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Veröffentlichung im NATURE-Magazin

20.08.2001 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Elektromagnetische Messungen mit Göttinger Mess-Cluster bestätigen geophysikalische Besonderheit unter der Australischen Lithosphärenplatte

Die ehemalige Göttinger Geophysikerin Dr. Fiona Simpson hat in der NATURE-Ausgabe vom 9. August 2001 einen Artikel über das eigensinnige Verhalten von Kristall-Mineralien im Erdmantel veröffentlicht. Die untersuchten kristallinen Verbindungen richten sich entgegen bisheriger Annahmen nicht entlang der Bewegung der Erdplatten aus, sondern weichen von diesen stark ab. Was bislang von Wissenschaftlern als Messfehler abgetan wurde, konnte Dr. Simpson bei Studien in der Australischen Wüste mit Hilfe eines in Göttingen entwickelten Verfahrens, der langperiodischen Magnetotellurik, nachweisen. Die Unterschiede zwischen Plattenbewegung und Kristallausrichtung betragen 20 - 30 Prozent.

Im renommierten britischen Wissenschaftsmagazin NATURE präsentiert sie jetzt in dem Artikel "Resistance to mantle flow inferred from the electromagnetic strike of the Australian upper mantle" ihre Deutsch-Australische Forschungsarbeit. Dr. Simpson hat in Göttingen ihre Studien vorbereitet. Bis zum März arbeitete sie in der Arbeitsgruppe "Elektromagnetische Tiefenforschung" unter der Leitung von Prof. Dr. Karsten Bahr. Ihre Messungen in der Australischen Wüste - unter anderem auch in der "Simpson"-Wüste - wurden an der Universität in Adelaide ausgewertet.

Die Untersuchungen selbst wurden von Göttingen aus finanziert. Unter anderem kam dabei ein in der Göttinger Arbeitsgruppe von dem Geophysiker Dr. Erich Steveling zusammengestellter elektromagnetischer Mess-Cluster zum Einsatz. Mit einer großen Anzahl von sogenannten magnetotellurischen Aufzeichnungsgeräten, die die Leitfähigkeit des Erdmantels von Kristallen noch in Tiefen von bis zu 1000 Kilometern verfolgen können, erreichte Dr. Simpson eine sehr hohe Messgenauigkeit. Das bislang angewandte Messverfahren - die Seismologie - arbeitet mit Schall und erwies sich für die Bestimmung der Kristallausrichtung als zu ungenau. Langperiodische Magnetotellurik kann die Abweichungen auf wenige Grad genau bestimmen.

Vier Monate lang hat die Geophysikerin in 200 Kilometer Tiefe unter der starren Australischen Platte die Leitfähigkeit von Olivin-Kristallen gemessen und damit die bisherigen ungenauen Messungen korrigieren können: Die Bewegung der Australischen Erdplatte und die elektromagnetische Ausrichtung der darunter liegenden Mineralschichten weichen signifikant von einander ab.


Weitere Informationen:

Dr. Fiona Simpson
E-Mail: F.Simpson@gns.cri.nz

Ansprechpartner Arbeitsgruppe "Elektromagnetische Tiefenforschung":
Prof. Dr. Karsten Bahr
Tel.: 0551/39-7453
E-Mail: kbahr@uni-geophys.gwdg.de

Ein Abstract des NATURE-Artikels ist im Internetzu finden.
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