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Senat der Universität Paderborn: Profile in Paderborn, Höxter, Meschede und Soest weiterentwickeln

16.05.2001 - (idw) Universität Paderborn

In seiner Sitzung vom 16.5.2001 erklärt der Senat der Universität Paderborn: Das Universitätprofil in Paderborn und das Profil leistungsfähiger Fachhochschul-Standorte in Höxter, Meschede und Soest sollen getrennt weiterentwickelt und gestärkt werden. Kritik wird am Vorgehen des Wissenschaftsministeriums geübt, dass in krassem Gegensatz zu den vielfältigen Erklärungen über die Stärkung der Hochschulautonomie stehe.

Erklärung des Senats der Universität Paderborn vom 16. Mai 2001:

Innerhalb der Universität - Gesamthochschule Paderborn befinden sich seit 1972 der Standort Paderborn, der mit seinen universitären Studiengängen, mit Promotions- und Habilitationsrecht den Charakter einer Universität mit einigen besonderen Merkmalen hat und die Abteilungs-Standorte mit ausschließlich Fachhochschul-Studiengängen in Höxter, Meschede und Soest unter einem Dach.

Diese Hochschule hatte die Aufgabe, in einer regionalisierten Hochschullandschaft Bildungsreserven zu erschließen, in ihrer Region als kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Impulsgeber zu wirken und im Vergleich mit den Universitäten und Fachhochschulen internationale Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln. Diese Aufgaben hat die Hochschule auch nach dem Urteil Außenstehender hervorragend erfüllt.

Die Steigerung des Studierendenanteils, der nationale und internationale Wettbewerbsdruck unter den Hochschulen, die Konkurrenz um Ressourcen, insbesondere um Forschungsmittel und um Studierende haben eine veränderte Situation geschaffen. Diese veränderte Situation erfordert, dass sich die Universitäten und Fachhochschulen mit klaren und leicht zu vermittelnden Profilen positionieren, um die oben genannten Aufgaben weiterhin effizient erfüllen zu können.

Vor diesem Hintergrund spricht sich der Senat dafür aus, das Universitätsprofil in Paderborn und das Profil leistungsfähiger Fachhochschul-Standorte in Höxter, Meschede und Soest getrennt weiterzuentwickeln und zu stärken. Er befürwortet daher die organisatorische Trennung der unterschiedlichen Standorte der Universität - Gesamthochschule Paderborn.

In Zukunft werden in Paderborn die Universität, in Höxter, Meschede und Soest die Fachhochschulen getrennt agieren.

Die Universität Paderborn wird sich weiterhin an der Leitidee der Universität der Informationsgesellschaft orientieren, ihre herausragende Stärke in der Informatik und den Ingenieurwissenschaften konsequent ausbauen, ihr Profil auch im naturwissenschaftlichen, im wirtschaftswissenschaftlichen und im kulturwissenschaftlichen Bereich pflegen und weiterentwickeln und die in der Lehrerbildung erreichte traditionsreiche und erfolgreiche Stärke weiterpflegen. Die Struktur der künftigen Universität Paderborn muss sich an den vorhandenen und zu entwickelnden Forschungsstärken orientieren. Deshalb müssen die Kräfte in der nächsten Entwicklungsphase im wesentlichen auf die Einwerbung von drittmittel-, insbesondere DFG-finanzierten Forschergruppen, die Bildung weiterer Sonderforschungsbereiche und den Aufbau weiterer Graduiertenkollegs konzentriert werden.

Das Rektorat hat am 13. März 2001 gemeinsam mit den Vertretern der Abteilungen ein Perspektivgespräch mit einer Arbeitsgruppe des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung unter der Leitung von Ministerialdirigent Kleffner geführt und vereinbart, dass zunächst Sondierungsgespräche mit den denkbaren künftigen Partnerhochschulen in Dortmund, Münster, Iserlohn, Bielefeld und Lemgo geführt werden. Dabei stand aus Sicht der Abteilungen in Höxter, Meschede und Soest die langfristige Sicherung der Standorte im Vordergrund. Bei diesen Gesprächen bildeten die folgenden Kriterien die Leitlinie für die Bewertung der noch zur Verfügung stehenden Alternativen: Realisierung des Zusammenschlusses als Stärkung der beteiligten Partner in ihren jeweiligen Aufgaben unter Sicherstellung der regionalen Verankerung, Widerspiegelung des Selbstverständnisses der neu zu gründenden Hochschulen, Sicherstellung vorhandener zukunftsweisender Studiengänge und Entwicklungsperspektiven für neue Studienangebote sowie Fortführung der jeweiligen Forschungsaktivitäten.

Nach diesen Gesprächen und intensiven Beratungen strebt die Abteilung Höxter einen Zusammenschluss mit der FH Bielefeld, die Abteilung Meschede einen Zusammenschluss mit der Märkischen FH Iserlohn und die Abteilung Soest einen Zusammenschluss mit der FH Dortmund an. Dabei wurde bereits unterstellt, dass ein Verbleib in der bisherigen Konstellation nicht möglich ist.

Nach sorgfältiger Abwägung aller Alternativen tragen die drei Abteilungen dieses Strukturkonzept in allen seinen Teilen mit. Alle Fachbereiche der drei Standorte haben dem inzwischen jeweils mit großer Mehrheit ausnahmslos zugestimmt. Rektorat und Senat der Hochschule unterstützen diesen Vorschlag nachdrücklich, weil er gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Abteilungen eröffnet. Sie fordern, dass bei politisch begründeten anderen Lösungen eine vergleichbar positive Entwicklung gesichert wird.

Der Senat kritisiert, dass das am 13. März mit den Vertretern des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung abgesprochene Vorgehen, nach dem die Ergebnisse von ausführlichen Sondierungsgesprächen der Abteilungsvertreter in den Entscheidungsprozess einfließen sollten, vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung nicht eingehalten wurde. Das hier praktizierte Verfahren steht in krassem Gegensatz zu den vielfältigen Erklärungen über die Stärkung der Hochschulautonomie.

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