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Medizin-Professur für Molekularbiologen

18.06.2001 - (idw) Universitätsklinikum Benjamin Franklin

UKBF und MDC - Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen:
Thomas Willnow vom MDC zum Profesor an der FU berufen
UKBF-Mediendienst Nr. 127 vom 18. Juni 2001

Dr.rer.nat. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) ist zum C4-Professor für Molekulare Herz-Kreislauf-Forschung am Fachbereich Humanmedizin der FU / UKBF berufen worden.
Die Herz-Kreislauf-Forschung gehört zu den Schwerpunkten der vertraglich vereinbarten Kooperation zwischen der FU-Medizin und dem MDC in BerlinBuch. Willnow war schon länger Gastgruppenleiter am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Freien Universität, das vom Dekan des Fachbereichs Humanmedizin, Prof. Martin Paul geleitet wird. Der Berliner Schwerpunkt Hypertonieforschung erhält - wie berichtet (siehe UKBF-Mediendienst Nr. 116 a vom 25.4.01) - Gelder aus den UMTS-Millionen der Bundesregierung. Prof. Paul ist auch Sprecher des Nationalen Genomforschungs-Netzes für den Herz-Kreislauf-Bereich.
Der Dekan bezeichnete die Berufung Willnows als "erneuten Beweis für die gut funktionierende Zusammenarbeit der FU-Medizin mit außeruniversitären Großforschungseinrichtungen als Beitrag zur Zukunftssicherung des Wissenschaftsstandorts Berlin".

Thomas Willnow, Jahrgang 1961, studierte in München Biologie, war unter anderem Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und arbeitete mehrere Jahre bei den Nobelpreisträgern Joseph Goldstein und Michael Brown an der Universität von Texas in Dallas. Er erhielt mehrere hochrangige Forschungspreise.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Willnow mit der Regulation des Lipidstoffwechsels. Lipide, wie zum Beispiel das Cholesterin, spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Außerdem wirken sie in Form von Vitamin D oder Steroidhormonen als wichtige Botenstoffe des Körpers. Willnow gelang als erstem der Nachweis, wie der Körper Lipide aus der Nahrung in die Leber transportiert. Besondere Aufmerksamkeit erregten auch seine Arbeiten über Störungen im Vitamin D-Stoffwechsel. Der Molekularbiologe hat herausgefunden, wie Vitamin D, das für ein gesundes Knochenwachstum unerlässlich ist, in die Niere gelangt und dort aktiviert wird. Seine Arbeitsgruppe entdeckte, dass hierfür ein Molekül namens "Megalin" in der Niere aktiv sein muß. Dies ist zum Beispiel bei Patienten mit bestimmten chronischen Nierenkrankheiten nicht der Fall. Solche Menschen leiden unter Knochenerweichung und häufigen Knochenbrüchen. Ähnliche Defekte liegen auch bei Kindern mit Rachitis vor.
Die in der führenden Fachzeitschrift "Cell" publizierte Entdeckung des "Vitamin-Transporters" Megalin eröffnet Möglichkeiten zur Therapie solcher bisher nicht ursächlich zu behandelnden Krankheiten mit den Mitteln der Gentechnik.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Willnow
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
Robert-Roessle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: (030) 9406-2569/-2387; Fax: -3382
E-Mail: willnow@mdc-berlin.de
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