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Politik muss Detailregulierungen in den Hochschulgesetzen aufgeben

15.10.2002 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

BDA, HRK und Stifterverband:
Politik muss Detailregulierungen in den Hochschulgesetzen aufgeben - Betriebe setzen auf arbeitsmarktorientierte Hochschulausbildung

Wirtschaft und Wissenschaft fordern eine Internationalisierung der Ausbildung an den Hochschulen. Dabei muss die Befähigung, später die Kenntnisse auf dem internationalen Arbeitsmarkt anwenden zu können, mit im Vordergrund stehen. Auf der Tagung "Bildungsmarkt und Arbeitsmarkt im Dialog", die von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gemeinsam in Berlin durchgeführt wurde, haben Hochschulpräsidenten und -rektoren gemeinsam mit Personalleitern aus Unternehmen Lösungswege für die bessere Verzahnung von Bildungs- und Arbeitsmarkt aufgezeigt. Die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen auf der Grundlage wissenschaftlicher Qualifikation muss ein zentrales Qualitätskriterium einer effektiven Hochschulausbildung sein. Die Politik muss dafür die überkommene Detailregulierung in den Hochschulgesetzen aufgeben und die Hochschulen in die Autonomie entlassen, forderten BDA, HRK und Stifterverband.

Deutsche Hochschulabsolventen sind im internationalen Vergleich viel zu alt und konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt mit deutlich jüngeren europäischen Absolventen. Kürzere Studienzeiten sind dringend geboten, meinten die Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft. Voraussetzung ist ein Umbau der Hochschulausbildung; zentrale Elemente sind dafür bereits in der so genannten Bologna-Erklärung, die 1999 von 29 europäischen Bildungsministern unterzeichnet wurde, festgelegt. Kennzeichen des europäischen Hochschulraums sind dabei der modulare Aufbau der Studiengänge, die verpflichtende Praxis- und Auslandsanteile enthalten müssen, sowie die internationale Kompatibilität der Abschlüsse (Bachelor und Master). Module und studienbegleitende Prüfungen sind für eine effizientere Ausbildung unverzichtbar. Außerdem erhalten die Absolventen das notwendige Rüstzeug, um für die Unternehmen auch im internationalen Einsatz erfolgreich zu sein.

Die Hochschulen müssen zusätzlich international ausgerichtete Qualifikationen ermöglichen. Dazu zählen insbesondere Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen und berufsorientierte Auslandserfahrungen. Die Unternehmen ihrerseits müssen absehbare Veränderungen der Qualifikationsprofile frühzeitig an die Hochschulen vermitteln. Sie können dabei auf ihre internationale Vernetzung und Erfahrung zurückgreifen. Studienangebote können gemeinsam von Unternehmen und Hochschulen entwickelt und durchgeführt werden.
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