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Gegen pauschale Verdächtigungen und Schuldsprüche

09.10.2002 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus

BTU und Stadt Cottbus plädieren für Augenmaß und Toleranz

Der Verdacht gegen eine vermeintliche islamistische Terrorzelle in Cottbus hat sich schnell als unbegründet erwiesen. Nichtsdestotrotz haben die von der Bundesanwaltschaft veranlassten Hausdurchsuchungen und Festnahmen für erhebliche Verunsicherung bei den hier lebenden Bürgern muslimischen Glaubens gesorgt. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), die großen Wert auf ihre internationale Ausrichtung legt, warnt deshalb vor pauschalen und unbedachten Verdächtigungen.

"Niemand wird aufgrund seiner Religionszugehörigkeit unter Terrorverdacht gestellt", erklärt BTU-Präsident Prof. Ernst Sigmund. Die ausländischen Forscher und Studierenden, die an der BTU lernen und arbeiten, seien nicht nur für die Universität, sondern auch für die Stadt Cottbus und die Region eine Bereicherung.

Die Stadt Cottbus und die BTU möchten deshalb allen hier lebenden Muslimen versichern, dass sie hier willkommen sind und als Bürger der Stadt und Angehörige der Universität akzeptiert werden.

"Muslime sollten sich nicht verunsichern lassen und sich ihrer Rechte bewusst sein. Es gibt keinen Grund, sich wegen eines vermeintlichen Verdachts angepasst und unauffällig zu verhalten", sagt der Ausländerbeauftragte der Stadt Cottbus, Michael Wegener. "Ich appelliere auch an die Cottbuser Bürger, sich nicht zu irgendwelcher Skepsis gegenüber Muslimen verleiten zu lassen. Sie sollten Weltoffenheit zeigen."

Selbstverständlich sind Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroristen notwendig, zumal sie der Sicherheit aller hier lebenden Menschen - also auch der Cottbuser Muslime - dienen. "Vorschnelle Urteile und pauschale Verdächtigungen tragen jedoch nur dazu bei, die Menschen zu verunsichern und das friedliche Zusammenleben zu stören", so Prof. Sigmund.

Bei allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gegen drohenden Terroranschläge plädieren die Stadt Cottbus und die BTU für Augenmaß und gegen vorschnelle Schuldvermutungen, damit die Menschen unterschiedlicher Nationalität und unterschiedlichen Glaubens weiterhin in der Stadt und auf dem Campus friedlich zusammenleben.
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