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Powerfrau mit feministisch-religiösem Spirit

14.10.2002 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Gastprofessur Theologie interkulturell 2002: Religionen und Frauen in Asien. Wege zu einer 'spirituality for life'

FRANKFURT. Prof. Mary John Mananzan aus Manila/Philippinen ist im Wintersemester 2002/03 Inhaberin der traditionsreichen Gastprofessur Theologie interkulturell.

Die Schwerpunkte ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit im Rahmen einer deutlich feministischen Religiosität speisen sich aus dem ungewöhnlichen Lebenslauf der Powerfrau. Manzanan stammt aus der philippinischen Mittelklasse, wurde Benediktinerin, studierte Geschichte in Manila, später dann Philosophie und Theologie in Münster, und promovierte summa cum laude über ein Thema zu Wittgenstein.

Nach der Rückkehr auf die Philippinen, beginnt sie Theologie zu lehren und erlebt im Kriegsrecht unter Marcos ihre 'Feuertaufe': Sie folgt einem Aufruf an Ordensleute, streikende Arbeiter durch ihre Präsenz zu schützen; der Versuch misslingt, sie erfährt die Brutalität des Militärs und die eigene Hilflosigkeit.

Aus der Analyse von Gesellschaft und Kirche erwachsen politisches Bewusstsein und Engagement für das Volk. Sie befasst sich mit oft tabuisierten Formen der Unterdrückung von Frauen, gründet Frauenorganisationen und wird Vorsitzende des größten Frauendachverbands des Landes. Der Diskriminierung und Gewalt setzt sie eine neue 'spirituality for life' entgegen, die sie zusammen mit andern asiatischen Theologinnen und mit Frauen aus verschiedenen Religionen entwickelt.

Sie gründet und leitet das Institute of Women´s Studies in Manila, ist Mitbegründerin einer ökologischen Farm, eines Women´s Crisis Center, ferner von Citizens Alliance for Consumer Protection, des Institute of Religion and Culture, der Women Historians of the Philippines. Und sie ist eine viel gefragte Referentin bei Tagungen und Vorträgen rund um die Welt.

Die Schwerpunkte ihrer Lehrtätigkeit und Projektarbeit schlagen sich auch in Büchern (Women and Religion; Women Resisting Violence: Spirituality for Life; To be Fully Human; Challenges to the Inner Room; Biblico-Theological Reflections) und zahlreichen Aufsätzen, vor allem zu feministischer Befreiungstheologie, zum Miteinander der Religionen und zu einer neuen Spiritualität nieder.

Die Ergebnisse jüngster Feldforschungen in Indien, Indonesien, Thailand und Japan wird sie unter anderem in Form von Video-Interviews in ihre Frankfurter Vorlesungen einfließen lassen.

Die Vorlesungsreihe "Religionen und Frauen in Asien. Wege zu einer lebensfördernden Spiritualität" (mit Diskussion) findet ab 16. Oktober jeweils Mittwoch um 16 Uhr c.t. im Casino (Raum 823) des IG Hochhauses statt.

Das Begleitseminar "Mystik in asiatischen Religionen und im Christentum" findet mittwochs von 10 bis 12 Uhr, das Oberseminar "Special issues of women in Asian religions" ab 28. Oktober 14tägig montags von 16 bis 19 Uhr, jeweils im IG Hochhaus, Nebengebäude, Raum 1.731, statt.

Informationen: Sekretariat Fachbereich Katholische Theologie, Grüneburgplatz 1, Nebengebäude, Raum 2.718 oder 1.716, Tel.: 798-33340 oder -33348, E-Mail: Beate.Mueller@em.uni-frankfurt.de
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