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Neuer LMU-Rektor Bernd Huber tritt sein Amt an:

09.10.2002 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

"Zukunft durch Internationalisierung -Wir wollen zu den Top Ten in Europa gehören"

München, 09. Oktober 2002 - Der neue Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Professor Bernd Huber, setzt konsequent auf internationale Qualitätsstandards. Unter dem Motto "Zukunft durch Internationalisierung" will er die LMU dauerhaft unter den zehn besten Universitäten Europas etablieren, wie er anlässlich der Feier zur Übergabe des Rektoramtes am 9. Oktober 2002 in München vor Journalisten ankündigte. "Wir müssen noch stärker als bisher auf Reformkurs gehen und brauchen eine Atmosphäre der Öffnung, der Innovation und der Kreativität", forderte der Volkswirt. Für diesen Prozess der Erneuerung sind Benchmarking, Evaluation und Qualitätsverbesserung gefragt - in Forschung, Studium und Management der Universität.

Die Ausgangsposition

Der neue Rektor hat die LMU in seinem Koordinatensystem als weltoffene Großstadtuni positioniert: "Wir sind keine Kuschel-Uni, sondern ein Karrieresprungbrett in einer attraktiven Metropole, das hervorragende Forschung mit einem anspruchsvollen Lehrangebot verbindet", erklärte Huber den Wettbewerbsvorteil der LMU gegenüber der Konkurrenz. Die Ausgangsposition ist sehr gut: 15 Sonderforschungsbereiche, 14 Graduiertenkollegs, elf DFG-Forschergruppen, und eine Drittmitteleinwerbung von 113 Millionen Euro im Jahr 2001 belegen ein exzellentes Forschungsniveau. Mit rund 200 Fächern, zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten und einer großen Bandbreite innerhalb der Disziplinen wie etwa in der Geschichtswissenschaft oder in der Volkswirtschaftslehre kann die LMU ihren Studierenden ein beeindruckendes Angebot machen.

Das Konzept

Professor Huber hat für seine "Innenpolitik" die groben Linien vorgezeichnet. "Wir müssen trotz eher geringer werdenden Budgets mehr und Besseres leisten. Jammern über die schlechte Finanzierung durch den Staat reicht allein nicht aus", stellte Huber in seiner Rede vor 1000 geladenen Gästen in der Universität München fest. Vier Schritte hat der neue Rektor festgelegt, um sein Ziel zu erreichen, im europäischen Wettbewerb um die besten Köpfe mit renommierten Universitäten wie Oxford oder Leuven konkurrenzfähig zu sein.

- Qualität in der Forschung

Entscheidend für die Qualität der Forschung ist es, strategisch wichtige Berufungen zu identifizieren und Cluster zu bilden wie etwa auf dem HighTechCampusLMU in Martinsried-Großhadern oder auch in der Mittelalterforschung. Um auf dem globalen Wissenschaftsmarkt mithalten zu können, soll künftig ein zentraler Pool an Geld und Stellen gebildet werden, um die innovativsten Forscher entsprechend ausstatten zu können. "Wir müssen Prioritäten setzen, auch wenn das im Einzelfall schmerzlich sein sollte", kündigte Huber an. Ausdrücklich begrüßte der neue Rektor die Initiative von Landtag und Wissenschaftsministerium, Berufungsverfahren zu beschleunigen. Staatsminister Hans Zehetmair hat die Dauer auf längstens sechs Monate befristet.

- Qualität im Studium

Im Sinne der Internationalisierung soll es künftig mehr Bachelor- und Masterstudiengänge an der LMU geben ganz im Sinne des Bologna-Prozesses. Kernpunkt dieser gesamteuropäischen Hochschuloffensive ist das Interesse der beteiligten Länder, zu gemeinsamen Qualitätsstandards zu gelangen.

Besondere Bedeutung hat im internationalen Kontext auch die Entwicklung eines international wettbewerbsfähigen Promotions-studiums. "Dies ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Qualifikation unseres wissenschaftlichen Nachwuchses", betonte Huber. Die Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften hat dazu mit ihrem international ausgerichteten Promotionsstudiengang ein vorbildhaftes Modell geliefert.

- Qualität im Management

Eine Verbesserung des Managements setzt zunächst eine Positionsbestimmung voraus: Wo stehen wir, wo stehen die anderen und was machen die anderen vielleicht besser als wir? Grundlage ist ein international ausgerichtetes Benchmarkingverfahren, bei dem die LMU ihre Leistungen denen anderer in- und ausländischer Hochschulen gegenüberstellt. Darüber hinaus müssen die internen Strukturen professionalisiert und Entscheidungsabläufe gestrafft werden. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen ist es wichtig, alle vorhandenen Effizienzreserven zu mobilisieren.

"Wir brauchen dazu ein modernes und leistungsfähiges Rechnungs- und- Informationssystem, das die Daten für eine rationale Entscheidungsfindung liefert", so der Rektor. Er möchte Zielvereinbarungen treffen zwischen der Universitätsleitung und den Fakultäten. Diese Vereinbarungen sollen den Budget-Verantwortlichen in den Fakultäten vor allem Planungssicherheit bieten. Die Einführung einer neuen Departmentstruktur ist dabei ein wichtiger und großer Schritt in die richtige Richtung. Sie ermöglicht, die Mittel sehr viel flexibler als bisher einzusetzen.

Ein Schritt zur Verbesserung des Managements ist auch die Einführung eines vierten Prorektors an der LMU. Der künftige vierte Mann oder die vierte Frau am Rektoratstisch soll sich vor allem der Lehramtsausbildung widmen.

- Fundraising

Die Universität München will sich künftig verstärkt um neue Geldquellen bemühen. Einnahmen aus Fundraising-Aktivitäten können jedoch für Rektor Huber nie mehr sein als eine Ergänzung des staatlichen Budgets. "Wir sind überzeugt, dass das Potenzial etwa bei der Sponsorenanwerbung und vor allem bei der Weiterbildung von Führungskräften der Wirtschaft noch keineswegs ausgeschöpft ist", sagte Huber.

Gegenwärtig entwickelt die LMU unter der Führung von Rektor Huber ein hochwertiges Programm für die Weiterbildung von Führungskräften der Wirtschaft. Es soll im nächsten Jahr starten und das bestehende, bereits ausgezeichnete Weiterbildungsangebot der LMU ergänzen. "Unser Ziel ist dabei, die Weiterbildung ohne Abstriche bei der wissenschaftlichen Qualität zu einer Visitenkarte der LMU zu machen", so der 42-jährige Rektor. Er bezeichnete es als "Skandal", dass sich auf dem riesigen Weiterbildungsmarkt in Deutschland zwar unzählige private Anbieter mit durchaus unterschiedlicher Qualität tummelten, die Universitäten dagegen nur am Rande präsent seien. Die LMU will dieses Feld konsequent besetzen.

Die Rede-Texte von Professor Dr. Bernd Huber und Professor Dr. Andreas Heldrich können bei Kommunikation & Presse LMU (email presse@lmu.de)gefordert werden

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