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Neuer Heidelberger Studiengang: "Anwendungsorientierte Informatik"

29.06.2001 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Ab dem Wintersemester 2001/2002 bietet die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg den neuen Hauptfach-Studiengang "Anwendungsorientierte Informatik" mit den Abschlüssen Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.) an

Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bietet ab dem Wintersemester 2001/2002 erstmals einen Hauptfach-Studiengang Informatik an. Die Universität trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die Informatik eine Wachstumsbranche ist, die langfristig einen großen Bedarf an praxisorientiert ausgebildeten Absolventen hat. Der neu eingerichtete Studiengang ist ein Bachelor-/Master-Studium, dessen Schwerpunkt auf der Anwendung der Informatik in Naturwissenschaften und Technik liegt.

Im Bachelor-Studium stehen pro Jahr 60, im Master-Studium 30 Studienplätze zur Verfügung. Das sechssemestrige Bachelorstudium ermöglicht einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen und die Einübung von Fertigkeiten in den wichtigsten Teilgebieten der Informatik. Darüber hinaus werden breitgefächerte Anwendungsgebiete, vorrangig aus Naturwissenschaft und Technik, mit informatischen Methoden bearbeitet.

Das auf den Bachelor aufbauende viersemestrige Masterstudium vertieft die fachlichen Kenntnisse und befähigt zu selbstständigem wissenschaftlichen Arbeiten. Es wird mit der Masterarbeit abgeschlossen, einer im letzten Studiensemester unter Anleitung verfassten wissenschaftlichen Arbeit. In beiden Studiengängen werden die Leistungen studienbegleitend nach dem European Credit Transfer System (ECTS) bewertet, womit der Globalisierung Rechnung getragen und die Mobilität der Studierenden gesteigert wird.

Bachelorstudium vermittelt die methodischen Grundlagen

Die Grundausbildung im Bachelorstudium vermittelt die methodischen Grundlagen der Informatik. Sie umfasst Pflichtkurse in Programmierung und Softwaretechnik, Algorithmen und Datenstrukturen sowie Technischer und Theoretischer Informatik. Ergänzt werden sie durch eine solide mathematische Grundausbildung. Die weiterführenden Veranstaltungen in Kern- und angewandter Informatik richten sich nach dem Nebenfach. Angebote stammen aus den Forschungs- und Anwendungsgebieten der Heidelberger Informatik wie Bildverarbeitung, Bioinformatik, Computerlinguistik, Computational Physics, Algorithmischer Optimierung, Parallelem und verteiltem Rechnen, Robotik, Simulation, Wirtschaftsinformatik und Wissenschaftlichem Rechnen.

Viel Wert wird auf die praktische Arbeit gelegt. In Projektarbeiten lernen die Studierenden, weitgehend selbstständig Anwendungsanforderungen zu spezifizieren, Lösungsverfahren zu entwerfen und zu analysieren, Datenstrukturen und Algorithmen zu entwickeln und diese in Hard- und Software zu implementieren. Daneben werden Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten sowie Grundkenntnisse im Projektmanagement erworben und die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams trainiert. In der vorlesungsfreien Zeit ist ein zweimonatiges Industriepraktikum zu absolvieren, um erste Einblicke in die Berufswelt zu garantieren.

Der neue Informatik-Studiengang wird an der Fakultät für Mathematik und Informatik eingerichtet, wo in den vergangenen Jahren mit dem Aufbau der Kernbereiche der praktischen sowie theoretischen Informatik begonnen wurde. Die zentralen Bereiche der Informatik werden durch zwei kürzlich ausgeschriebene Lehrstühle für Datenbank- und Softwaretechnik verstärkt, die durch das Informatik-Sofort-Programm des Landes ermöglicht wurden. Die Technische Informatik wird von der Fakultät für Physik und Astronomie unterstützt. Die dezentrale und interdisziplinäre Struktur der angewandten Informatik an der Universität Heidelberg gibt dem Studiengang "Anwendungsorientierte Informatik" ein besonderes Profil.

Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Ambos-Spies
Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik
Im Neuenheimer Feld 288, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 545758, Fax 548312
dekanat@mathi.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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