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Communicator-Preis 2001 für Gerold Wefer

13.08.2001 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Bremer Geowissenschaftler erhält 100.000 Mark für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit

Der Träger des diesjährigen Communicator-Preises heißt Gerold Wefer. Der Bremer Geowissenschaftler und Meeresforscher erhält den mit 100.000 Mark dotierten Preis für seine herausragenden Leistungen in der verständlichen Darstellung seiner wissenschaftlichen Arbeit in der Öffentlichkeit. Die Verleihung des Preises erfolgt am 12. September 2001 in Berlin im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Berliner Wissenschaftssommer. Überreicht wird der Preis von Dr. Arend Oetker, dem Präsidenten des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, gemeinsam mit dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker.

Der "Commmunicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Die DFG schreibt den Preis aus und nennt dem Stifterverband den von der Jury gewählten Preisträger. Insgesamt gingen 81 Bewerbungen aus unterschiedlichen Fachgebieten ein, die nach den Kriterien Relevanz, Zielgruppe, Originalität und Nachhaltigkeit von einer Jury beurteilt wurden. Die Jury, bestehend aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten, beriet nach einer Vorauswahl rund 35 Bewerbungen, die in die engere Wahl gekommen waren. Von den drei Kandidaten der Endauswahl wählte die Jury den Geowissenschaftler Gerold Wefer als Träger des Communicator-Preises 2001.

Gerold Wefer ist seit 1985 Professor für Allgemeine Geologie mit dem Schwerpunkt Meeresgeologie an der Universität Bremen. Seine aktuellen Forschungsarbeiten konzentrieren sich vor allem auf die Klimageschichte des Atlantiks und seiner Randmeere. Wefer wurde 1944 geboren und arbeitete nach Abschluss der Volksschule zunächst bei der Deutschen Bundesbahn, bevor er das Abitur nachholte und von 1968 bis 1973 in Kiel und Miami (USA) Geologie und Paläontologie studierte.

Nach der Diplomprüfung arbeitete er an der Universität Kiel, wo er promoviert wurde und sich habilitierte. Zwischen 1979 und 1983 führten Stipendien des Deutschen Akademischen Austausch-
dienstes (DAAD) und der DFG Gerold Wefer an die Scripps Institution of Oceanography in La Jolla, Kalifornien. 1985 wurde er an die Universität Bremen berufen, an der er seitdem lehrt und forscht.

Gerold Wefer bemüht sich seit vielen Jahren um die verständliche Darstellung seiner Forschungsarbeit für alle Bevölkerungsgruppen. Sein Engagement für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zeigt sich nicht nur in der Zahl, sondern auch in der Vielfalt seiner Projekte. Er begann seine Öffentlichkeitsarbeit Anfang der 80er Jahre mit wissenschaftlichen Filmen zum Thema Meeresforschung, die in verschiedenen Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt wurden. Gerold Wefer möchte mit seinen Projekten die breite Öffentlichkeit für die meereswissenschaftliche Forschung begeistern. Zu diesem Zweck organisiert er regelmäßig die Ausstellung "Wochen der Meeresforschung", die bei der letzten Veranstaltung 1998 im Bremer Rathaus rund 17.000 Besucher anlockte.

Der direkte Kontakt mit Menschen aus allen Alters- und Bevölkerungsgruppen steht im Zentrum von Wefers Bemühungen, Naturwissenschaft verständlich zu machen. So gehört zu seinen erfolgreichsten Projekten die Aktion "Wissenschaft am Telefon" (WAT) des Zentrums für Marine und Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen. Interessierte Laien bekommen hier unter einer gebührenfreien Telefonnummer Antworten auf Fragen aus dem Bereich der Meeresforschung.

Gerold Wefer fördert in allen Projekten die persönliche Begegnung zwischen Wissenschaftlern und Öffentlichkeit. Mit einem "Tag des offenen Schiffes" nutzte er an zwei Tagen 1999 den Aufenthalt des Forschungsschiffes METEOR, um der Bevölkerung die Arbeit an Bord eines Forschungsschiffes vorzustellen. Nicht nur rund 2000 Bremer nutzten die Gelegenheit, sich die Arbeit der Forscher vor Ort anzusehen und sie zu befragen. Durch die einwöchige Live-Berichterstattung im Fernsehen erreichte er Menschen in ganz Deutschland.

"Wissenschaft zum Anfassen" ist auch das Motto des größten von Gerold Wefer initiierten Projektes: des Universum Science Center Bremen. Gemeinsam mit dem privaten Betreiber und künstlerischen Gestaltern sollen hier wissenschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich vermittelt werden. In den ersten drei Monaten nach seiner Eröffnung im September 2000 nahmen rund 150.000 Besucher die Möglichkeit wahr, Wissenschaft mit Hilfe von Experimentierstationen, Rauminszenierungen und Medieninstallationen sinnlich zu erleben.

Gerold Wefers Bemühungen, eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen, schließt auch die Ansprache von Lehrern und Schulklassen ein. So bietet er im Rahmen der Sommeruniversität mit seiner Arbeitsgruppe Seminare und Exkursionen für Lehrerinnen und Lehrer an, die so neue Impulse für ihren Unterricht erhalten und sich fachlich weiterbilden können. Darüber hinaus besuchen in jedem Jahr etwa 30 bis 50 Schulklassen den Fachbereich Geowissenschaften und erhalten dort erste Einblicke in das geowissenschaftliche Studium.

Die beiden anderen Kandidaten der Endrunde waren Wolfgang M. Heckl und Jakob Staude. Der Nanowissenschaftler Wolfgang Heckl arbeitet an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist in der Öffentlichkeit vor allem durch seine rastertunnelmikroskopischen Untersuchungen bekannt geworden, mit denen er sich in Ausstellungen und Filmbeiträgen um ein besseres Verständnis der Nanotechnologie in der Öffentlichkeit bemüht. Durch seine Zusammenarbeit mit Fernsehen, Rundfunk und Presse versucht er vor allem junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern. Die Jury beurteilte Wolfgang Heckl als hervorragenden Kommunikator und würdigte vor allem seine breite Medienpräsenz.

Jakob Staude ist seit 1981 am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg tätig. Er hat sich in der Öffentlichkeit vor allem als verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" einen Namen gemacht. Diese Zeitschrift hat sich unter Jakob Staudes Leitung zu einer Publikumszeitschrift mit wissenschaftlichem Anspruch entwickelt. Die Jury würdigte insbesondere die Vielfalt des Engagements von Jakob Staude in den Medien, vor allem seine Beiträge in der BILD-Zeitung, mit denen er eine breite Öffentlichkeit erreichte. Seit zwei Jahren berät Jakob Staude zudem die dpa bei Pressemitteilungen zu astronomischen Themen.

Der Communicator-Preis ist nicht nur mit einem Geld-Preis verbunden, sondern wird auch durch ein vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm symbolisiert, das den Gedanken der Transparenz in der Wissenschaft verdeutlichen soll und sichtbar macht, dass es sich lohnt, die Dinge ins "rechte" Licht zu setzen. Nur dann entfaltet auch das Hologramm seine ganze Leuchtkraft.

Ein ausführliches Portrait des Preisträgers und weitere Informationen stehen ab 1. September 2001 zum Abdruck, auch ohne Quellenangabe, im Internet unter http://www.dfg.de/aktuell/c_preis2001/ zur Verfügung. Der Preisträger selbst ist ab dem 20. August 2001 unter folgender Adresse erreichbar:

Prof. Dr. Gerold Wefer

Universität Bremen
FB Geowissenschaften
Postfach 33 04 40
28334 Bremen
Tel.: (0421) 218-3389
E-mail: gwefer@allgeo.uni-bremen.de
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