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Natürlicher Pflanzenschutz: Moosextrakt gegen Schnecken

16.07.2001 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Heutzutage versuchen Naturwissenschaftler zunehmend, der Natur auf die Schliche zu kommen und ihre "Tricks" abzuschauen. Wie Moose mögliche Feinde abwehren, ohne Stachel oder Dornen zu haben, ist einer davon. Forschern der Universität Bonn ist es nun gelungen, dieses "Naturpatent" für den Menschen nutzbar zu machen.


Salatblätter mit und ohne Fraßschutz Schon seit langem ist bekannt, dass Moose nur von wenigen Tieren gefressen oder Pilzen befallen werden. Und das, obwohl sie keine Schutzmechanismen haben wie andere Pflanzen, die sich mit Stacheln, Dornen oder Haaren gegen ihre Fraßfeinde zur Wehr setzen. Moose haben aber im Laufe der Evolution einen Wirkstoffmix entwickelt, der für den Fraßschutz verantwortlich ist. Es ist ein ganzer chemischer "Cocktail", der in den Zellwänden produziert wird.

Schon vor 30 Jahren ist es japanischen Wissenschaftlern gelungen, diesen Wirkstoffmix zu isolieren. Zu einer Anwendung ist es aber bisher noch nicht gekommen, da die Isolation und die Wirkungs- und Umweltverträglichkeitstest sehr zeitraubend und kostspielig sind. Jetzt hat Prof. Dr. Jan-Peter Frahm vom Botanischen Institut der Universität Bonn erstmals praktische Tests durchführen lassen, ob sich der Moos-Cocktail zum Schutz vor Schneckenfraß eignet. Dabei wurden Salatblätter mit dem Moosextrakt besprüht und Schnecken zum Fraß angeboten. Die mit dem Wirkstoff behandelten Blätter blieben unberührt, die mit einem Lösungsmittel besprühten Kontrollblätter aber wurden gefressen. Diese Tests zeigten, dass Moosextrakt ein hochwirksames Mittel zur Schneckenabwehr ist.

Pünktlich zum Beginn der Gartensaison wurde das Mittel auf den Markt gebracht. Damit ist nun eine Alternative zu den bisher handelsüblichen Produkten gefunden, die leichter biologisch abbaubar und umweltverträglicher ist.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jan-Peter Frahm, Botanisches Institut, Tel.: 0228/73-2121, Fax: 0228/73-3120, E-Mail: frahm@uni-bonn.de
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