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Das 6. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union

11.10.2002 - (idw) Steinbeis-Europa-Zentrum

Das 6. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Kommission als strategisches Instrument zur Verwirklichung des europäischen Forschungsraums
Stärkere Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Wirtschaft gefordert

Rund 300 Vertreter aus Forschung, Wissenschaft und Industrie informieren sich über die kommende Forschungsförderung der EU

Die Würfel für das 6. Forschungsrahmenpogramm sind Anfang Oktober gefallen. Der Ministerrat der EU hat die spezifischen Programme verabschiedet. Insgesamt wird ein Förderbudget von 17,5 Milliarden Euro von 2002-2006 zur Verfügung stehen. Erste Aufrufe der Europäischen Kommission für die Einreichung von grenzüberschreitenden Projekten werden für den 17. Dezember 2002 erwartet.
Am Donnerstag, den 10. Oktober hatten das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Steinbeis-Europa-Zentrum zu einer zweiten großen Informationsveranstaltung zum Thema 6. Rahmenprogramm eingeladen. Bereits am 18. Juli informierten sich 400 Teilnehmer über die kommenden förderfähigen Forschungsbereiche auf einem Informationstag, zu dem das Wirtschaftsministerium und das Steinbeis-Europa-Zentrum eingeladen hatten. Am Donnerstag vergangener Woche ging es vertiefend um Antragstellung, Finanzierung und Projektmanagement der künftigen Projekttypen sowie um die Bedeutung geistiger Eigentumsrechte.

Ministerialdirigent Dr. Knorr vom MWK betonte in seiner Eröffnungsrede den hohen Stellenwert der Entwicklung "hin zu einem europäischen Forschungsraum". Bezugnehmend auf den Vertrag von Amsterdam gelte es, "die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie der Gemeinschaft zu stärken und die Entwicklung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu fördern." Forschungskommissar Philippe Busquin habe sich zum Ziel gesetzt, den europäischen Forschungsraum bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Die Forschungsanstrengungen der EU sollen von derzeit 1,9 % des BIP auf 3 % gesteigert werden. Zum ersten Mal instrumentalisiert hier die Europäische Kommission ein Forschungsrahmenprogramm. Die Vernetzung exzellenter Forschungsinstitute ist dabei ein Kriterium. Die Förderung der Forschermobilität sowie die Einbindung kleiner und mittelständischer Unternehmen und Großunternehmen sind weitere Bausteine.

In einem ersten Aufruf zur Einreichung von Interessensbekundungen am 7. Juni diesen Jahres wurden 11700 Projektskizzen eingereicht. Die hier eingereichten Projektideen werden bereits die Inhalte der kommenden Ausschreibungen beeinflussen. In ganz Europa und über seine Grenzen hinaus haben sich bereits Konsortien für transnationale Projekte gebildet. Die Interessensbekundungen und deren Analyse durch die Kommission sind unter http://eoi.cordis.lu/search_form.cfm und unter www.cordis.lu/fp6/eoi-analysis.htm abrufbar.

"Neu gegenüber dem 5. Forschungsrahmenprogramm sind zwei Projekttypen: die integrierten Projekt und die Exzellenznetze. Beide Formen werden Großprojekte von vielen Partnern sein. Es ist anzunehmen, dass die vorgegeben Bedingung der Kommission von Minimum 3 Partner in der Praxis unbedingt überschritten wird und es eher um Projekte mit an die 50 Partner gehen wird. Integrierte Projekte sind mit einer Förderungsdauer von 3- 5 Jahren angesetzt. In den Exzellenznetzen wird es um Langzeitforschung, Ausbildung und Training von Forschern gehen, bei denen die Besten Europas miteinander kooperieren", so Dr. Petra Püchner, Leiterin des Steinbeis-Europa-Zentrums. Dr. Michael von Döring von Attempto Service GmbH, Tübingen erläutert in seinem CO-Beitrag mit Püchner die neuen Anforderungen an das Projektmanagement von integrierten Projekten und Exzellenznetzen. Der Projektmanager ist nicht nur für die wissenschaftliche und technische Koordination zuständig; er ist zugleich Verwertungsmanager, verantwortlich für geistige Eigentumsrechte und Manager von neuen Partnern, die er durch interne Aufrufe akquiriert.
Das langjährig bewährte Modell des Programms CRAFT (Collective Research Action) für mittelständische Unternehmen wird es weiterhin geben, so Püchner. Der erste Aufruf hierzu ist für Mitte Dezember geplant. Voraussichtlich müssen alle Projektideen bis Mitte März bei der Kommission eingegangen sein. Für 2003 wird dies die einzige Abgabefrist sein. In CRAFT können zwei bis drei Mittelständler ohne eigenes Forschungspotential ein Forschungsinstitut als Dienstleister mit der Forschung beauftragen.

Dr. Petra Püchner erläutert die einzelnen Phasen der Antragstellung. "Von der Idee bis zur Formulierung des Projektes vergehen oft mehr als 6 Monate. KMU, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Antrag einzureichen, sollten sich also bereits jetzt Unterstützung und Beratung suchen. Nur so haben sie im Frühjahr 2003 eine Chance ihren Antrag in Brüssel einzureichen." Das Steinbeis-Europa-Zentrum berät im Auftrag des Wirtschaftsministeriums baden-württembergische Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Auswahl des richtigen Förderinstruments, bei der Antragstellung, Partnersuche, Vertragsverhandlungen in Brüssel und begleitet die Unternehmen, wenn gewünscht, beim Projektmanagement und der Koordinierung integrierter Projekte.

Auf den vorrangigen Gedanken einer Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen weist Prof. Dr. Norbert Höptner,- seit August 2002 Europabeauftragter des Wirtschaftsministers des Landes Baden Württemberg und Leiter des Steinbeis-Europa-Zentrums- in seiner Abschlussrede hin. Anknüpfend an die Worte Knorrs betont Höptner das Bestreben der beiden Ministerien vorhandene Ressourcen und Informationen zu bündeln. Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist seit 1993 Mitglied im Netzwerk der Innovation Relay Centre mit über 200 Partnern in 31 Ländern und somit erste Anlaufstelle für die Kooperation mit ausländischen Partnern. Seit 1990 betreut es baden-württembergische Unternehmen in Fragen zur europäischen Forschungsförderung.

Unterlagen zu der Veranstaltung sind unter www.eufoerderung-bw.de unter dem Stichwort 6. Rahmenprogramm zu erhalten. Weitere Informationstage zum 6. Rahmenprogramm finden am 31. 10.2002 in Heilbronn, am 26.11.2002 in Mannheim und am 27.11.2002 in Freiburg statt.

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