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Universität Magdeburg weiter auf Internationalisierungskurs

16.08.2001 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Kürzlich weilte der Prodekan der Fakultät für Maschinenbau, Prof. Dr. Norge Coello, der Partneruniversität Universidad Central "Marta Abreu" de Las Villas (UCLV), Santa Clara/Kuba an der Magdeburger Universität. Prof. Coello überreichte Professor Lutz Wisweh, Wissenschaftler und Hochschullehrer am hiesigen Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung, die Ernennungsurkunde zum Gastprofessor an der kubanischen Universität. Damit findet die bis in das Jahr 1980 zurückgehende Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Otto-von-Guericke-Universität eine besondere Würdigung. Seit dem 50-jährigen Bestehen der kubanischen Universität wurde der Titel Gastprofessor an 16 Persönlichkeiten verliehen, die sich für die Entwicklung und Kooperation mit der UCLV besondere Verdienste erworben haben. Angeführt wird diese Liste durch Ernesto Ché Guevara, der als Nr. 1 in das Register eingetragen wurde.

Unter Federführung von Lutz Wisweh und mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) hat sich in den letzten fünf Jahren die Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschuleinrichtungen wieder reaktiviert. Gemeinsame Forschungsprojekte, wie beispielsweise zur Sicherung und Verbesserung der Qualität in Fertigungsprozessen, Studenten- und Wissenschaftleraustausch sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen in deutscher und spanischer Sprache legen davon beredtes Zeugnis ab.

Inzwischen weilten kubanische Wissenschaftler zu Studien- und Forschungsaufenthalten in Magdeburg, Studenten und Aspiranten aus Kuba fanden in Magdeburg wieder eine wissenschaftliche Heimat. Magdeburger Hochschullehrer und Mitarbeiter unterstützen durch Lehrveranstaltungen und Gerätespenden die Partnerhochschule in Kuba.

Prof. Coello promovierte 1989 an der Magdeburger Universität auf dem Gebiet der Qualitätssicherung und hat stets den Kontakt zu "seiner Universität in Deutschland" gehalten und weiter ausgebaut. So wirkte er 1997 als Gutachter in einem Promotionsverfahren für einen Magdeburger Doktoranden mit, ebnete viele Wege für die Erweiterung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in anderen, für die kubanische Hochschule und Wirtschaft wichtigen Disziplinen des Maschinenbaus. Mit großem Engagement betreute er deutsche Studierende in Kuba unter nicht immer einfachen Bedingungen des täglichen Lebens und engagiert sich auch als Betreuer eines jungen Nachwuchswissenschaftlers aus Santa Clara, der zur Zeit am Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung der Magdeburger Universität an seiner Promotion arbeitet.

Als ein besonderer Höhepunkt gestaltete sich im Herbst 2000 die Organisation und Durchführung der ersten gemeinsamen Maschinenbautagung COMEC 2000 in Santa Clara, an der vier Referenten der Magdeburger Universität sowie weitere Referenten renommierter Maschinenbaubetriebe aus Deutschland teilnahmen. Die wissenschaftliche Tagung hat inzwischen auch das Interesse von Wissenschaftlern anderer deutscher Universitäten sowie sachsen-anhaltischer Wirtschaftsunternehmen geweckt. Für nächstes Jahr ist wieder eine Fachtagung geplant, die die Hochschulen gemeinsam ausrichten.

Fünf gemeinsame Fachveröffentlichungen in deutscher und spanischer Sprache wurden in den letzten Jahren publiziert. Im Jahr 2000 weilte auch der erste Magdeburger Student zum Praktikum in Santa Clara. Demnächst wird wieder ein Student ein halbjähriges Praktikum in Kuba absolvieren und sich mit der Verwendung von Fachtermini auf den Gebieten der Fertigungsmesstechnik, des Qualitätsmanagements und der Statistik im Ingenieurwesen befassen.

Auch andere ingenieurwissenschaftliche Disziplinen der Magdeburger Universität, wie die Schweißtechnik, die Fördertechnik und Logistik sowie Informatik haben ihr Interesse an einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der kubanischen Universität signalisiert.

Geplant ist ein deutsch-kubanischer Masterstudiengang Produktionstechnik, der überwiegend in Santa Clara und in Teilabschnitten auch in Magdeburg studiert werden kann. Ziel ist ferner, eine deutsche Fakultät an der UCLV aufzubauen.

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