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Protein-Phosphorylierung und Protein-Phosphatasen

05.07.2001 - (idw) Philipps-Universität Marburg

200 Wissenschaftler aus 21 Ländern kommen zur EMBO-Konferenz in Marburg

Vom 8. bis 12. Juli 2001 wird Marburg wieder einmal zum Treffpunkt inter-nationaler Spitzenwissenschaftler. Anlass ist die internationale Konferenz "Protein-Phos-phory-lierung und Protein-Phosphatasen" unter der Schirmherrschaft der Europäischen Gesellschaft für Molekularbiologie (EMBO). Diese jährlich im Wechsel zwischen Amerika und Europa statt-findende Tagung wird zum ersten Mal in Deutschland durchgeführt. Ausgerichtet wird sie unter der Federführung von Professor Susanne Klumpp aus der Abteilung Biochemie des Fachbe-reichs Pharma-zie der Philipps-Universität.

Gegenstand der Tagung im Marburger Sorat-Hotel ist die Regulation von Enzymen durch Phosphorylierungen. Enzyme sind Proteine (Eiweiße), die für die Herstellung und Umwandlung aller für den Körper not-wendigen Stoffe verantwortlich sind. Ein Grundprinzip dieser Regulation ist das Hinzufügen oder Entfernen so genannter "Phosphat"-Gruppen, die quasi einen "Ein/Aus"-Schalter für die Aktivität von Enzymen darstellen können.

Für Arbeiten auf diesem Gebiet wurden in den letzten Jahren gleich drei Nobelpreise für Medizin vergeben. Dies unterstreicht die ungeheure Bedeutung dieser Regulation durch Phos-pho-rylierungen für das Leben - und die Be-einträchtigung desselben durch Krankheiten. Fehl-funktionen dieser Regulation sind beispielsweise an der Entstehung von Krebs oder Diabetes beteiligt. Auch die Gewebeabstoßung nach Trans-plan-tat-ionen, das Absterben größerer Hirngebiete nach einem Schlaganfall oder solche Prozesse wie Lernen und Gedächtnis gehen auf Phosphorylierungen zurück.

Um zu zeigen, dass auch nach drei Nobelpreisen noch lange nicht alles Wesentliche auf diesem Gebiet erforscht ist, kommen etwa 200 Wissenschaftler aus 21 Ländern in Marburg zusammen. Über 40 renommierte Wissenschaftler aus den USA, Israel, Japan, Indien, Australien und Europa werden in ihren Vor-trägen über ihre neuesten Erkenntnisse auf diesem Gebiet berichten. Weitere 80 Wissen-schaft-ler werden anhand von Postern über ihre Arbeit informieren und mit den anderen Konferenz-teilnehmern darüber diskutieren. Einer der Schwerpunkte der Diskussionen werden dabei die der Ent-stehung von Krebs zugrunde-liegenden Regulationsmechanismen sein. Diese haben als mögliche Ansatzpunkte für eine Therapie der Erkrankung eine besondere Be-deut-ung. Weitere Schwerpunkte werden die Entstehung von Diabetes und die Bedeutung der Phosphorylierung für Funktion und Sterben der Zellen im Gehirn sein.

Auf die hohe wissenschaftliche Qualität dieser Tagung deutet auch die sehr große Anzahl an Anmeldungen von Wissenschaftlern hin, die bedauerlicherweise nicht alle berücksichtigt werden konnten. Doch neben den wissenschaftlichen Aspekten wird auch der gesellschaft-liche Teil nicht zu kurz kommen. Marburg als alte Universitätsstadt mit einem regen gesellschaftlichen Leben wird dazu genug Gelegenheit bieten. Besondere Höhepunkte werden die Eröffnungs-ver-an-staltung im Fürstensaal des Landgrafenschlosses sein sowie ein Dinner in der Alten Universität. In der dortigen Alten Aula wird anschließend (Mittwoch, 20.15 Uhr) Sir Philip Cohen referieren, einer der Pioniere dieses Forschungsgebietes. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er zum "Fellow of the Royal Society", der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaft weltweit, ernannt und von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben.
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