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Es geht um das Menschenbild

07.08.2001 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Wolfgang Frühwald über den Streit der Literaten mit den Lebenswissenschaftlern

In ihrer Ende August erscheinenden Ausgabe (3. Quartal) veröffentlicht die Zeitschrift des Stifterverbandes "Wirtschaft & Wissenschaft" einen streitbaren Beitrag Wolfgang Frühwalds, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, zur aktuellen Debatte über Chancen und Risiken der Gentechnik und Molekularbiologie. In seinem Artikel setzt sich Frühwald mit der Diskussion um die gentechnische Menschenoptimierung in Kunst und Literatur auseinander. Während Schriftsteller wie Adolf Muschg, Durs Grünbein, Stefan Heym, Harry Mulisch lebhaft ein Recht auf Nicht-Perfektion, auf Zufall oder Schicksal fordern, hat die seriöse Wissenschaft nach Frühwalds Ansicht "keine Zeit und keine Sprache, um sich einer ausufernden Debatte mit der Literatur zu stellen". Der dringend notwendige Dialog zwischen "science" (naturwissenschaftliche Kultur) und "literature"(ästhetisch-geisteswissenschaftliche Kultur) sei noch nicht in Gang gekommen.

Frühwald hatte vor kurzem in der Zeitschrift "Forschung & Lehre" mit einem Interview über Gentechnik, Forschungsfreiheit und Menschenbild bundesweit für Aufsehen gesorgt. Dabei ließ insbesondere seine Kritik an der Position der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufhorchen. Der Beitrag Frühwalds in der Zeitschrift "Wirtschaft & Wissenschaft" ist als Vorabdruck im Internet (www.stifterverband.org) veröffentlicht.


Weitere FORUM-Themen in der August-Ausgabe von "Wirtschaft & Wissenschaft" beschäftigen sich mit einem anderen, gesellschaftspolitisch kontrovers diskutierten Thema "Informationstechnologie":

· Jürgen Renn, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, fragt nach der Bedeutung der Informationsrevolution im Internet für den Umgang mit dem Kulturerbe der Menschheit. Bis jetzt führen die neuen technischen Möglichkeiten nicht zu einer größeren Verfügbarkeit von Forschungsmaterial, sagt Renn. Im Gegenteil: Kulturgüter drohen als Spekulationsobjekt einer profitablen Online-Vermarktung der Öffentlichkeit und der Forschung entzogen zu werden. Wer Kultur im Internet sucht, findet es überraschend leer.

· Miriam Meckel, Sprecherin der Landesregierung von NRW, schreibt über die "Codes des Internet". Die Verbreitung des Web berührt, so Meckel, die Funktionsprinzipien unserer Gesellschaft. Zwar folge das Netz verblüffend stark den Regeln der analogen Welt. Doch der Anschluss an das Internet wird zusehends zum Nadelöhr, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für Meckel droht eine soziale Spaltung: zwischen denen, die an der Network-Society teilnehmen, und den anderen, die von ihr ausgeschlossen sind.

Außerdem: Eine Kritik von Generalsekretär Manfred Erhardt an den Juniorprofessuren, Auszüge aus einer Nobelpreisträger-Diskussion über den Brain Drain, ein Beitrag über eine weltweit erfolgreiche Posterausstellung über den Forschungsstandort Deutschland.

"Wirtschaft & Wissenschaft" erscheint Ende August 2001. Sie kann unter der Telefonnummer (0201) 8401-159 oder unter mail@stifterverband.de bestellt werden.
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