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Ausländische Doktoranden strömen an die Chemnitzer Uni

11.06.2001 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Ausländische Doktoranden strömen an die Chemnitzer Uni
Physik und Maschinenbau sind unter den 89 angehenden Doktoren besonders beliebt

Immer mehr ausländische Hochschulabsolventen wollen an der TU Chemnitz ihren Doktor machen. Dieses Jahr kommen 44 Prozent der etwa 200 Promotionsstudenten aus dem Ausland. 1999 lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent. In absoluten Zahlen erhöhte sich der Anteil der ausländischen Doktoranden in den letzten zwei Jahren von 70 auf heute 89. Besonders beliebt sind die Natur- und Ingenieurwissenschaften: Allein im Fachgebiet Physik arbeiten 34 der überwiegend aus Ost- und Südosteuropa stammenden Nachwuchswissenschaftler an ihrer Promotion. Überdurchschnittlich hoch ist auch das Interesse im Maschinenbau - hier wollen 21 Ausländer ihren Doktortitel erlangen.

Damit steht die TU Chemnitz so gut da wie kaum eine andere deutsche Universität. Kamen 1999 über ein Drittel der Chemnitzer Doktoranden aus dem Ausland, waren es bundesweit nur sieben Prozent. "Der Forschungsstandort Deutschland braucht die Bildungsausländer", unterstreicht die Leiterin des Internationalen Universitätskollegs der TU, Dr. Christine Bohnet, mit Blick auf den zunehmenden Mangel an einheimischen Wissenschaftlern. "In Zukunft müssen besonders in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern weiter Spitzenleute aus dem Ausland geworben werden. Für diesen internationalen Wettbewerb hat die TU gute Voraussetzungen."

Zwei, die es fast geschafft haben, sind Tatiana Azarova aus Weißrussland und Gabriel Akindele Odeshi aus Nigeria. Beide promovieren an der Professur für Verbundwerkstoffe in der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik der TU Chemnitz. Ihr Doktorvater ist Prof. Dr. Bernhard Wielage. Am 12. Juni 2001 werden sie ihre Arbeiten verteidigen.

Tatiana Azarova (49) studierte Physik an der Belorussischen Staatsuniversität in Minsk. Seit Ende der siebziger Jahre arbeitete sie am Belorussischen Institut für Pulvermetallurgie Minsk. Nach mehreren, vom Freistaat Sachsen geförderten Forschungsaufenthalten an der Professur für Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz legt Frau Azarova eine Doktorarbeit über Verbundpulver für das thermische Spritzen hochverschleißfester Schichten vor. Mit Hilfe des thermischen Spritzens werden hochbeanspruchte Bauteile wie Rollen, Lager oder Stahlbänder unanfälliger gegen Verschleiß, indem dünne Metall- oder Keramikschichten aufgebracht werden. Tatiana Azarovas Doktorarbeit dient dazu, Werkstoffe für dieses Verfahrens zu optimieren.

Gabriel Akindele Odeshi (37) studierte Metallurgie und Werkstofftechnik an der Federal University of Technology in Akure und erhielt dafür den Bachelor of Technology. In diesem Jahr erlangte er an der gleichen Universität den Master of Engineering. 1997 ist Herr Odeshi mit einem DAAD-Stipendium an die Chemnitzer Uni gekommen.
Er untersucht in seiner Doktorarbeit die Herstellung einer mit Kohlenstoff-Fasern verstärkten Keramik. Bauteile aus diesem Faserverbund sind sehr fest und werden sowohl in der Luft- und Raumfahrt als auch in der Werkzeugindustrie oder der Medizin eingesetzt.

Wichtiger Hinweis für Medienvertreter, insbesondere Fotografen und Kamerateams: Am 13. Juni 2001 stehen Ihnen die beiden Doktoranden und Prof. Wielage um 10.15 Uhr im Uni-Teil Erfenschlager Straße 73 (Eingang Reichenhainer Straße), Haus D, Labor Verbundwerkstoffe, für Aufnahmen zur Verfügung.

Weitere Informationen erteilen Dr. Christine Bohnet, Tel. (03 71)5 31-13 02 und Prof. Dr. Bernhard Wielage, (03 71)5 31-61 71.
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