Die "Neue Rechte" als Herausforderung der Politik05.07.2001 - (idw) Hochschule Vechta
Eine wichtige Basis für den Zulauf zur "Neuen Rechten" bildet das mangelnde Vertrauen vor allem junger Menschen in die etablierten Parteien. Ein Symposium an der Hochschule Vechta will Ansätze aus Wissenschaft und Praxis aufzeigen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
VECHTA. Unter dem Etikett "Die Neue Rechte" sammelt sich der politisch rechte Rand in der Gesellschaft der Bundesrepublik. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich von den einfachen und ideologisch verzerrten Parolen und Denkmustern angezogen - und dies keineswegs nur in den neuen Bundesländern. Eine wichtige Basis des Aufschwungs rechtsextremer Anschauungen bildet die Abkehr von den etablierten Parteien. Empirische Befunde haben wiederholt gezeigt, dass das Vertrauen vieler Jugendlicher in die parteipolitische Landschaft der Bundesrepublik nur schwach ausgeprägt ist. Vor diesem Hintergrund kann es rechten Gruppierungen verstärkt gelingen, Jugendliche für ihr Gedankengut zu gewinnen, indem einfach klingende Scheinlösungen für komplexe soziale Probleme angeboten werden. Verschiedene Aspekte dieser Problematik will ein Symposium unter dem Titel "Die Neue Rechte": Eine Herausforderung für Forschung und Praxis untersuchen, das am Donnerstag, dem 12. Juli 2001, an der Hochschule Vechta stattfindet. Veranstalter ist das Zentrum für Vertrauensforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Hochschule. Das Symposium schliesst mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Neue Rechte in Deutschland", an der der Innenminister des Landes Niedersachsen, Heiner Bartling (SPD), sowie Antje Radcke (Bündnis 90/Die Grünen), Cornelia Schmalz-Jacobsen (FDP) und Lutz Stratmann (CDU) teilnehmen werden. Tagungsprogramm:
9.00 Uhr Begrüßung durch den Rektor der Hochschule Vechta, Prof. Dr. Jürgen Howe 9.15 Uhr - 9.30 Uhr Einführung Prof. Dr. Martin K.W. Schweer, Leiter des Zentrums für Vertrauensforschung an der Hochschule Vechta 9.30 Uhr - 10.00 Uhr Politikverdrossenheit, Misstrauen und politisches Engagement Prof. Dr. Siegfried Preiser, Universität Frankfurt 10.00 Uhr - 10.30 Uhr Die intellektuelle Neue Rechte in Deutschland. Zwischen metapolitischem Diskurs und realpolitischem Engagement Rainer Benthin M.A. und Friedemann Schmidt M.A., Berlin 10.30 Uhr - 11.00 Uhr Kaffeepause 11.00 Uhr - 11.30 Uhr Zur Berichterstattung über Ausländer in den Medien. Negative Merkmale und konstruktive Ansätze Dr. Christian Schicha, Universität Dortmund 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr Die Neue Rechte: Opfermythos, symbolische Macht der Institutionen und kulturelle Praxis des Fremden PD Dr. Ingeborg Villinger, Universität Freiburg 13.00 Uhr - 13.30 Uhr Umgangsformen mit der Geschichte des Nationalsozialismus Dr. Mechthild Kiegelmann, Universität Tübingen 13.30 Uhr - 14.00 Uhr Die "Neue Rechte" als Herausforderung für gesellschaftspolitische Erwachsenenbildung Dr. Michael Schemmann, Universität Bochum 14.00 Uhr - 14.20 Uhr Rechtsextremismus bei Jugendlichen - Einsichten, Fehlsichten, Aussichten Prof. Dr. Monika A. Vernooij, Universität Würzburg 14.20 Uhr - 14.40 Uhr Die Rolle von Mädchen in rechten Jugendcliquen und wie Sozialarbeit darauf reagieren kann Dipl.-Soz.-Päd. Michaela Köttig, Universität Köln 14.40 Uhr bis 15.00 Uhr Diskussion 15.00 Uhr - 16.00 Uhr Kaffeepause 16.00 Uhr - 16.20 Uhr Zwischen Antisexismus und völkischem Denken - Frauen(selbst)bil-der und Geschlechterideologien in der rechten Szene Dr. Renate Bitzan, Universität Göttingen 16.20 Uhr - 16.40 Uhr Rechtsextremismus bei jungen Frauen - Zusammenhänge zwischen geschlechtsspezifischen Erfahrungskonstellationen und politischen Orientierungen Dr. Gertrud Siller, Universität Göttingen 16.40 Uhr - 17.00 Uhr Diskussion 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Die "Neue Rechte" in Deutschland mit Heiner Bartling (Innenminister des Landes Niedersachsen, SPD), Antje Radcke (Bündnis 90/Die Grünen), Cornelia Schmalz-Jacobsen (FDP), Lutz Stratmann (CDU) Moderation: Bernd Frye, freier Journalist
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