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Pressekonferenz mit EU-Kommissar Philippe Busquin

05.07.2001 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Ort: Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Steinbachstrasse 15, 52075 Aachen
Dienstag, 24. Juli 2001
14.40 - 15.30 Uhr: Führung durch das Fraunhofer ILT
15.30 - 16.00 Uhr: Pressekonferenz

Vor wenigen Wochen schlug der EU-Forschungskommissar Philippe Busquin Alarm: "In den zukunftsträchtigen Schlüsseltechnologien der EU werden jährlich rund 50 000 Forscher und Wissenschaftler fehlen." Hochgerechnet bis zum Jahr 2010 bedeutet dies ein Defizit von 500 000 Spitzenforschern in Europa. Das Dossier mit diesem statistischen Zahlenmaterial, das den EU-Forschungsministern vorgelegt wurde, zeigt schonungslos, dass Europa eine Krise in Forschung und Wissenschaft droht. Will die EU tatsächlich bis 2010 die Nummer 1 in der globalen Wissenschaftslandschaft einnehmen - dieses Ziel hatten die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Lissabon im März 2000 gesetzt -, müssen die Länder erheblich in Forschungsförderung, Bildungsausgaben und Wissenschaftleraustausch investieren.

Der Vergleich mit den USA und Japan zeigt, wie schlecht die Zeichen stehen: Der Anteil von Naturwissenschaftlern je tausend Beschäftigte beträgt in Japan 9,3, in den USA 8,1 in der EU 5,3 Prozent. Deutschland befindet sich mit 6,1 Prozent nur im europäischen Mittelfeld. Dabei hängen "die Wettbewerbs- und die Innovationsfähigkeit eines Landes entscheidend vom Potential hoch qualifizierter Arbeitskräfte ab", beschreibt Busquin die Herausforderungen der Zukunft. Schon im vergangenen Jahr hatte Busquin mit dem Strategiepapier "Hin zu einem europäischen Forschungsraum" großes Aufsehen erregt. Ziel ist, die Kräfte innerhalb der Europäischen Union besser zu bündeln, um im internationalen Forschungs- und Technologiewettbewerb bestehen zu können. Künftig sollen die vertraglichen und organisatorischen Forschungsbarrieren zwischen den Mitgliedstaaten fallen und der Austausch gefördert werden. Der Blick in die Vergangenheit zeigt: In Gebieten intensiver Zusammenarbeit sind europäische Forscher heute an der Weltspitze. Deshalb unterscheidet sich das neue, sechste Rahmenprogramm ganz klar von der bisherigen Forschungspolitik. Hier war das "Gießkannenprinzip" üblich, viele kleine einzelne Projekte wurden gefördert. Ab 2003 hingegen werden gezielt Großforschungsvorhaben unterstützt. Die Instrumente sind im wesentlichen Exzellenz-Netzwerke und integrierte Projekte, die verstärkt anwendungsnahes Wissen erzeugen sollen.

Nun besucht der EU-Kommissar erstmals die Fraunhofer-Gesellschaft, um mit der größten europäischen Organisation für angewandte Forschung über Kooperationen und die Umsetzung der strategischen Ziele zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Vorschläge für das sechste Rahmenprogramm der EU. Diese neue Strategie wird aus der Perspektive der Wissenschaftler mit Busquin diskutiert. Denn die Fraunhofer-Gesellschaft wird - nach dem Ausbau der internationalen Aktivitäten in den USA und Asien - einen Schwerpunkt in Europa setzen. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung des Fraunhofer-Büros in Brüssel im Januar diesen Jahres, hinzu kommen Kooperationen mit ausländischen Forschungsorganisationen. So wurden bereits Centers in Göteborg und Paris mit dortigen Partnern gegründet, weitere werden in Mailand und Dublin vorbereitet.

Nach Abschluß der Gespäche, die am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen stattfinden, wird Kommissar Busquin gemeinsam mit dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jürgen Warnecke, auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse berichten und Fragen zur Entwicklung der europäischen Forschungslandschaft beantworten; es wird simultan übersetzt. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Vorher können Sie gerne mit Busquin und weiteren Gästen an der Führung durch die Applikationslabors mit live-Präsentationen des Fraunhofer-Instituts teilnehmen. Dort werden Experten herausragende EU-Projekte vorstellen. Wenn Sie an dem Rundgang teilnehmen möchten, sollten Sie bereits um 14.40 Uhr am ILT eintreffen. Die Pressekonferenz beginnt direkt anschließend um 15.30 Uhr.

Bitte melden Sie sich an, damit wir besser planen können. Sollten Sie weitere Informationen benötigen oder spezielle Interviewwünsche haben, rufen Sie uns einfach an. Wir werden versuchen, Ihnen beste Arbeitsbedingungen zu verschaffen und freuen uns, Sie in Aachen begrüßen zu dürfen.

Franz Miller

Telefon: 0 89/12 05-5 33
Fax: 0 89/12 05-7 13
miller@zv.fhg.de
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