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Möglichkeiten zur Behandlung der Bluterkrankheit

24.08.2001 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Die Bluterkrankheit (Hämophilie) galt früher als Geißel der Könige: Besonders Adlige litten unter dieser Erbkrankheit, vor allem aufgrund der blaublütigen Etikette, durch die Heirat unter Verwandten zur Regel wurde. Heute sind deutschlandweit etwa 8.000 Menschen - meist Männer - von der Gerinnungsstörung betroffen, bei der es in schweren Fällen schon nach kleinsten Verletzungen zu einer unstillbaren Blutung kommen kann. Um Komplikationen bei der Behandlung der beiden Hämophilie-Formen A und B geht es in einem internationalen Workshop, der vom 30. August bis zum 1. September im Hotel Maritim in Bonn-Königswinter stattfinden wird. Organisiert wird die Veranstaltung von Dr. Hans-Hermann Brackmann vom Hämophilie-Zentrum der Universität Bonn zusammen mit seinem italienischen Kollegen Prof. Dr. Guglielmo Mariani.

Aufgrund eines Gendefekts können Bluterkranke einen bestimmten Eiweißstoff nicht produzieren, der für die Blutgerinnung nötig ist. Normalerweise führt man den Betroffenen den fehlenden "Gerinnungsfaktor" prophylaktisch zu, um unstillbare Blutungen zu verhindern. Doch das funktioniert nicht immer: In vielen Fällen entwickelt nämlich das Immunsystem des Betroffenen Abwehrkörper gegen das unbekannte Eiweiß, die den Gerinnungsfaktor sofort wieder neutralisieren. Dr. Hans-Hermann Brackmann hat daher Mitte der 70er Jahre die sogenannte "Immuntoleranz-Therapie" entwickelt, mit der sich die Antikörper-Bildung verhindern lässt und die inzwischen international anerkannt ist.

Seit sechs Jahren veranstaltet Brackmann in Zusammenarbeit mit Prof. Mariani von der Universität Palermo einen Workshop, der auf die vielfältigen Probleme bei der Behandlung der Hämophilie eingeht. Schwerpunkte des Workshops, auf dem internationale Experten erwartet werden, sind - neben der Entwicklung des Gerinnungsfaktor-Antikörpers und der Immuntoleranz-Therapie - auch die Perspektiven, die die Gentherapie bei der Behandlung der Bluterkrankheit bietet.


Weitere Informationen: Dr. Hans-Hermann Brackmann, Hämophilie-Zentrum am Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusions-Medizin (Direktor: Prof. Dr. Peter Hanfland), Tel.: 0228/287-5188 oder -6716, Fax: 0228/287-4320, E-Mail: h.h.brackmann@t-online.de
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