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Prof. Dr. Th. Hanschke wurde zum Prorektor für Studium und Lehre für eine zweite Amtszeit gewählt

13.07.2001 - (idw) Technische Universität Clausthal

Das Konzil der TU Clausthal wählte in seiner Sitzung am 11. Juli Professor Dr. Thomas Hanschke, derzeit Prorektor für Studium und Lehre, mit 27Ja-Stimmen und vier Enthaltungen für die folgende Amtszeit vom 1. April 2002 - 31. März 2004 zum Prorektor für Studium und Lehre. Prof. Dr. Thomas Hanschke skizzierte vor dem Konzil die Entwicklung des deutschen Bildungssystem in Analogie zur Umstrukturierung in der Software-Industrie und nannte die aus seiner Sicht absehbaren Trends für die Zukunft.


Professor Dr. Thomas Hanschke, Prorektor für Studium und Lehre der TU Clausthal Der Rektor, Professor Dr. Ernst Schaumann, sagte in der Begründung seines Wahlvorschlages: "Professor Hanschke hat sich für die Wiedergewinnung der Lehrerausbildung an die TU Clausthal mit sehr guten Vorschlägen eingesetzt, des weiteren treibt Herr Hanschke die Entwicklung gestufter Studiengänge und die Vereinheitlichung des ingenieurwissenschaftlichen Grundstudiums voran. Ich wünsche mir, daß diese Ansätze weiter verfolgt werden. Obwohl wir heute nicht wissen, wann das neue Niedersächsische Hochschulgesetz kommen wird, sollten wir heute auf der Basis der Rektoratsverfassung der TU Clausthal die Entscheidungen für die Zukunft treffen und uns dann bestmöglich auf neue Gegebenheiten einstellen."

Professor Hanschke, befragt zu seinen Zielvorstellungen für dieses Amt, beschrieb Veränderungen des deutschen Bildungssystems in Analogie zu Veränderungen der deutschen Industrie. Als er 1986 in die IBM eintrat, beschäftigte man sich dort gerade damit, die Geschäfts- und Arbeitsabläufe zu vereinheitlichen, um sie der elektronischen Zwangsführung zu unterwerfen. Der zunehmenden Komplexität der Produktion und dem Kostendruck versuchte man durch Modularisierung, Segmentierung und Fremdbezug Herr zu werden. Diese Entwicklung ging mit einen massiven Arbeitsplatzabbau einher.

Genauso wie die Rationalisierungsmaßnahmen in der Industrie zielt auch die Hochschulreform darauf ab, die Auswirkungen knapper werdender Ressourcen durch Nutzung von Synergien und moderner Technologien zu kompensieren. Folgerichtig wurde deshalb auch im Bildungswesen zunächst versucht, Transparenz und Effizienz des Systems durch die Einführung von Regelstudienzeiten und deren Festschreibung in Modellstudienplänen zu erhöhen. Um den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, wurden neue interdisziplinäre Studiengänge geschaffen und gestufte Studiengangsmodelle (Bachelor und Master) entwickelt. Die mit der Diversifizierung verbundene Modularisierung von Studieninhalten ermöglicht nicht nur, sich besser den Möglichkeiten des Arbeitsmarktes anzupassen, sondern auch Teile der Ausbildung auszulagern oder von einer anderen Institution zu beziehen (z.B. in Form von Teleteaching). Die Protagonisten des e-Learning gehen deshalb noch einen Schritt weiter. Sie arbeiten an der strategischen Zielsetzung, standardisierte Vorlesungen mit exzellentem akademischen Lehrpersonal multimedial aufzubereiten und dann dezentral an vielen Hochschulen gleichzeitig anzubieten. Um sich die Urheberrechte an den fachlichen Inhalten zu sichern, haben einige Media-Konzerne bereits renommierte Wissenschaftsverlage aufgekauft.

"Sollte sich der Staat also weiter aus seiner bildungspolitischen Verantwortung zurückziehen, ist abzusehen, dass diese Neuordnung viele Universitäten und Fachhochschulen in den Ruin treiben wird. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig auf diese Entwicklung zu reagieren." So Professor Hanschke.

Der Technischen Universität Clausthal empfiehlt Professor Hanschke, stärker auf ihre Kernkompetenzen einer Technischen Universität zu setzen. Die enge Verzahnung von Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Forschungsbezug und der hohe Grad der Interdisziplinarität führen zu einer natürlichen Abgrenzung zu Universitäten und Fachhochschulen. Es ist deshalb wichtig, diese Stärken bereits in der Ausgestaltung der Studiengänge zum Ausdruck zu bringen. Ein besonderes Merkmal der Clausthaler Studiengänge könnte z.B. darin liegen, dass den Studenten zusätzlich zum Fachwissen besondere Sekundärfähigkeiten vermittelt werden, die sie befähigen, sich in einer veränderlichen und flexibilisierten Arbeitswelt zurechtzufinden. Schließlich sollte es auch im Sinne der Wissenschaft sein, wenn sich die Absolventen im beruflichen Alltag mit ihrem Wissen und ihren Ideen erfolgreich durchsetzen können.

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