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Gemeinsame Presseerklärung der Konzertierten Aktion in der BLK

22.06.2001 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung

PM 17/2001

Bonn, 22. Juni 2001



Internationale Karrieren - Made in Germany

Bulmahn: "Wir müssen Deutschland für ausländische Studierende und Wissenschaftler attraktiver machen"


Zur Auftaktveranstaltung der Konzertierten Aktion "Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland" trafen sich heute in Berlin Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Schloss Bellevue. "Deutschland muss für die besten Köpfe aus aller Welt attraktiver werden. Nur so können wir unseren Platz im internationalen Innovationswettbewerb erhalten und ausbauen. Bildung und Forschung spielen dabei eine Schlüsselrolle", erklärte Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, heute aus Anlass dieser 1. Sitzung.

Der Bayerische Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, der gleichzeitig Vorsitzender der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungs­förderung (BLK) ist, hob hervor, dass die Internationalisierung ein wichtiges wissenschaftspolitisches Anliegen und Grundlage der Kultur-, Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik sei. Zehetmair: "Mit einer stärkeren internationalen Ausrichtung der deutschen Wissenschaft leistet die Wissenschafts- und Forschungspolitik einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Zukunftschancen junger Menschen im globalen Wettbewerb, zur auswärtigen Kulturpolitik sowie zur Erschließung von Exportmärkten."
Die Konzertierte Aktion geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und zahlreichen Organisationen in Wissenschaft und Wirtschaft im Herbst letzten Jahres in der Bund-Länder-Kommission. Bund, Länder, Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen arbeiten in der Konzertierten Aktion zusammen, um mit gezieltem Marketing "Studieren und Forschen in Deutschland" zu einem weltweit konkurrenzfähigen Markenartikel werden zu lassen.

Auf der Tagesordnung standen heute eine Reihe politischer Schlüsselfragen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für einen Aufenthalt in Deutschland und zur Verstärkung der Internationalisierung der Bildungs- und Forschungs­einrichtungen in Deutschland. Insbesondere wurden die Themen Aufenthalts- und Arbeitsrecht, Betreuung ausländischer Studierender und Wissenschaftler, Berufungen ausländischer Wissenschaftler erörtert. Im Einvernehmen mit den Teilnehmern der Konzertierten Aktion wies die Bundesministerin darauf hin, dass dafür gesorgt werden müsse, den Zugang zu unserem Land und den Aufenthalt hier zu erleichtern. "Ausländern mit deutschem Hochschulabschluss muss auch eine Perspektive zum Bleiben geboten werden", betonte Bulmahn. Ergänzend forderten Vertreter aus Wissen­schaft und Wirtschaft, dass auch ein ausländischer Hochschulabschluss eine Tätigkeit in Forschung, Lehre und Wirtschaft in Deutschland möglich machen sollte. Dieses müsse durch angemessene Regelungen für den Familiennachzug flankiert werden.

Darüber hinaus wurden in der Sitzung das Logo und der Slogan für die Kampagne und die ersten drei Plakate präsentiert. Mit dem Slogan "Hi Potentials! International Careers made in Germany" sollen Talente aus allen Ländern zu Studium, Forschung und beruflicher Weiterbildung nach Deutschland eingeladen werden. Schwerpunkte für die erste Welle der Werbe- und Informationskampagne, die von September 2001 bis März 2002 in vielen Teilen der Welt durchgeführt werden soll, werden Mexiko, Türkei, Indien, Indonesien, Russland, und China sein.

Von den Teilnehmern der Konzertierten Aktion wurde der hohe Wert einer verbesserten Betreuung und Beratung für ausländische Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorgehoben. Es wurde begrüßt, dass der DAAD im laufenden Haushaltsjahr mit zusätzlichen Mitteln des Auswärtigen Amtes von ca. 8 Millionen Mark ein verstärktes Betreuungsprogramm in Höhe von jetzt 11 Millionen Mark aufgelegt hat, das sich an alle Hochschulen richtet. Bei ihrer Ankunft sollen den ausländischen Studierenden und Wissen­schaftlern Hilfen geboten werden, wie z. B. bei der Unterbringung. Damit soll erreicht werden, den Anteil der ausländischen Studenten, die tatsächlich aus dem Ausland nach Deutschland kommen von jetzt 7 % auf über 10 % zu steigern.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der 1. Sitzung der Konzertierten Aktion sind die "Leitlinien zur Internationalisierung der Berufung an Hochschulen und außer­universitären Forschungseinrichtungen". Während bei Forschungsorganisationen wie der Max-Planck-Gesellschaft der Anteil der internationalen Experten bei den Direktorenposten etwa 30 % beträgt, liegt dieser Anteil bei der Professorenschaft der Universitäten und Fachhochschulen nach vorläufiger Schätzung bei nur knapp 5 %. Die Leitlinien reichen von der Empfehlung internationaler Ausschreibungen, insbesondere im Internet, bis hin zu Vorschlägen zur Berücksichtigung des Ziels der Internationalisierung des Lehrkörpers bei der leistungsorientierten Verteilung von Mitteln an die Hochschulen.

"Für das Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland habe ich aus den UMTS-Zinsersparnissen für drei Jahre insgesamt 35 Millionen DM bereitgestellt", betonte Bundesministerin Bulmahn. "Ich appelliere an alle Verant­wortlichen, diese wichtige Maßnahme zu unterstützen und sich aktiv an dieser Kampagne zu beteiligen. Das internationale Marketing für Bildung und Forschung muss zu einer ständigen Aufgabe der Bildungs- und Forschungseinrichtungen selbst werden."

Im Frühjahr 2002 soll die Konzertierte Aktion erneut zusammentreten. Dann soll ein zusätzlicher Schwerpunkt im Bereich der beruflichen Weiterbildung neben den jetzt anlaufenden Maßnahmen im Bereich der Hochschulen und der Forschung gesetzt werden.

Eine Erklärung der Mitglieder anlässlich dieser konstituierenden Sitzung fasst die Herausforderungen und die zu ihrer Bewältigung notwendigen Zielsetzungen und Maß­nahmen zusammen. Die weltweit stattfindende Werbekampagne für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland wird durch das beim DAAD angesiedelte Sekretariat der Konzertierten Aktion koordiniert und durchgeführt (Informationen dazu erhalten Sie beim Sekretariat andreae@daad.de , Tel: 02 28/ 88 26 52).

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Eine ausdruckbare gemeinsame Presseerklärung ist als PDF-Datei auf der Hompage der BLK unter http://www.blk-bonn.de abrufbar.
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