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Schulerfolg keineswegs nur eine Frage der Begabung: Neue Lernstrategien für den Physikunterricht

03.08.2004 - (idw) Technische Universität Hamburg-Harburg

Dass der Schulerfolg einzig von der Begabung des Lernenden und dem pädagogischen Geschick des Lehrenden abhängt, stimmt nicht ganz. Studien belegen, dass Lernende, zum Beispiel im Fach Physik, oft an der gleichen Stelle Verständnisprobleme haben, weitgehend unabhängig von ihrer Intelligenz.

Christian H. Kautz, Ph. D., seit kurzem Juniorprofessor für "Integrierte Fachdidaktik" an der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH), untersuchte zwischen 1993 und 1999 als Mitglied der Physics Education Group an der University of Washington, USA gezielt Verständnisschwierigkeiten in der Physik. Sein Fazit: "Ob in der Schule oder Hochschule, es sind die gleichen inhaltlichen Schwierigkeiten. Diese treten weitgehend unabhängig von den pädagogischen Fähigkeiten des Lehrenden und von den Begabungen der Lernenden und sogar länderübergreifend auf."


Auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit Physiklehrerinnen und Physiklehrern der Region wird der Fachdidaktiker am 18. August in der TUHH zentrale Ergebnisse seiner fachdidaktischen Forschungen über Verständnisschwierigkeiten in der Physik vortragen. Gemeinsames Ziel dieses Treffens ist die Entwicklung neuer Lernstrategien für den Physikunterricht an Schulen. Denn auch hier gilt: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Zumindest ist es schwer, falsch Verstandenes im Nachhinein zu korrigieren. "Lücken aus der Schulzeit können in der Uni schnell zu Löchern werden und das ingenieurwissenschaftliche Studium enorm erschweren", sagt Kautz.

Erfahrungen auf diesem Gebiet bringt Juniorprofessor Kautz aus den USA mit, wo er unter anderem maßgeblich an der Entwicklung neuer Unterrichtsmaterialien für Studierende der Physik im Nebenfach und für angehende Lehrerinnen und Lehrer beteiligt war. Außerdem hat der Physiker aus Heidelberg als Assistant Professor an der Syracuse University, USA an der Reform der Physikausbildung für Studierende der Ingenieurwissenschaften und der "Life Sciences" (Lebenswissenschaften) entscheidend mitgewirkt.

Die TUHH setzt mit diesem Angebot an die Fachlehrerinnen und Fachlehrer konsequent ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schulen der Region fort. Mit einer Fülle von Aktionen und zahlreichen Programmen wird das allgemeine Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächern seit Jahren gezielt geweckt und gefördert. Die TUHH sieht sich dabei als Glied in der Kette naturwissenschaftlicher Ausbildung und ihr Engagement vor dem Hintergrund des schwindenden Interesses Jugendlicher an Naturwissenschaften und Technik.

Jutta Katharina Werner
Technische Universität Hamburg-Harburg
- Pressesprecherin -
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