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Rechtzeitig auf Rating vorbereiten

04.05.2001 - (idw) Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

Im Rahmen des Projektes "Senior sucht Junior - Generationswechsel im Handwerk" veranstalteten Fachhochschule und Handwerkskammer Braunschweig eine Forumsveranstaltung zum Thema Rating


Eröffnung der Forumsveranstaltung im Großen Saal der Handwerkskammer Braunschweig Die Vorschläge der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zur Neufassung der Bewertungsmaßstäbe der Eigenkapitalunterlegung der Banken (Rating) waren das Thema der zweiten Forumsveranstaltung, die im Rahmen des Projektes "Senior sucht Junior - Generationswechsel im Handwerk" in der Handwerkskammer Braunschweig stattgefunden hat.

Rund 70 Interessierte, darunter zahlreiche potenzielle Betriebsübergeber und -übernehmer, nahmen an der Informationsveranstaltung teil, die Handwerkskammer und Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (FH) gemeinsam organisiert hatten.

Durch die Reform der Eigenkapitalstandards, auch Basel II genannt, wird spätestens ab 2004 die Bonitätseinstufung eines Unternehmens durch ein in der Regel bankinternes Rating erfolgen. Ratings sind Instrumente zur Beurteilung der Bonität und zur Schuldendienstkapazität. Sie sind zugleich ein wesentliches Kriterium für die Eigenkapitalunterlegung der von Banken an Unternehmen vergebenen Kredite. Nach Meinung von Marktbeobachtern wird ein sehr gutes Rating für kleine KMU kaum erreichbar sein, so dass deren Kreditkosten erhöht werden. Die befürchtete Verteuerung von Krediten kann sich auch für Übernehmer eines Betriebes auswirken. Zurzeit arbeiten die Banken daran, die Ratingverfahren zu optimieren. Die Unternehmen werden in Zukunft weitaus stärker als bisher gehalten sein, aktuelle, für Transparenz sorgende Daten über ihr Unternehmen den Banken rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Letztendlich geht es darum, dass besser bewertete Unternehmen zu günstigeren Konditionen Kredite bekommen können, da auch die Bank für solche Unternehmen bei der Kreditvergabe weniger Eigenkapital hinterlegen muss.

Die Bestimmung für den Teilnehmerkreis zu erläutern und verständlich zu machen war Aufgabe der diesjährigen Forumsveranstaltung. Den einleitenden Vortrag über das "Bonitätsrating aus der Sicht des Mittelstandes" hielt Prof. Dr. Hans-Jügen Bender von der FH. Wie ein solches Ratingverfahren in der Praxis abläuft, erläuterte Martin Bothe am Beispiel der Volksbank Braunschweig e.G. In der anschließenden Podiumsdiskussion, die der Vizepräsident der FH, Prof. Dr. Winfried Huck moderierte, kamen Experten zu Wort, die ihre Einschätzung des Themas zum Ausdruck brachten und lebhaft mit dem Publikum diskutierten. So befürchtet der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Wolfgang Kirchner, Braunschweig, dass mit Einführung des Ratings eine Kostensteigerung auf drei Ebenen auf manche Betriebe zukommen werde, und zwar: höhere interne Kosten, höhere Beratungskosten und höhere Zinskosten. Bankdirektor Horst Schimke von der Volksbank Braunschweig e.G. war dagegen der Meinung, für die Betriebe werde sich nichts ändern. "Auch in der Vergangenheit wurde von den Kreditinstituten schon ein Bonitätsrating durchgeführt", sagte Schimke. Das Thema werde zurzeit aufgrund der Baseler Beschlusse nur verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert. Durch eine offene und partnerschaftliche Zusammenarbeit könne aber jedes Unternehmen dazu beitrage, sein Rating positiv zu gestalten. Auch aus Sicht der NORD/LB werde sich zukünftig nicht viel ändern, erklärte Dr. Günter Vornholz, der die NORD/LB Hannover vertrat. Die Branchenbewertung werde in Zukunft zwar sicherlich eine Rolle spielen, solle aber kein K.O.-Kriterium werden, versicherte der Vertreter der Norddeutschen Landesbank. Zusammenfassend riet Eckkard Sudmeyer, Leiter der Betriebsberatung der Handwerkskammer Braunschweig, den Betrieben, sich rechtzeitig auf die neuen Regelungen einzustellen. "Die Veränderungen im Kreditvergabebereich werden dazu führen, dass an die Betriebe in Zukunft erhöhte Anforderungen gestellt werden", erklärte er. Nur wer seinen Betrieb jetzt schon darauf vorbereite, können in den kommenden Jahren davon profitieren.

Ansprechpartner: Projektbüro "Generationswechsel im Handwerk", Jürgen Stegemann, Telefon 05331-939-580

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