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Jäger erklärt Life Sciences zur Leitwissenschaft der Universität

16.07.2001 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Jahresbericht von Rektor Jäger: "Mit wissenschaftlicher Exzellenz und professionellem Marketing meistern wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts"

Der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger, ging heute in seinem Jahresbericht erstmals vor dem Senat und dem Universitätsrat auf die Entwicklungsplanung der Universität ein. Ende des Jahres werde nach breiter Diskussion über die Neukonzeption der Fakultäten entschieden. Wie Jäger betonte, werden "diese schlagfähigen, an innovativen Konzepten orientierten Fakultäten die Freiburger Universität in die Lage versetzen, auch zukünftig erfolgreich im wissenschaftlichen Wettbewerb zu bestehen."

Die Universität Freiburg werde sich, so Jäger, flexiblere Organisationsformen geben. Dazu zähle auch die fakultätsübergreifende Zentrenbildung. Bereits jetzt hätten sich solche übergreifenden "Centers of excellence" wie das Frankreich- oder das Materialforschungszentrum bewährt.

Eine besondere Bedeutung komme dabei den Life Sciences als einer künftigen Leitwissenschaft an der Freiburger Universität zu. Der "Zentrenverbund Life Sciences", an dem die Fakultäten für Biologie, Medizin, Chemie und Pharmazie sowie Forstwissenschaften beteiligt seien, befinde sich im Aufbau. Hier würde die rasche Übertragung der Ergebnisse der Grundlagenforschung in angewandte, industrienahe Projekte betrieben. Der Zentrenverbund werde aus dem Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellforschung (ZBMZ), dem Zentrum für Funktionelle Genomics (ZFG), dem Neurowissenschaftlichen Zentrum (NWZ) sowie dem bereits existierenden Zentrum für Angewandte Biowissenschaften (ZAB) bestehen. Gleichzeitig sollen diese Zentren einen Kristallisationspunkt für den Diskurs der Natur- mit den Geisteswissenschaften über die behandelten Themen bieten.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau der Bioinformatik in Freiburg. Drei Professuren würden derzeit neu besetzt. Jäger verwies außerdem in seiner Rede auf das neue "Zentrum für Anthropologie und Gender Studies".

Die konsequente Internationalisierung der gesamten Universität hob Jäger als eines der wesentlichen Punkte im Profil der Albert-Ludwigs-Universität hervor. Er erwähnte dabei die Einführung neuer Bachelor- und Master-Studiengänge, die verbesserte Betreuung ausländischer Gastwissenschaftler und die internationale Vernetzung in renommierten Netzwerken wie "Universitas 21" oder das Regio-Netzwerk EUCOR. Rektor Jäger verwies auch voller Stolz darauf, dass der Anteil der ausländischen Studierenden in Freiburg 16 Prozent betrage; der bundesweite Durchschnitt liege derzeit bei 10 Prozent.

Jäger erwähnte auch die zahlreichen Partnerschaften mit Universitäten in der ganzen Welt, die Freiburger Studierenden das Auslandsstudium ermöglichten. Zuletzt wurden Vereinbarungen über einen Studentenaustausch mit Kanada geschlossen.

Der Rektor hob auch die Alumni-Organisation hervor: "Alumni Freiburg e.V., die Gemeinschaft ehemaliger Studierender unserer Universität, ist eine wichtige Säule der Förderung einer corporate identity an unserer Universität", meinte Jäger. Zum internationalen Alumni-Millennium-Meeting im Juli 2000 seien über 1000 ehemalige Studierende nach Freiburg gekommen.

Jäger ging in seinem Bericht auf die interuniversitäre Mittelverteilung des Landes Baden-Württemberg ein. Bei aller bestehenden und berechtigten Kritik an der dem System der Mittelverteilung zugrundeliegenden Modellkonfiguration, die die klassischen Universitäten aufgrund ihrer Prioritätensetzung auf die Drittmitteleinwerbung eindeutig benachteilige, müsse sich die Universität Freiburg damit auseinandersetzen, dass intern eine rasche Verbesserung der negativ zu Buche schlagenden Bereiche erzielen werden müssten. Das Rektorat werde daher seine Politik der gezielten Leistungsanreize konsequent fortsetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Ausgangslage bei der staatlichen Mittelverteilung zu verbessern.

Im Übrigen zeigte sich Jäger erfreut, dass sich die Drittmitteleinnahmen im vergangenen Jahr von 71,8 Mio DM auf 81,6 Mio DM (ohne Klinikum) gesteigert hätten.

Der Freiburger Rektor konnte auch in diesem Jahr von einer kontinuierlichen Verbesserung der Bau- und Raumsituation berichten. Sanierungsmaßnahmen, Neubauten, Richtfeste und Grundsteinlegungen gaben Anlaß zur Freude. So habe der Ministerrat aufgrund der erfolgreichen Arbeit der Fakultät für Angewandte Wissenschaften, deren Studierendenzahlen weiter stiegen, den Bau eines zusätzlichen Forschungsgebäudes bewilligt.

Zur Verbesserung der Betreuung von Studierenden verwies Jäger auf das neue Career Center und kündigte die Einführung einer UniCard an. Diese multifunktionale Chipkarte, die neben klassischen Ausweisfunktio-nen ein breites Spektrum von Serviceleistungen sowie Sicherheits- und Selbstbedienungsfunktionen rund um Studium und Lehre erschließt, soll auch das bargeldlose Bezahlen in Mensa und Cafeteria ermöglichen.

Jäger stellte am Ende seines Berichts seine Pläne für die kommenden Jahre vor. Kernpunkt seines Konzepts: "Wir haben uns das Ziel gesteckt, die Universität Freiburg erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Dazu gehört, dass wir unsere Fächer-Bandbreite als Freiburger Profil erhalten, dieses Profil zugleich aber in zentralen wissenschaftlichen Bereichen schärfen. Nur so können wir ein Angebot auf dem Markt etablieren, das entsprechende Nachfrage stimuliert und auf diese reagieren kann."

Um dieses Ziel zu erreichen propagierte er eine konsequente Strategie der Internationalisierung aller universitären Bereiche. Zusätzlich müsse die Universität finanzielle Spielräume eröffnen, die ihr gezielte Investitionen in zukunftsträchtige Bereiche erlaubten. Um diese Strategien umsetzen zu können, bedürfe es eines Fächers innovativer Ideen und Mittel. Zu ihnen zähle vor allem die Gründung von Zentren. Durch die Ausweisung und Förderung von "Centers of Excellence" gewinne die Universität ein unverwechselbares Profil, das wiedererkannt werde und so Nachfrage stimuliere. Nach innen sei die corporate identity weiter zu stärken, um nach außen einheitlich, kompetent und verläßlich aufzutreten.

Diese Maßnahmen könnten aber nur verwirklich werden, wenn die notwendigen Ressourcen hierfür zur Verfügung stünden. Neue Steuerungsinstrumente, der Globalhaushalt sowie die Budgetierung sollen helfen, Schritte dorthin zu unternehmen.

Jäger betonte am Schluß seiner Rede: "Wissenschaftliche Exzellenz, ein professionelles Marketing sowie konsequentes, an wirtschaftlicher Effizienz und Effektivität orientiertes Denken und Handeln müssen Hand in Hand gehen. Nur so können wir die Albert-Ludwigs-Universität erfolgreich für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts rüsten."

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