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"Preis der Würzburger Studentenverbindungen" vergeben

16.05.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Erstmals fand im Jahr 2000 am Abend des Stiftungsfestes der Universität ein Benefizkonzert der Würzburger Korporationen statt. Mit den Einnahmen wurde ein "Preis der Würzburger Studentenverbindungen für herausragende Nachwuchswissenschaftler" finanziert. Ausgezeichnet wurden nun, mit jeweils 5.000 Mark, der Chemiker Dr. Jürgen Popp und der Biologe Dr. Roland Strauß.

Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem überreichte die Preise beim zweiten Benefizkonzert der Korporationen am Freitag, 11. Mai. Die Preisträger wurden von den Dekanen der naturwissenschaftlichen Fakultäten und der Medizin ausgewählt. Im kommenden Jahr soll die Auszeichnung an Geisteswissenschaftler vergeben werden.

Wie Präsident Berchem in der Laudatio sagte, sei Jürgen Popp ein international bekannter und angesehener Wissenschaftler auf den Gebieten der Laserspektroskopie und der Einzelpartikelforschung. Popp studierte Chemie in Erlangen-Nürnberg und in Würzburg. Nach seiner Doktorarbeit forschte er in der Physikalischen Chemie und begann mit dem Aufbau seiner eigenen Arbeitsgruppe.

Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verbrachte er ein Forschungsjahr an der Yale-University in New Haven (USA). Im Rahmen seiner Habilitation, die er bereits im Alter von 33 Jahren erfolgreich abschloss, setzte sich Jürgen Popp mit der "Chemie und Physik sphärischer Mikropartikel" auseinander. 1997 wurde er mit dem Bayerischen Habilitationsförderpreis ausgezeichnet.

Seit etwa drei Jahren arbeitet Dr. Popp an zwei von öffentlichen Institutionen geförderten Projekten zur Biosensorik und Bioanalytik. Sein dritter Schwerpunkt ist die Materialforschung im Rahmen eines von der DFG geförderten Vorhabens. Hierbei beschränkt er sich nicht auf die Grundlagenforschung, sondern ist auch an langfristigen Industrieprojekten beteiligt.

Der zweite Preisträger, Dr. Roland Strauß, "ist einer der führenden Neuroethologen auf dem Gebiet der Laufsteuerung und Orientierung von Insekten", wie der Präsident sagte. Strauß studierte Physik in Würzburg. Nach der Doktorarbeit arbeitete er am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. 1999 wurde er Leiter einer unabhängigen Nachwuchsgruppe im Bio-Future-Programm des Bundesforschungsministeriums.

Das Interesse von Strauß konzentriert sich auf die Frage, wie das Gehirn die motorischen Programme des Laufens kontrolliert und modifiziert. Seinen Arbeiten sei es ganz wesentlich zu verdanken, so Prof. Berchem, dass der so genannte Zentralkomplex des Insektengehirns als das Zentrum identifiziert wurde, in dem zum Beispiel Asymmetrien der Motorik ausgeglichen werden.

Die Arbeiten von Dr. Strauß, der mit Kybernetikern und Ingenieuren kooperiert, haben Bezug zu technischen Anwendungen: Insektenähnliche Roboter werden heute bereits zur Erforschung und Überwachung von Orten eingesetzt, die für den Menschen unzugänglich oder gefährlich sind. Detaillierte Kenntnisse über die Einflüsse des Gehirns auf die Laufaktivität und Beinkoordination von Organismen werden sich als nützlich für die Steuerung solcher Roboter erweisen.
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