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Lise-Meitner-Preis für Physik verliehen

18.07.2001 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Die Vereinigung der Freunde und Förderer des Institutes für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin e.V., ein Verein, der sich die Pflege und Förderung der Kontakte zwischen dem Institut für Physik, seinen Absolventen, der Industrie und der Öffentlichkeit zum Ziel gesetzt hat, hat in diesem Jahr zum vierten Male den Lise-Meitner-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Rahmen einer Festveranstaltung am 13 Juli 2001 im Magnus-Haus Berlin verliehen.


Robert A. Kaindl
Jochen Kienert Die diesjährigen Preisträger des Lise-Meitner-Preises sind Dr. rer. nat. Robert A. Kaindl und Dipl.-Phys. Jochen Kienert.


Robert A. Kaindl, geb. 26.01.1972 in Oakland/USA, Studium der Physik 1991 - 1996 in München und Berlin, 1996 - 2000 Mitarbeit am Max-Born-Institut bei Prof. Dr. Thomas Elsässer, Promotion 24.7.2000
Gegenstand der Dissertation von Dr. Robert A. Kaindl, sind ultraschnelle Prozesse in Hochtemperatur-Supraleitern und Halbleiternanostrukturen, die er mit Methoden der Femtosekunden-Infrarotspektroskopie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Elsässer am Max Born Institut, Berlin-Adlershof untersuchte. In Hochtemperatursupraleitern wurde das aus Paaren gekoppelter Ladungsträger bestehende Kondensat studiert, welches für die Supraleitung verantwortlich ist. Dabei konnten erstmals verschiedene Beiträge zum dynamischen Verhalten getrennt beobachtet und ihr Einfluss auf die optischen und elektrischen Eigenschaften analysiert werden. Es zeigt sich, dass die Kopplung von Ladung und Spin, d.h. dem Eigendrehimpuls der Elektronen, eine wesentliche Rolle für die Supraleitung spielt. Die gewonnenen Informationen sind von großer Bedeutung für die Realisierung optoelektronischer Bauelemente, in denen Intersubbandanregungen ausgenutzt werden, wie beispielsweise in Quantenkaskadenlasern für den infraroten Spektralbereich


Jochen Kienert, geb. 16.07.1973, in Neunkirchen/Saar, Studium der Physik 1994-2001, Studienaufenthalt an der Universität Illinois, USA 1997/98, Diplom 22.1.2001
In seiner Diplomarbeit hat sich Jochen Kienert mit dem ältesten Problem der Festkörperphysik beschäftigt, mit dem Magnetismus. Insbesondere der Ferromagnetismus gilt nach wie vor als nur sehr unvollständig verstanden. Man ist nach wie vor auf recht unterschiedliche Modellvorstellungen mit jeweils sehr eingeschränkten Gültigkeitsbereich angewiesen. Eines der intensiv untersuchten Modelle ist das sog. "Kondo-Gitter-Modell", dessen charakteristische Eigenschaften aus einer quantenmechanischen Austauschwechselwirkung zwischen quasi-freien Elektronen eines partiell gefüllten Energiebandes mit einem Ensemble von an Gitterplätzen streng lokalisierten magnetischen Momenten resultieren. Das Interesse an diesem Modell hat in jüngster Zeit mit der Entdeckung des sog. "kolossalen Magnetowiderstands" in gewissen Mangan-Oxyden noch einmal dramatisch zugenommen, nicht zuletzt wegen des vielversprechenden technologischen Potentials.
Herr Kienert hat in seiner Diplomarbeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Nolting eine Approximation zum Viel-Teilchen-Problem des Kondo-Gitter-Modells entwickelt, die es gestattet, die sich einander bedingenden magnetischen und elektronischen Eigenschaften der erwähnten Systeme selbstkonsistent zu bestimmen. Magnetische Phasendiagramme konnten allein über temperaturabhängige, elektronische Quasiteilchen-Strukturen berechnet und gedeutet werden. Kienerts Untersuchungen zum Einfluß der Elektron-Elektron-Coulomb-Wechselwirkung auf den Magnetismus der Kondo-Gitter-Systeme sind absolut neu und werden mit Sicherheit nach ihrer Veröffentlichung in Expertenkreisen dieses international hochkarätig besetzten Forschungsgebiets auf entsprechendes Interesse stoßen.

Fotos der Preisträger sind in elektronischer Form in der Pressestelle nachzufragen (2093-2449).

Weitere Informationen: Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön, Tel.: 2093-7945, - 8039,
e-mail: lutz.schoen@physik.hu-berlin.de
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