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Vorschlag der Uni Paderborn - 18 Millionen Mark Programm der DFG: Neue Wege für die Mikrotechnik

15.05.2001 - (idw) Universität Paderborn

Bonn-Paderborn. Mit einem 18 Millionen Mark Programm bestätigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) der Universität Paderborn Innovationskraft und Führungsposition auf dem Weg in die Fertigungstechnik von morgen. In dem Projekt geht es um neue Wege für die Mikrotechnik.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet jetzt ein 18 Millionen DM Schwerpunktprogramm zum Thema Prozess-Skalierung ein, mit dem Einrichtungen in ganz Deutschland zu entsprechenden Forschungsarbeiten aufgefordert werden. Initiator dieses Programms, bei dem es um die Übertragung von fertigungstechnischem Wissen auf die Herstellung sehr großer oder sehr kleiner Bauteile geht und das große Einsparungsmöglichkeiten für die Industrie verspricht, ist Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen, Leiter des Lehrstuhls für Umformende und Spanende Fertigungstechnik an der Universität Paderborn. Mit dieser Führungsrolle baut die Universität Paderborn ihr Profil als Forschungsstätte weiter aus.

Der Projektvorschlag von Prof. Vollertsen, der in Konkurrenz mit fast 100 anderen Vorschlägen begutachtet wurde, zielt auf eine grundsätzliche Problemstellung der Fertigungstechnik ab: Soll ein Bauteil, z.B. eine Festplatte, in einer anderen Größe hergestellt werden, so kann dies nicht direkt durch eine einfache Änderung der Werkzeugmaße geschehen, da die sogenannten Größeneffekte die unmittelbare Übertragung der Herstellungsbedingungen verhindern. Beispiele für den Wunsch einer Änderung der Bauteilgröße sind die Verkleinerung von Komponenten in der Mikrotechnik sowie der Wunsch der Industrie, aus Kostengründen Versuche an verkleinerten Modellen durchzuführen. Bekannt ist dieses Thema in der Strömungsmechanik: Die Untersuchungen verkleinerter Kraftfahrzeugmodelle im Windkanal zur Optimierung ihres Luftwiderstands sind allgemein bekannt. Würden entsprechende Regeln, wie sie in der Strömungsmechanik genutzt werden, auch in der Umformtechnik genutzt, könnten bei der Prozessentwicklung erhebliche Kosten für Prototypen eingespart werden.

So geht es bei großen Schmiedeteilen um Werkstoffkosten von 50.000 - 100.000 DM. Auf Grund der gegenüber der Strömungsmechanik wesentlich komplexeren Verhältnisse ist die unmittelbare Änderung der Werkstückabmessungen zu Testzwecken derzeit nicht möglich, da die Ergebnisse nicht übertragbar sind. Hierdurch ist auch die Herstellung von miniaturisierten mechanischen Bauteilen - z.B. Elementen von Festplatten, die in Handys integrierbar sind - heute nicht mit der erforderlichen Sicherheit beherrschbar. Genau hier setzt das neue DFG-Schwerpunktprogramm an, das diese Wissensdefizite beseitigen und zu einem entsprechenden Technologieschub in naher Zukunft beitragen möchte. Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen, fv@luf.uni-paderborn.de, Tel.: 05251/60 2371.

DFG-Schwerpunktprogramme sind eines der Förderinstitutionen, über die die DFG die Forschung an Themen von besonderer Bedeutung finanziert. Ausgewählt werden Programmvorschläge, die aktuelle Problemstellungen aufgreifen und deren erfolgreiche Bearbeitung den Verbund aus Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland erfordert. Dabei muss es eine Schwerpunktbildung durch die klare Eingrenzung des thematischen Umfangs geben. In diesem Schwerpunktprogramm können in einem Zeitraum von sechs Jahren 30 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 18 Mio. DM finanziert werden.
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