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30 Jahre Hochschulverband für Geographie und ihre Didaktik (HGD)

25.09.2001 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG)

HGD fordert Stärkung der geographischen Fachdidaktik in Forschung und Lehrerausbildung

Der Hochschulverband für Geographie und ihre Didaktik (HGD) feiert in diesem Jahr im Rahmen des 53. Deutschen Geographentages (29.09.-05.10.2001) in Leipzig sein 30-jähriges Bestehen. Ziel des HGD, der derzeit etwa 260 Mitglieder hat, ist die Förderung der Geographiedidaktik in Forschung und Lehre. 1971 wurde der HGD anlässlich des Deutschen Geographentags in Erlangen als einer der ersten fachdidaktischen Wissenschaftsverbände überhaupt gegründet. Die Fachdidaktiken sind sehr junge Wissenschaften, die sich erst in den Sechzigerjahren als eigenständige Disziplinen zu etablieren begannen. Mittlerweile gelten sie als unverzichtbare Berufswissenschaften der Lehrerbildung.

Geographiedidaktik, die Wissenschaft vom Lehren und Lernen geographischer Inhalte, widmet sich vorrangig der Aufgabe, den Geographieunterricht an der Schule zu verbessern. Sie engagiert sich aber auch in außerschulischen Arbeitsfeldern wie der Museumspädagogik oder bei der Konzeption von Lehrpfaden und Umweltzentren. Der HGD beschreitet verschiedene Wege, um seine Ziele zu erreichen. So gibt der Verband seit 1973 viermal jährlich seine Mitgliederzeitschrift "Geographie und ihre Didaktik" heraus. Die 1976 begonnene Buchreihe "Geographiedidaktische Forschungen", die vor allem Dissertationen und Habilitationen sowie Tagungsbeiträge umfasst, ist mittlerweile auf 33 Bände angewachsen.

Zudem veranstaltet der HGD alle zwei Jahre Symposien zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel in diesem Jahr zum bilingualen Geographieunterricht. Seit den Achtzigerjahren wird Software speziell für den Geographieunterricht entwickelt. In der jüngsten Zeit bemüht sich der Verband um eine Verbesserung der internen und externen Information und Kommunikation durch eine eigene Homepage (http://www.geographie.de/hgd). Darüber hinaus organisiert er Workshops für den wissenschaftlichen Nachwuchs mit dem Ziel, Forschung und Methodenschulung zu fördern.

Die Geographiedidaktik hat in den letzten Jahren durch Forschung und Entwicklung zur Exkursionsdidaktik, zum Computereinsatz im Geographieunterricht sowie zu Umwelterziehung und Interkulturellem Lernen beigetragen. Dennoch bestehen vor allem bei der empirischen Unterrichtsforschung noch erhebliche Defizite. "Wir leiden unter der geringen Forschungskapazität", so Ingrid Hemmer, Professorin für Didaktik der Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt. "In vier Bundesländern ist die Geographiedidaktik nicht durch Professorenstellen vertreten, weitere Stellenstreichungen sind geplant oder schon beschlossen. Insbesondere an Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs fehlt es."

Mängel sieht die Bundesvorsitzende des HGD auch in der Lehre. 1999 forderte die von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Kommission zu den Perspektiven der Lehrerbildung die Verstärkung der Fachdidaktik in Forschung und Lehre als eine von drei vorrangigen Maßnahmen an deutschen Universitäten. "In der Realität ist davon nichts zu spüren", stellt Hemmer fest, "im Gegenteil, der Anteil der fachdidaktischen Ausbildung beim Lehramtsstudium ist viel zu gering, häufig ist nur ein Schein zu erbringen". Besonders schlecht sei es um die fachdidaktische Ausbildung der Gymnasiallehrer bestellt.

Um eine solide Ausbildung der Studierenden und eine hinreichende Grundlage für die fachdidaktische Forschung zu gewährleisten, fordert der HGD deshalb an allen Universitäten, die Lehrer im Fach Geographie ausbilden, mindestens eine fachdidaktische Professorenstelle mit entsprechender Personal- und Sachausstattung sowie eine ausreichende Zahl an Semesterwochenstunden und mindestens ein fachdidaktisches Praktikum.

Der HGD kooperiert eng mit anderen fachdidaktischen und geographischen Verbänden sowohl auf nationaler als auch teilweise auf internationaler Ebene. 1973 wurde der HGD Mitglied und Teilverband des geographischen Dachverbandes "Zentralverband der deutschen Geographen", der 1995 in "Deutsche Gesellschaft für Geographie" umbenannt wurde. Seit 2001 ist der HGD darüber hinaus Mitglied und Teilverband des neu gegründeten fachdidaktischen Dachverbandes "Gesellschaft für Fachdidaktik", der Nachfolgeorganisation der Konferenz der Vorsitzenden der fachdidaktischen Fachverbände (KVFF), bei der der HGD seit ihrem Zusammenschluss 1995 mitgearbeitet hat.

[4181 Anschläge, 523 Wörter - Abdruck honorarfrei - Belegexemplar erbeten]

Diese Pressemitteilung ist auch im Internet unter www.geographie.de verfügbar

Ansprechpartnerin:
Professor Dr. Ingrid Hemmer
Katholische Universität Eichstätt,
Didaktik der Geographie
Ostenstr. 18, D-85072 Eichstätt
Tel: (08421) 93 13 94
(08421) 93 13 02 (Sekretariat)
Fax: 08421-931787
E-Mail: ingrid.hemmer@ku-eichstaett.de
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