eine nachhaltige Entwicklung

Die gegenwärtigen Prognosen stimmen trotz vielfältiger Anstrengungen pessimistisch: Klimaveränderungen und Umweltzerstörung bedrohen die Zukunftssicherung für kommende Generationen ebenso wie immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen. Setzen sich diese Trends fort, wird der Hunger in der Welt kaum abnehmen.

Antworten und Lösungsvorschläge sind heute dringender denn je. Im vergangenen Jahr hat sich hierzu das Deutsche Forum für Entwicklungsorientierte Forschung (DFOR; www.dfor.de) gegründet, in dem neben akademischen Fachinstituten und wissenschaftlichen Gesellschaften auch Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Unternehmen sowie Bundesministerien vertreten sind.

Auf seinem ersten Jahrestreffen in Bonn am 26. und 27. September 2002 hat das DFOR einstimmig eine Bonner Resolution verabschiedet. Es geht den Mitgliedern des DFOR um verstärkte und verbesserte entwicklungsorientierte deutsche, aber auch europäische und internationale Forschung als Grundlage für die globale Überwindung von Hunger und für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Bonner Resolution 2002 im Wortlaut:

Entwicklungsorientierte Forschung: Grundlage für die globale Überwindung von Hunger und für eine nachhaltige Entwicklung

Vor dem Hintergrund des Welternährungsgipfels in Rom und des Weltgipfels in Johannesburg stellt das Deutsche Forum für Entwicklungsorientierte Forschung (DFOR) [1] auf seinem Jahrestreffen am 26./27. September 2002 in Bonn fest:

Die Zukunft kommender Generationen ist bedroht. Die bisherigen Anstrengungen zur Verbesserung der Lebensgrundlagen müssen weiter verstärkt und effizienter gestaltet werden. In den kommenden 25 Jahren sind sonst folgende Entwicklungen zu befürchten:

* der Hunger in der Welt wird kaum abnehmen,
* die Umweltzerstörung wird weiter voranschreiten,
* Wasser und Land zur Nahrungsmittelproduktion werden knapper,
* die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich vergrößern,
* soziale Spannungen werden sich verschärfen,
* Landflucht und Verstädterung werden weiter zunehmen,
* Klimaveränderungen werden die Produktionsgrundlagen in vielen Regionen drastisch verschlechtern.

Das DFOR hält deshalb umgehend entschlossenere Beiträge der deutschen, europäischen und internationalen Politik für unverzichtbar, um durch gezieltes Handeln zum Wohle künftiger Generationen Fehlentwicklungen und letztlich Katastrophen zu verhindern.

Politikerinnen und Politiker in Deutschland, in der Europäischen Union und in internationalen Institutionen und Organisationen werden aufgefordert, der Bekämpfung oben genannter Entwicklungen eine deutlich höhere Priorität als bisher zu geben und erforderliche Gegenmaßnahmen mit großem Nachdruck zu forcieren.

Die Mitglieder des DFOR arbeiten intensiv an der Umsetzung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung, z.B. der Realisierung des Rechts auf Nahrung und der Erhaltung der Umwelt und der Förderung des ländlichen Raums. Sie verpflichten sich:

* die Relevanz der Forschung im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung zu verbessern, ihre Effizienz zu steigern und eine breite Anwendbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen,
* die nationale und internationale Forschungszusammenarbeit - besonders mit den Entwicklungs- und Transformationsländern - zu intensivieren,
* die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchswissenschaftler/innen - aus allen Ländern - zu verstärken,
* die wissenschaftlichen Ergebnisse allen Interessierten frei zugänglich zu machen,
* einen wirksamen Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit zu leisten.

Unsere Forderung an die Politik ist: Die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Forschungskapazitäten müssen erhalten und weiter ausgebaut werden.

Die Zukunft unseres Planeten Erde ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Die Überwindung des Hungers, der Armut und der Schutz der Umwelt gehen uns alle an.


Bonn, 6. Oktober 2002

[1] Das Forum (www.dfor.de) versteht sich als Interessengemeinschaft zur Stärkung der entwicklungs-orientierten Forschung und Zusammenarbeit in den Bereichen Ernährung, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Umweltschutz, nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und ländliche Entwicklung.

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Kontakt:

DFOR Öffentlichkeitsarbeit
c/o Beratungsgruppe Entwicklungsorientierte Agrarforschung (BEAF-GTZ)
Oliver Hanschke
Tulpenfeld 4
53113 Bonn, Germany
Telefon: +49 (0)228.2434-866
Fax: +49 (0)228.2434-861
oliver.hanschke@beaf.de
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