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Barocke Repräsentationskultur an deutschen Fürstenhöfen. Frau und Bildnis 1600 - 1750

04.05.2001 - (idw) Universität Kassel

"Frau und Bildnis 1600 - 1750. Barocke Repräsentationskultur an deutschen Fürstenhöfen" heißt das Thema einer interdisziplinären Tagung, die vom 11. bis 13. Mai an der Kunsthochschule Kassel stattfindet. Das Fachgebiet Kunstwissenschaft der Kunsthochschule Kassel an der Universität Gesamthochschule Kassel richtet die Tagung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Frauen, Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert" des Ulmer Vereins - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. aus.

Kassel. "Frau und Bildnis 1600 - 1750. Barocke Repräsentationskultur an deutschen Fürstenhöfen" heißt das Thema einer interdisziplinären Tagung, die vom 11. bis 13. Mai an der Kunsthochschule Kassel stattfindet. Das Fachgebiet Kunstwissenschaft der Kunsthochschule Kassel an der Universität Gesamthochschule Kassel richtet die Tagung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Frauen, Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert" des Ulmer Vereins - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. aus. (Menzelstraße 13)

Bildnisse wurden an den barocken Hören zu sehr unterschiedlichen Anlässen geschaffen. So gab man beispielsweise das Porträt einer jungen Dame im heiratsfähigen Alter in Auftrag, um es dann an den potentiellen Bräutigam in der Ferne zu senden, in der Hoffnung ihr Antlitz möge ihm gefallen und die Verbindung zustande kommen. Das Portrait, ob als Miniatur oder großformatiges Gemälde, war auch ein wichtiger Bestandteil der höfischen Geschenkkultur; denn bei besonderen Anlässen pflegte man sein Bildnis an die entfernt lebenden Verwandten oder befreundeten Höfe zu senden. Gerne umgab man sich am Hof mit den Porträts der schönsten adeligen Damen, mit denen man befreundet war oder von denen man nur entfernt gehört hatte, weil sie in aller Munde waren (vgl. Kassel-Calden, Schloss Wilhelmsthal: Schönheiten- und Ahnengalerie). Auch wenn es galt, bestimmte politische Ereignisse, die mit dem Landesherren oder der Landesherrin in Verbindung standen, idealisiert darzustellen, konnte das Porträt zum Einsatz kommen. Die Regierenden waren darüber hinaus durch das gemalte oder gestochene Porträt bei den Untertanen präsent. Viele weitere Anlässe für bildliche oder schriftliche Porträts ließen sich anfügen, nicht zuletzt auch Beispiele vom Kasseler Hof. Alle belegen, dass das Bildnis ein ganz zentrales Medium der barocken, höfischen Repräsentationskultur war. Darüber hinaus gibt es durch die Art und Weise der Präsentation Aufschluss über die soziale Stellung und das Selbstverständnis der Frau am Hof sowie über die an sie gerichteten Rollenerwartungen. Da diese Thematik für den Zeitraum von 1600 - 1750 bislang kaum aufgegriffen wurde, soll diese Forschungslücke durch Beiträge aus den Fachdisziplinen Kunstgeschichte, Geschichte, Germanistik und Musikwissenschaft geschlossen werden,

Die Tagung begint am Freitag, den 11. Mai um 16.00 Uhr in der Kunsthochschule Kassel, Menzelstraße 13, mit der Begrüßung durch die Rektorin der Kunsthochschule, Prof. Dr. Karin Stempel und die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft des Ulmer Vereins, Dr. Cordula Bischoff. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Heide Wunder, Universität Gesamthochschule Kassel. Nach dem ersten Themenblock "Freundschaftsbeweise" endet der erste Tagungstag mit einem geselligen Beisammensein, zu dem auch die Presse herzlich eingeladen ist.

Das Programm im einzelnen:
Freitag, 11. Mai 2001

16.00
Begrüßung und Empfang durch die Rektorin der Kunsthochschule Kassel, Prof. Dr. Karin Stempel, und die Arbeitsgemeinschaft des Ulmer Vereins "Frauen, Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert", Dr. Cordula Bischoff

16.30
Prof. Dr. Heide Wunder (Kassel): Dynastie, Geschlecht, Herrschaft. Frauen des hohen Adels in der Frühen Neuzeit.

I. Freundschaftsbeweise
Moderation: Dr. Heike Talkenberger (Stuttgart)

17.15 - 17.45
Dr. Cordula Bischoff (Dresden): Zum Zeichen der Freundschaft. Bildnisse höfischer Damen und ihre Rolle innerhalb des höfischen Zeremoniells
15 Min. Diskussion

18.00 - 18.30
Dr. Annegret Friedrich (Trier): Die geheime Erotik des Miniaturporträts im 18. Jahrhundert
15 Min. Diskussion

ab 19.00
Imbiß und geselliges Beisammensein mit kunstsinnigen Programmpunkten der studentischen Projektgruppe "Weibs-Bilder"

Samstag, 12. Mai 2001

II. Herrschaftsanspruch und Legitimation
Moderation: Dr. Susanne Tauss (Osnabrück)

9.00 - 9.30
Prof. Dr. Berthold Hinz (Kassel): "...reitet für Frankreich." Rubens Maria de Medici vor Jülich
15 Min. Diskussion

9.45 - 10.15
Dr. Elisabeth von Hagenow (Hamburg): Repräsentation oder Legitimation. Das allegorisch gerahmte Bildnis der Herrscherin und seine Funktion (1600 - 1650)
15 Min. Diskussion

10.30 - 11.00 Kaffeepause

11.00 - 11.30
Dr. Sophia Kemlein (Warschau): Frauen- und Männerbildnisse als Repräsentationen der sarmatischen Ideologie in der polnisch-litauischen Adelsrepublik
15 Min. Diskussion

11.45 - 12.15
PD Dr. Sylvia Schraut (Bochum): Selbstinszenierung und Weltbild des katholischen Reichsadels in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Das Testament der Reichsgräfin Theresia von Schönborn, geb. Monfort, 1747
30 Min. Diskussion

13.00 - 14.30 Mittagspause

III. Rollenporträts in Serie
Moderation: Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck (Kassel)

14.30 - 15.00
Nina Trauth M.A. (Trier): Das orientalisierende Porträt (17. - 19. Jh.): Repräsentation von kultureller und geschlechtlicher Identität mittels Maskerade
15 Min. Diskussion

15.15 - 15.45
Michael Wenzel, M.A. (Jena): Von Königin Sophie Charlotte in Preußen zu Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth: Die Frauenporträtgalerie als Dokument des Selbstverständnisses der hocharistokratischen Frau um und nach 1700
15 Min. Diskussion

16.00 - 16.30 Kaffeepause

16.30 Abfahrt zum Schloß Wilhelmsthal, Kassel-Calden - wissenschaftliche Exkursion

ca. 17.00 - 19.00
Aufenthalt im Schloß; Gabriele Hueske M.A. (Kassel): Die Ahnen- und Schönheitengalerie Johann Heinrich Tischbeins d. Ä. in Schloß Wilhelmsthal (vor Original)

Sonntag, 13. Mai 2001

IV. Alternativen der Selbstdarstellung
Moderation: Magdalena Drexl M.A. (Bochum) und Dr. Anette Froesch (Dresden)

9.00 - 9.30
Sigrid Gensichen M.A. (Heidelberg): Das Bild der Fürstin im Kirchenraum. Adelige Repräsentation im sakralen Kontext
15 Min. Diskussion

9.45 - 10.15
PD Dr. Helga Meise (Frankfurt/M.): "Porträtverkehr" - Gebrauchszusammenhänge und Kontroversen um das Porträt als Wissensdispositiv im 17. Jahrhundert
15 Min. Diskussion

10.30 - 11.00 Kaffeepause

11.00 - 11.30
Dr. Heike Talkenberger (Stuttgart): Selbstbeschreibung, weibliches Rollenverständnis und bildliche Repräsentation bei Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758) und Sophie von Hannover (1630-1714)

15 Min. Diskussion

11.45 - 12.15
Christine Fischer M.A. (Bern): Die Opern von Maria Antonia Walpurgis von Sachsen (1724-1780) im zeremoniellen Kontext
15 Min. Diskussion

12.30 - 13.00
Christopher A. Kerstjens M.A. (Heidelberg): Fürstliche Künstlerinnen des 17. und 18. Jahrhunderts
30 Min. Abschlußdiskussion

13.30 abschließendes gemeinsames Mittagessen

Kontakt und weitere Informationen:
Gabriele Hueske M.A., Kunsthochschule Kassel /Diathek
Tel: (0561) 804-5403 oder (0511) 3365606
Fax: (0561) 804-5446
E-Mail: ghueske@uni-kassel.de
Homepage: www.frauundbildnis.de
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