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Bundesweit erster virtueller Weiterbildungsstudiengang für Wirtschaftsinformatik

29.05.2001 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die Universitäten Essen, Bamberg und Erlangen-Nürnberg bieten ab Oktober 2001 eine "Virtuelle Aus- und Weiterbildung Wirtschaftsinformatik(VAWi)" an.

An den Universitäten Essen, Bamberg und Erlangen-Nürnberg entsteht derzeit in einem Verbundprojekt der bundesweit erste virtuelle Weiterbildungsstudiengang für Wirtschaftsinformatik, der für Graduierte aller Studiengänge zugänglich ist. Koordiniert wird das Gesamtprojekt vom Essener Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Produktionsunternehmen, Prof. Dr. Heimo H. Adelsberger. Projektleiter sind an der Universität Bamberg Prof. Dr. Otto K. Ferstl, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbes. Industrielle Anwendungssysteme, sowie an der Universität Erlangen-Nürnberg Dr. Walter F. Kugemann, FIM-Psychologie.
Die "Virtuelle Aus- und Weiterbildung Wirtschaftsinformatik" (VAWi) wird im Rahmen des BMBF-Förderprogramms "Neue Medien in der Bildung" (im Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung) durchgeführt. Vom Bundesministerium wurden 5,8 Mio. DM für "VAWi" bewilligt. Für die entwicklungsbegleitende Normung ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) als Kooperationspartner beteiligt.
Mit dem viersemestrigen Weiterbildungsstudiengang, der als Abschluss einen international anerkannten "Master of Science" ermöglicht, erhalten Graduierte verschiedener Fachrichtungen die Chance, innerhalb eines kurzen Zeitrahmens eine konzentrierte Ausbildung zu erhalten, die dem Bedarf des Arbeitsmarktes Rechnung trägt. Damit wird rasch und bedarfsorientiert hochqualifiziertes IT-Personal ausgebildet. Der Studiengang richtet sich auch an ein weites Feld von Absolventen und Berufstätigen natur- und geisteswissenschaftlicher Ausrichtung.
Als ein an der beruflichen Praxis ausgerichtetes Masterprogramm verknüpft VAWi praktische und theoretische Studieneinheiten und ermöglicht eine arbeitsmarktnahe Aus- und Weiterbildung. Unter Berücksichtigung des heterogenen Qualifikationsmusters der Studierenden werden ausgewählte Grundlagen und Methoden der Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Wirtschaftsinformatik im Rahmen des Pflichtbereichs vermittelt. Die Fächer des darauf aufbauenden Wahlpflichtbereichs können von den Studierenden individuell kombiniert werden. Gerade im Bereich der berufsbezogenen wissenschaftlichen Weiterbildung setzt VAWi auf bedarfsgerechte und nachfrageorientierte Spezialisierungsmöglichkeiten, die dem Erhalt und der Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit und der beruflichen Karriere dienen. Neben der fachlichen Qualifikation spielt im Wahlpflichtbereich die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen eine bedeutende Rolle. Über Projektarbeiten in interdisziplinären Teams werden Theorie und Praxis verknüpft. In diesen Arbeiten müssen Lösungen mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden unter "realen Bedingungen" erarbeitet werden.
Der Studiengang, der auch berufsbegleitend als Teilzeitstudium absolviert werden kann, besteht zum weitaus größten Teil aus multimedial unterstützten Fernlernphasen. Die Integration von Präsenz- und Fernstudium wird durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien und durch einen flexiblen organisatorischen Rahmen ermöglicht. Im Vordergrund des didaktischen Konzepts steht eine an den individuellen Wünschen, Neigungen und Fähigkeiten der Studierenden ausgerichtete Gestaltung des Studiums. Mit der Vermittlung von Methodenkompetenz und Schlüsselqualifikationen trägt VAWi langfristig zu einer Entwicklung bei, die zukünftig eine große Herausforderung darstellen wird: die Fähigkeit zum "lebenslangen Lernen".
An den Universitäten Bamberg, Essen und Erlangen-Nürnberg kann auf große Erfahrung und zahlreiche Entwicklungen im Bereich der Konzeption, Realisierung und Evaluation computergestützten Lehrens und Lernens zurückgegriffen werden - Das zeigen bereits bestehende Lernumgebungen und umfangreiches Kursmaterial. Für den VAWi-Studiengang werden die Kompetenzen aller beteiligten Partner gebündelt, um das Angebot für Lernende zu vergrößern und zu optimieren. VAWi trägt damit zur Weiterentwicklung von didaktischen und technologischen Qualitätsstandards in Forschung und Lehre bei.
Lebenslanges Lernen: Herausforderung für die Zukunft
Der Bedarf an Fachkräften im IT-Bereich ist in den letzten Jahren dramatisch unterschätzt worden. Für die Deckung des kurzfristigen Bedarfs an IT-Spitzenkräften wurde im Rahmen eines Sofortprogramms der Bundesregierung die Green-Card-Initiative ins Leben gerufen. Um diesen Mangel allerdings mittel- bis langfristig zu beheben, ist es notwendig, die Kapazitäten informatikorientierter Studiengänge zu erhöhen.
Das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit hat hierzu bereits im Juli 1999 eine "Offensive zum Abbau des IT-Fachkräftemangels" im Bereich von Berufsbildung, Hochschule und Weiterbildung beschlossen. Im Rahmen dieser Offensive gilt es, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen, zusätzliche Lehrkapazitäten in den Universitäten und Fachhochschulen zu schaffen, die Studiengänge noch stärker zu internationalisieren und im Ausland intensiver für den Studienstandort Deutschland zu werben. Ziel ist die schnellstmögliche Verdoppelung der Zahl der Hochschulabsolventen im IT-Bereich und die Förderung des Interesses junger Menschen für Studium und Ausbildung in IT-Berufen.
Der neu geschaffene Masterstudiengang VAWi - die "Virtuelle Aus- und Weiterbildung Wirtschaftsinformatik" - soll dazu beitragen, die Anzahl qualifizierter IT-Fachkräfte maßgeblich zu erhöhen und richtet sich demnach an ein breites Teilnehmerfeld. Graduierte mit abgeschlossenem Hochschulstudium erhalten eine Chance zur Fortbildung im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums, das mit dem international anerkannten Grad "Master of Science" (M.Sc.) abschließt.
Langfristig trägt VAWi damit zu einer Entwicklung bei, die in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein wird: Im Rahmen des "lebenslangen Lernens" werden sich Studierende und Berufstätige kontinuierlich weiterbilden müssen - doch der Bedarf dieser Zielgruppe kann derzeit nicht vom traditionellen Lehrangebot der Universitäten abgedeckt werden. Somit wird ein Beitrag dazu geliefert, die Universität als Anbieter auf dem nationalen wie internationalen Bildungsmarkt in Aus- und Weiterbildung zu positionieren.

(OKF)

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